Fraunhofer ISE entwickelt Wärmepumpenprojekt weiter

Visualisierung eines Beispielgebäudes mit zentraler Luft/Wasser-Wärmepumpe und dezentraler Brauchwarmwasser-Nacherwärmung. (Abb. © Fraunhofer ISE)

Das Fraunhofer ISE will die im Forschungsprojekt „LCR290“ entwickelten Lösungskonzepte für Propan-Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern in das neue Projekt „Mammut“ überführen. Ziel ist es, die Dekarbonisierung im Gebäudebestand zu beschleunigen und die Planung von Wärmepumpensystemen, insbesondere für SHK-Betriebe, zu vereinfachen.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat im Forschungsprojekt „LCR290“ gemeinsam mit 20 Unternehmen aus Heizungsbranche und Wohnungswirtschaft Lösungskonzepte für den Einsatz von Propan-Wärmepumpen (R290) in Bestands-Mehrfamilienhäusern entwickelt. Kernergebnis des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Projekts ist, dass Wärmepumpen Gas- und Ölheizungen ersetzen können, wenn das Gesamtsystem auf das jeweilige Gebäude abgestimmt wird. Eine Einheitslösung gebe es aufgrund unterschiedlicher Gebäudegrößen, Platzverhältnisse, Heizsysteme, Wärmequellen sowie Anforderungen an Schall- und Brandschutz nicht. In Ausgabe 9/2025 von cci Zeitung hatten die beiden Projektkoordinatoren vom Fraunhofer ISE, Björn Nienborg und Clemens Dankwerth, im Beitrag „Sicherer Einsatz brennbarer Kältemittel“ bereits ausführlich darüber berichtet.

Nun sollen die Projektergebnisse in das neue Projekt „Mammut“ (Laufzeit: 1/2026 bis 12/2027) einfließen. „Mammut“ steht als Akronym für „Maßnahmen zur Automatisierung der Mehrfamilienhaus-Modernisierung mit umweltfreundlichen Wärmepumpen-Technologien“. Ziel des Projekts ist es, die Dekarbonisierung von Bestands-Mehrfamilienhäusern zu beschleunigen und ein Software-Tool zur Entscheidungsfindung und Auslegung von Wärmepumpensystemen mit direkt angebundener Angebotserstellung zu entwickeln – insbesondere für SHK-Betriebe. Darüber hinaus plant das Fraunhofer ISE, den Einsatz von Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern künftig mit einem detaillierten Monitoring zu begleiten, um die Qualitätssicherung in der Praxis zu unterstützen. Weitere Informationen zum Projekt „Mammut“ gibt es hier.

„Aufgrund der verschiedenen Herausforderungen, etwa die Frage nach einer geeigneten Wärmequelle oder dem begrenzten Platzangebot, gibt es nicht die eine technologische Lösung, vielmehr haben wir mehrere Lösungen entwickelt, die zur Anwendung kommen können“, so Nienborg, der das „Mammut“-Projekt leitet. „Wichtig ist dabei eine auf das Gebäude abgestimmte Systemplanung von Wärmepumpe, Speicher, Hydraulik, Regelung und Wärmeverteilung.“

Im Projekt „LCR290“ entstanden Demonstratoren für zentrale und dezentrale Wärmepumpensysteme mit Propan. Zudem untersuchte das Forschungsteam Sicherheitskonzepte für den Einsatz des brennbaren Kältemittels bei Innenaufstellung. Die Messergebnisse bestätigten nach Angaben des Instituts das in den Sicherheitsnormen beschriebene Konzept des „belüfteten Gehäuses“. Weitere Sicherheitskonzepte sollen in künftigen Forschungsarbeiten weiterentwickelt werden.

Der Schlussbericht zum Forschungsprojekt „LCR290“ steht unter Anhänge.

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