
Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um Kälteträgersysteme. Diese transportieren in einem Flüssigkeitskühlsatz erzeugtes Kaltwasser, Sole oder Glykolgemische zu den Verbrauchsstellen. Gegenüber Direktverdampfungssystemen reduziert die Kältemittelmengen und schafft flexible, sichere Lösungen zur Kühlung von Gebäuden, Rechenzentren und weiteren Anwendungen.
Kälteträgersysteme gewinnen über die klassische Raumluftkonditionierung in Büro- und Gewerbegebäuden hinaus an Bedeutung – etwa in Rechenzentren und weiteren Kühlprozessen. Ihr Grundprinzip: Kälte wird zentral in einer Kältemaschine erzeugt und über ein separates Medium wie Wasser, Wasser-Glykol- oder Solegemische zu den Verbrauchsstellen transportiert. Gegenüber Direktverdampfungssystemen liegt ihr zentraler Vorteil in der deutlich geringeren Kältemittelfüllmenge des gesamten Kältesystems. Das erhöht die Umwelt- und Anlagensicherheit und unterstützt zugleich die Anforderungen aus Chemikalien-Klimaschutzverordnung und dem Phase-down gemäß F-Gase-Verordnung.
Für die fachgerechte Auslegung von Kälteträgersystemen ist ein ganzheitlicher Planungsansatz erforderlich, der Kälteanlagenbau und Technische Gebäudeausrüstung eng verzahnt. Kältefachbetriebe müssen dafür hydraulische Grundsätze wassergeführter Systeme beherrschen, TGA-Planer die Besonderheiten der Kälteerzeugung. Nur so lassen sich effiziente und betriebssichere Gesamtsysteme realisieren.
Wesentliche Planungsschritte sind die Festlegung des Temperaturniveaus, die präzise Kühllastberechnung und die Auswahl eines geeigneten Kälteträgers. Gerade bei sensiblen Anwendungen wie der Lebensmittellagerung spielen neben der Temperatur auch Luftfeuchte und Entfeuchtung eine wichtige Rolle, da sie die Produktqualität beeinflussen. Ebenso entscheidend sind Materialverträglichkeit, Energieeffizienz sowie Umwelt- und Gewässerschutzanforderungen. Nicht zuletzt müssen auch Komponenten wie Pumpen, Pufferspeicher und hydraulische Weichen passend ausgelegt werden.
Richtig geplant ermöglichen Kälteträgersysteme energieeffiziente, zukunftsfähige Anlagen. In Verbindung mit natürlichen Kältemitteln wie Propan, CO2 oder Ammoniak bieten sie gegenüber Direktverdampfungsanlagen zudem ein hohes Maß an genehmigungsfähiger Sicherheit bei zugleich reduzierter Brand-, Explosions- und Toxizitätsgefährdung.
Erfahren Sie mehr über die richtige Planung von Kälteträgersystemen
- Ausführlicher Fachbeitrag unter cci327486 in cci Wissensportal
- Schulung am 27. Oktober in Karlsruhe (weitere Informationen und Anmeldung)
cci327570
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