
Die Thor-Unternehmensgruppe steht vor einem umfassenden Umbau. Für mehrere Gesellschaften des Haus- und Gebäudetechnikunternehmens wurden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Rund 800 Beschäftigte an vier Standorten sind betroffen. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt weiterlaufen, laufende Aufträge und Montageeinsätze sollen fortgeführt werden.
Das Amtsgericht Erfurt hat am 1. August das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Thor Industriemontagen GmbH, Erfurt, wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet. Das berichten mehrere Medien, darunter der MDR Thüringen. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Rüdiger Weiß aus Erfurt bestellt. Laut Thor soll das Unternehmen saniert und Arbeitsplätze langfristig erhalten werden. Betroffen sind die vier Thüringer Unternehmensstandorte in Erfurt, Heiligenstadt, Menteroda sowie Leinefelde-Worbis. Darüber hinaus ist das Unternehmen in Hamburg vertreten.
Nach Angaben von Geschäftsführer Georg Steinberg gegenüber der regionalen Tageszeitung „Thüringer Allgemeine“ wurden für weitere Gesellschaften der Thor-Gruppe Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dazu gehören unter anderem Thor Akademie, Thor Solutions, Thor Fleet & Tools und Thor Service. Der Geschäftsbetrieb an den fünf Thor-Standorten soll uneingeschränkt weiterlaufen. Die Gehälter der rund 800 Beschäftigten seien zunächst über das Insolvenzgeld abgesichert. Laufende Aufträge und Montageeinsätze bei Kunden sollen wie geplant fortgeführt werden.
Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennt Steinberg laut „Thüringer Allgemeiner“ unter anderem gestiegene Spritkosten, hohe Zinsen sowie Unsicherheiten bei Investitions- und Förderregeln. Bau- und Modernisierungsvorhaben seien dadurch verzögert oder gestoppt worden.
Die Gruppe will sich laut Zeitungsbericht künftig stärker auf Arbeitnehmerüberlassung im Baugewerbe sowie Aus- und Weiterbildung konzentrieren. Ein Kerngeschäft soll die Qualifikation von Quereinsteigern für die Industrie am Standort Menteroda im Unstrut-Hainich-Kreis bleiben. Ziel sei es, den Betrieb bis Jahresende wirtschaftlich zu stabilisieren und die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Ob einzelne Geschäftsbereiche aufgegeben werden, sei noch offen.
Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und führt das Unternehmen weiter. Der vom Insolvenzgericht bestellte Sachwalter überwacht das Verfahren.
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