RKI: 16.300 hitzebedingte Sterbefälle im Sommer 2026

Geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle im Zeitraum 2016 bis 2026 in Deutschland. Die Schätzung für das Jahr 2026 ist noch unvollständig, lag aber bereits Mitte August deutlich über den Vorjahren. (Abb. © RKI)

In Deutschland sind im Sommer 2026 nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang 16.300 Menschen hitzebedingt gestorben. Etwa 9.600 dieser Sterbefälle entfielen auf die besonders heiße Kalenderwoche 26 (Ende Juni). Der aktuelle RKI-Bericht berücksichtigt Daten bis zur KW 34 (Mitte August).

Hitzeperioden führen in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI), Berlin, regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität. Um über die aktuelle Lage in Deutschland zu informieren, wird das RKI-Monitoring der hitzebedingten Mortalität während der Sommermonate wöchentlich aktualisiert. Der aktuelle Bericht umfasst Schätzungen der hitzebedingten Sterbefälle für die Kalenderwochen 15 bis 34/2026.

Von den geschätzten 16.300 hitzebedingten Sterbefällen entfielen etwa 9.600 auf Menschen, die während der besonders heißen KW 26 (Ende Juni) an den Folgen der Hitze starben. Weitere rund 4.500 Menschen starben hitzebedingt in den KW 31 bis 33, also Ende Juli bis Mitte August.
Nach dem Übersterblichkeitsbericht des RKI lag die Zahl der Sterbefälle im Sommer 2026 im Zeitraum der KW 20 bis KW 34 insgesamt um 19.500 Fälle über der erwarteten Zahl. Diese Zahl umfasst nicht ausschließlich hitzebedingte Sterbefälle.

Im Kontext der Vorjahre hat das RKI die geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle in Deutschland für den Zeitraum 2016 bis 2026 grafisch aufbereitet. Hohe Werte werden in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils etwa 7.000 und mehr hitze­bedingten Sterbefällen erreicht. In den Jahren 2020 und 2022 bis 2024 starben hitzebedingt jeweils etwa 3.000 und mehr Menschen. In den Jahren 2016, 2017 und 2021 lag die geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle jeweils zwischen 1.200 und 2.000 und fiel damit deutlich niedriger aus. Diese Unterschiede können laut RKI auf die unterschiedlich ausgeprägten Hitzeperioden zurückgeführt werden.

In einigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, führt die Hitzeeinwirkung laut RKI unmittelbar zum Tod, während in den meisten Fällen die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum Tod führt. Daher wird Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als die zugrunde liegende Todesursache angegeben. Stattdessen müssen statistische Methoden angewendet werden, um das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle abzuschätzen.

Der größte Anteil hitzebedingter Sterbefälle entfällt auf die Altersgruppen ab 75 Jahren. Insgesamt versterben absolut gesehen mehr Frauen als Männer im Zusammenhang mit Hitze. Dies lässt sich Nach Angaben des RKI jedoch auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurückführen

Das RKI-Monitoring der hitzebedingten Mortalität erfolgt parallel zum Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Daten für die jeweilige Kalenderwoche erscheinen mit einem Verzug von neun Tagen (Statistisches Bundesamt) beziehungsweise elf Tagen (RKI-Bericht). Der am 3. September veröffentlichte Bericht berücksichtigt deshalb Daten bis zur KW 34 (17. bis 23. August). Zahlen für die KW 35 und 36 lagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

Einen praktischen Bezug zum Hitzeschutz zeigt ein Urteil des Sozialgerichts Mainz. Das Gericht verurteilte im April 2025 eine Pflegekasse dazu, sich an den Kosten für den Einbau einer Klimaanlage im Schlafzimmer einer pflegebedürftigen Frau zu beteiligen. Nach Auffassung des Gerichts war die Maßnahme eine Verbesserung des Wohnumfelds. Zudem verwiesen die Richter darauf, dass eine Klimaanlage angesichts des Klimawandels und steigender Temperaturen nicht länger als gehobener, sondern als allgemeiner Wohnstandard gelten könne. Mehr dazu in der Meldung „Sozialgericht Mainz: Pflegekasse muss Klimagerät bezahlen“ (siehe cci326560).

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