Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um die Plasma-Luftreinigung als ergänzende Maßnahme zur Sanierung, Lüftung und konventionellen Luftreinigung in schadstoffbelasteten Museen und historischen Kulturstätten. Was damit möglich ist, zeigt ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik am Beispiel einer historischen Mühle eines Freilichtmuseums.
In Museen, Depots und historischen Kulturstätten gilt es, Exponate und Bausubstanz zu schützen und zugleich eine gesundheitszuträgliche Raumluft zu gewährleisten. Schadstoffe aus früher verwendeten Holzschutzmitteln, Beschichtungen oder belasteten Exponaten sollen reduziert werden. Zugleich müssen historische Materialien erhalten und Besucher sowie Beschäftigte geschützt werden. Bauliche Eingriffe und der nachträgliche Einbau leistungsfähiger Lüftungsanlagen sind zum Erreichen dieser Ziele jedoch häufig nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.
Plasma-Luftreinigung kann hier eine ergänzende Lösung sein. Dabei wird belastete Raumluft in ein kompaktes Lüftungsgerät angesaugt und dort gereinigt. Diese Maßnahme unterstützt damit die Sanierung, Quellenbehandlung, mechanische Lüftung und konventionelle Luftreinigung. Dabei erzeugt eine elektrische Entladung reaktive Teilchen, die gasförmige Schadstoffe umwandeln können. Eine vollständige Mineralisierung ist jedoch nicht automatisch gewährleistet. Mögliche Zwischen- und Nebenprodukte müssen beispielsweise durch Aktivkohlefilter im Plasma-Gerät zurückgehalten werden. Zur Abscheidung von Partikeln und Aerosolen sind weiterhin mechanische Filter erforderlich.
Ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) in der historischen Thürlmühle des Freilichtmuseums Glentleiten zeigt das Potenzial der Plasma-Luftreinigung: Eine cyclodextrinhaltige Behandlung belasteter Holzbalken wurde mit Plasma-Luftreinigung kombiniert. Die gemessene Lindan-/PCP-Konzentration sank im Versuchszeitraum von 3,8 auf 0,1 µg/m³ – ohne Ausbau der historischen Konstruktion.
Entscheidend für einen Erfolg dieser Art sind eine genaue Schadstofferkundung, die passende Geräteauswahl, eine wirksame Luftführung sowie Messungen vor und nach der Inbetriebnahme. Denn die Plasma-Luftreinigung ersetzt weder die Ursachenbeseitigung noch die notwendige Außenluftzufuhr. Ein Fachbeitrag mit Praxisbeispiel (siehe cci331292) informiert ausführlich über die Technik, Planung und Grenzen der Plasma-Luftreinigung.
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