UBA-Studie: Rückgewinnungsfaktoren von Kältemitteln aus LüKK-Anlagen

Der Bericht des UBA analysiert auf 156 Seiten Daten zur Rückgewinnung von F-Gasen bei der Außerbetriebnahme von Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen. (Abb. © UBA)

Im September hat das Umweltbundesamt die Studie „Praxisnahe Rückgewinnungsfaktoren für UNFCCC F-Gas Inventare“ veröffentlicht. Darin geht es um Erhebungen, Abschätzungen und Analysen zu Mengen an F-Gasen und Kältemitteln, die aus Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen bei deren Außerbetriebnahme rückgewonnen, wiederaufbereitet oder zerstört werden.

Wie viel Kältemittel wird bei der Außerbetriebnahme von Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen zurückgewonnen? Wie viel davon wird wiederaufbereitet oder thermisch zersetzt und wie viel entweicht in die Umgebung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der vom Umweltbundesamt (UBA) im September veröffentlichte Bericht „Praxisnahe Rückgewinnungsfaktoren für UNFCCC F-Gas Inventare – Bestimmung praxisnaher Rückgewinnungsfaktoren für fluorierte Arbeitsmittel aus Wärmepumpen, Kälte- und Klimaanlagen und elektrischen Betriebsmitteln zur Verbesserung von UNFCCC F-Gas Inventaren“. Im Rahmen des UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change, Rahmenabkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen) müssen Staaten jährlich ihre Treibhausgasemissionen melden. Dazu zählen neben CO2-Emissionen auch die Emissionen treibhauswirksamer F-Gase.

Zielsetzung des Vorhabens war laut UBA die Überprüfung und Aktualisierung der bisher genutzten Rückgewinnungsfaktoren im deutschen F-Gas-Modell. Zur Erstellung des Berichts (156 Seiten) wurden Literatur- und Onlinerecherchen durchgeführt, mehrere nationale und internationale Datensätze ausgewertet, Interviews mit Fachleuten aus der Industrie geführt und zwei Workshops organisiert. Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf einer sehr detaillierten Auswertung der Daten aus der LEC-Statistik (LEC = Leakage and Energy Control) des Verbands Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe (VDKF), wobei allerdings eine ältere Statistik aus dem Jahr 2021 betrachtet wird.

Das Ergebnis des Berichts ist ernüchternd: Laut UBA können Daten zu Rücknahme, Recycling und Wiederaufbereitung von F-Gasen nur grob geschätzt werden, da keine umfassenden Daten hierzu vorliegen und von den beteiligten Unternehmen nur zum Teil zur Verfügung gestellt wurden. Resümee der Studie: „Generell lässt sich feststellen, dass die meisten der bisher im deutschen Modell getroffenen Annahmen zu Restfüllständen, Rückgewinnungsraten und der Lebensdauer durch das Projekt bestätigt werden konnten. Die Datenlage lässt nicht auf höhere Rückgewinnungsraten bzw. geringere oder höhere Entsorgungsemissionen schließen. Die bisherigen Annahmen behalten daher ihre Gültigkeit und werden zunächst 10 Jahre Bestand haben“. Diese Rückgewinnungsraten liegen laut Bericht durchschnittlich bei etwa 66 % (Industriekälte), 71 % (stationäre Klimatechnik) und 74 % (Gewerbekälte).

Den Bericht des UBA kommentieren der VDKF und die Landesinnung Kälte-Klima-Technik Hessen, Thüringen/Baden-Württemberg in ihrer Mitgliederinformation „Politikum“ vom 15. September wie folgt:

„Das UBA will mit dem Bericht die bisherigen Faktoren überprüfen, hat aber dafür keine neue Datenbasis geschaffen. So verwendet das UBA zum Beispiel sechs Jahre alte VDKF-LEC-Daten. Gerade beim Thema Rückgewinnung von Kältemitteln hätte man 2026 eigentlich eine interessante Frage stellen können: Hat sich die tatsächliche Rückgewinnungspraxis seit Einführung der F-Gas-Verordnung 2014, der Verschärfungen der F-Gas-Regulierung und der zunehmenden Verwendung brennbarer bzw. alternativer Kältemittel verändert? Hier bleibt das UBA eine Antwort schuldig“.

Anmerkung der Redaktion:

Viele Ergebnisse des UBA-Berichts werden aus Daten der LEC-Statistik des VDKF abgeleitet, die allerdings aus dem Jahr 2021 stammt und mittlerweile überholt ist. So zeigt die neue LEC-Statistik für mehr als 300.000 erfasste Anlagen, dass die durchschnittliche Leckagerate von etwa 1,6 % (2021) auf 1,0 % im Jahr 2025 gesunken ist (Beitrag dazu in cci Zeitung 11/2026). Und dass die Ergebnisse zu Rückgewinnungsfaktoren nun laut UBA die nächsten zehn Jahre – also bis 2036 – unverändert gültig sein sollen, ist kritisch zu hinterfragen. In diesem Zeitraum werden viele verschärfende Vorgaben der F-Gase-Verordnung zur Verringerung von verfügbaren Kältemittelmengen und zu Verboten von Einsätzen von Kältemitteln mit einem Treibhauspotenzial (GWP) von mehr als 150 umgesetzt werden müssen, die sich auch auf Anlagendichtheit, Leckagen und Rückgewinnungsmengen auswirken dürften. Daher erscheint der Zeitraum von zehn Jahren unangemessen und sollte deutlich verkürzt werden.

Die Studie steht als kostenfreier Download auf umweltbundesamt.de zur Verfügung.

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