
Nach drei Jahren ist das Forschungsprojekt „WESPE“ abgeschlossen. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern und 15 Handwerksbetrieben hat der ZVSHK im Rahmen dieses Projekts untersucht, wo sich Abläufe rund um Planung, Installation und Inbetriebnahme von Wärmepumpen verbessern lassen. Ergebnis ist unter anderem eine App.
Wie lässt sich beim Einbau einer Wärmepumpe Zeit sparen, ohne bei Qualität und Sorgfalt Abstriche zu machen? Dieser Frage ist das Forschungsprojekt „WESPE“ drei Jahre lang nachgegangen. WESPE steht für „Wärmepumpen-Einbau schneller, produktiver und effizienter“. Ziel war es, die Installationszeiten beim Wärmepumpen-Einbau durch die Optimierung der gesamten Prozesskette zu verkürzen. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern und 15 Handwerksbetrieben hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), Sankt Augustin, untersucht, wo sich Abläufe rund um Planung, Installation und Inbetriebnahme von Wärmepumpen verbessern lassen. Das dreijährige Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert und vom ZVSHK koordiniert. cci Branchenticker hatte zum Projektstart berichtet (siehe cci258496).
Bei der WESPE-Abschlussveranstaltung am 17. September in Berlin hat der ZVSHK gemeinsam mit den Projektpartnern, darunter das Fraunhofer ISE, die Ergebnisse vorgestellt und mit Vertretern aus Handwerk, Wissenschaft und Branche über den Transfer in die Praxis diskutiert.
Dabei zeigt sich nach Aussage des ZVSHK: Zeit lässt sich nicht nur bei der eigentlichen Montage gewinnen. Auch Planung, digitale Abläufe und die Organisation rund um die Baustelle bieten Potenzial. Ziel ist, dass Fachkräfte ihre knappe Arbeitszeit möglichst produktiv einsetzen können. „Wer einen SHK-Betrieb führt, weiß: Uns fehlt nicht die Arbeit. Knapp ist vor allem die Zeit unserer Fachkräfte“, sagt Frank Senger, Vizepräsident des ZVSHK. „Deshalb geht es nicht darum, dass unsere Leute noch schneller arbeiten. Es geht darum, unnötige Wege, Wartezeiten und Doppelarbeit zu vermeiden. Genau da setzt WESPE an.“
Im Forschungsprojekt wurde nicht nur die Arbeit auf der Baustelle betrachtet. Untersucht wurde der gesamte Ablauf rund um den Wärmepumpen-Einbau – von der Kundenberatung und Planung über digitale und physische Prozesse bis hin zu Einbau und Service. Die Fraunhofer-Institute für Bauphysik IBP und für Solare Energiesysteme ISE analysierten die physischen und digitalen Prozesse (zur Webseite des Forschungsprojekts). Die Forscher des Fraunhofer ISE entwickelten ein Softwaretool (App „Heat Pump PlanAR“), das SHK-Betrieben die virtuelle Planung von Wärmepumpenanlagen ermöglicht. Mithilfe dieser App (Demonstrationsvideo) können SHK-Handwerker verschiedene Anlagen-, Verrohrungs- und Aufstellungsvarianten einer Wärmepumpe bereits beim ersten Kundenbesuch durchspielen, erläutert Fraunhofer ISE. Betriebe können Angebote einfacher erstellen und Aufwände verschiedener Anlagenvarianten automatisch miteinander vergleichen. Zudem erleichtere die App die Kommunikation zwischen Mitarbeitern im Betrieb und auf der Baustelle. Interessierte können sich für weitere Informationen zur App an das Fraunhofer ISE wenden.
Welche Ansätze tatsächlich funktionieren, hat WESPE mit 15 SHK-Handwerksbetrieben erprobt und gemeinsam mit den Betrieben Optimierungsmaßnahmen unter realen Bedingungen getestet. „Mein besonderer Dank gilt den 15 Betrieben, die uns auf ihre Baustellen gelassen und ihre Abläufe offengelegt haben“, sagt Senger. „Das macht man nicht mal eben so. Gerade der ehrliche Blick darauf, wo es hakt, hat WESPE wertvoll gemacht.“
Interessierten SHK-Betrieben stehen unter shk-wespe.de zwei Angebote zur Verfügung:
• Der WESPE-Check (ab sofort nutzbar) ermöglicht Betrieben eine Selbsteinschätzung ihrer Prozesse beim Wärmepumpen-Einbau.
• Eine Online-Wissensplattform (verfügbar ab 5. Oktober) zeigt anhand einer interaktiven Prozessgrafik konkrete Optimierungsmöglichkeiten für einzelne Arbeitsschritte.
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