EU-Elektrifizierungsplan rückt Wärmepumpen in den Fokus

Mit dem „EU Electrification Action Plan“ rücken Wärmepumpen wieder stärker in den Fokus der europäischen Energiepolitik. (Abb. © EU-Kommission / andrew-shots/stock.adobe.com)

Die Europäische Kommission hat am 17. Juli ihren „EU Electrification Action Plan“ veröffentlicht. Er soll die Elektrifizierung von Gebäuden, Industrie und Verkehr beschleunigen und den Anteil von Strom am Endenergieverbrauch bis 2040 auf 46 % erhöhen. Wärmepumpen nehmen dabei eine zentrale Rolle ein.

Mit dem am 17. Juli veröffentlichten „EU Electrification Action Plan“ verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, den Anteil von Strom am Endenergieverbrauch der europäischen Wirtschaft bis 2040 auf 46 % zu steigern und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten deutlich zu verringern. cci Branchenticker hatte bereits im November 2025 darüber berichtet, dass die EU-Kommission den ursprünglich geplanten eigenständigen „Heat Pump Action Plan“ gestrichen hatte (siehe cci308227). Dessen Inhalte sollten stattdessen in andere europäische Strategien überführt werden. Mit dem nun veröffentlichten „EU Electrification Action Plan“ rücken Wärmepumpen wieder stärker in den Fokus der europäischen Energiepolitik und erhalten eine zentrale Rolle.

Demnach sollen im Gebäudesektor fossile Heizsysteme durch Wärmepumpen, elektrische Heizlösungen sowie Fernwärme- und Fernkältesysteme ersetzt werden. Bis 2030 soll die Zahl der jährlich installierten Wärmepumpen von derzeit 2,4 Mio. auf rund 4 Mio. steigen. Zudem sollen Gebäude künftig flexibel auf Strompreissignale reagieren und durch intelligente Steuerung zur Netzstabilität beitragen. Die Kommission kündigt außerdem einen „Cooling and Heating Action Plan“, neue Finanzierungsinstrumente und Förderprogramme für Wärmepumpen an.

Der Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe (VDKF), Bonn, schreibt auf seinem LinkedIn-Account, dass der Plan „deutliche Auswirkungen für unsere Branche“ hat und hebt dort unter anderem hervor: „Der Aktionsplan erkennt erstmals ausdrücklich an, dass nachhaltige Kühlung wegen zunehmender Hitzewellen künftig dieselbe strategische Bedeutung erhält wie das Heizen.“ Um die Elektrifizierung wirtschaftlich attraktiver zu machen, sind unter anderem eine Reform der Stromrechnung, eine geringere steuerliche Belastung von Strom und der Abbau fossiler Subventionen vorgesehen.

Die European Heat Pump Association (EHPA), Brüssel, begrüßt den Aktionsplan. Jozefien Vanbecelaere, Policy Director der EHPA, erklärt: „Dieser Aktionsplan zur Elektrifizierung ist ein Wendepunkt. Erstmals konzentriert er sich darauf, die Elektrifizierung der Nachfrage voranzutreiben – und zwar mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen, von der Reform der Energiebesteuerung und der Strompreise über die Nutzung der Flexibilität von Wärmepumpen bis hin zur Unterstützung der industriellen Elektrifizierung und der Abwärmenutzung.“ Damit der Plan seine Wirkung entfalten kann, müsse die EU-Kommission ihn laut Vanbecelaere jedoch zügig in Gesetzgebung und Maßnahmen zur Umsetzung auf nationaler Ebene überführen. Die EU-Mitgliedstaaten sollten anschließend bei der Umsetzung an einem Strang ziehen, um mehr Energiesicherheit, eine stärkere Elektrifizierung und niedrigere Energiekosten zu erreichen, heißt es seitens des europäischen Wärmepumpenverbands.

Zu den weiteren Maßnahmen zählen die Verbesserung des Strom-Gas-Preisverhältnisses, der Ausbau intelligenter Stromzähler, die stärkere Nutzung von Abwärme, Investitionen in Wärmespeicher sowie die Unterstützung von Nah- und Fernwärmenetzen. Zudem soll die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie vorangetrieben werden, unter anderem mit dem Vorschlag, Wärmepumpen in öffentlichen Gebäuden verpflichtend vorzusehen.

Weitere Informationen zum „EU Electrification Action Plan“ gibt es hier

cci327025

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