
Die Innung SHK Berlin und Fraunhofer ISE haben die Auswirkungen des Stromausfalls Anfang Januar 2026 in Berlin auf dort installierte Wärmepumpen erfasst und analysiert. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Schäden dank proaktiven Handelns von Fachbetrieben und Wärmepumpenherstellern weitestgehend verhindert werden konnten.
Durch präventive Maßnahmen konnten bei dem ungewöhnlich langen Stromausfall Anfang Januar 2026 in Berlin mögliche Schäden an Wärmepumpen weitestgehend verhindert werden. So lautet das Ergebnis einer Online-Umfrage der Innung SHK Berlin und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), Freiburg, unter Berliner Innungsbetrieben. Demnach standen die befragten Fachbetriebe und Service-Teams der Wärmepumpenhersteller während des Stromausfalls in engem telefonischem Austausch mit ihren Kunden oder führten auf Anfrage und teils pro-aktiv gezielte Vor-Ort-Services durch. Besonders wirksam seien präventive Maßnahmen wie das Ablassen von Wasser durch die Fachbetriebe gewesen. „Diese frühzeitigen händischen Eingriffe erwiesen sich als entscheidend, um die Funktionsfähigkeit der Systeme zu sichern“, erklärt Innungsgeschäftsführer Andreas Koch-Martin. Insgesamt gebe die Mehrzahl der befragten Betriebe an, dass sie während des Stromausfalls nicht bezüglich Frostschäden kontaktiert worden seien.
„Bezogen auf alle Wärmepumpen in dem betroffenen Gebiet wiesen deutlich weniger als 10 % Anlagen Schäden auf“, erklärt Sebastian Herkel, Abteilungsleiter Energieeffiziente Gebäude., Fraunhofer ISE. Eine genaue Auswertung der gemeldeten Schäden sei geplant. Fürs Erste ist vor allem von Schäden an Rohrleitungen im Außenbereich die Rede, die vor der Wiederinbetriebnahme der Geräte behoben werden mussten. Wärmeübertrager seien dagegen unversehrt geblieben und Totalschäden – wie sie teils medial als Worst-case-Szenario skizziert wurden (siehe cci313693) – mussten die befragten Handwerksbetriebe nicht feststellen. Auch wurden laut Umfrage keine sicherheitskritischen Vorfälle im Zusammenhang mit Kältemitteln gemeldet. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Schäden an Wärmepumpen geringer sind als zunächst befürchtet“, sagt dazu Annette Uhl, Projektleiterin am Fraunhofer ISE.
Auf Basis der Erkenntnisse, die während des ungewöhnlich langen Stromausfalls in Kombination mit anhaltendem Dauerfrost gewonnen wurden, erarbeiten die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE nun einen praxisorientierten Leitfaden. Dieser soll Fachbetriebe und Betreiber dabei unterstützen, künftig bei Stromausfällen während Minusgraden noch gezielter und effizienter reagieren zu können.
In einem Fachbeitrag stellt cci Wissensportal die zehn häufigsten Methoden beziehungsweise Sicherheitsbauteile für Monoblock-Wärmepumpen mit brennbaren Kältemitteln vor und erläutert diese hinsichtlich ihrer zu erwartenden Schutzwirkung (siehe cci315407).
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