
Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um die Analyse hochaufgelöster Feldmessdaten durch die Ostschweizer Fachhochschule. Diese zeigt: Viele Wärmepumpen sind deutlich überdimensioniert und haben pro Start kürzere Laufzeiten als erwartet. Die Gerätegröße allein erklärt dieses Taktverhalten – und die daraus folgenden Probleme – jedoch nicht.
Auf dem Prüfstand arbeiten Wärmepumpen unter definierten Randbedingungen. Im Gebäudealltag ist die Situation jedoch komplex: Heizgrenzen, Vorlauftemperaturen, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung, Abtauvorgänge, Einzelraumregelungen und Nutzerverhalten beeinflussen hier den Betrieb und die Effizienz der Wärmepumpe. Genau deshalb sind Erkenntnisse aus Feldmessdaten für die Planungspraxis besonders wertvoll.
Im Rahmen des Schweizer Wärmepumpen-Feldmessprogramms wurden seit 2016 mehr als 23 Milliarden Messdatenpunkte erfasst. Darauf bauen Analysen im Projekt „Betriebsverhalten von überdimensionierten Wärmepumpen“ am Institut für Energiesysteme der Ostschweizer Fachhochschule (OST), Buchs/Schweiz, auf. Insgesamt wurden die Daten von 26 Anlagen mit mehr als 450.000 Betriebsstunden ausgewertet. Dabei konnten knapp 400.000 Verdichterzyklen identifiziert und deren Laufzeiten statistisch eingeordnet werden.
Für die Untersuchung wurden langjährige Messdaten von Wärmepumpenanlagen unterschiedlicher Typen und Leistungsbereiche (4 bis 22 kW) für Wohngebäude ausgewertet. Die Anlagen wurden mit einer Abtastrate von 100 ms erfasst und diese Daten als 10-s-Mittelwerte gespeichert. Dadurch lassen sich nicht nur Jahresarbeitszahlen, sondern auch die Anzahl an Startvorgängen, Laufzeiten und Betriebszustände detailliert analysieren und vergleichen.
Die Auswertung bestätigt frühere Untersuchungen: Viele Wärmepumpen sind deutlich größer ausgelegt als es der effektiv gemessene Heizleistungsbedarf erwarten lässt. Welche Folgen das hat und welche Praxistipps sich daraus für Fachplaner und Anlagenbauer ableiten lassen, erfahren Sie in einem ausführlichen Fachbeitrag unter cci325037 in cci Wissensportal.
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