
Das VDMA-Forum Gebäudetechnik bewertet in einem Positionspapier die Förderpolitik im Gebäudesektor: Nicht mehr Geld, sondern die richtige Logik ist demnach entscheidend. Statt einzelne Technologien oder Schritte zu fördern, sollten Gebäude als Gesamtsystem betrachtet und Neubau, Sanierung sowie Wärmeinfrastruktur über den gesamten Lebenszyklus verbunden werden.
In einem aktuellen Positionspapier kommt das VDMA-Forum Gebäudetechnik zu dem Schluss, dass Förderung heute zu oft von einzelnen Produkten und kurzfristigen Programmänderungen her gedacht wird. Das führe zu Fehlanreizen, einem ständigem Auf und Ab bei der Bundesförderung Energieeffiziente Gebäude (BEG) und einem deutlichen Missverhältnis zwischen der Förderung einzelner Maßnahmen und der Förderung zentraler Infrastruktur wie Wärmenetze. Ein Gebäude müsse aber über den gesamten Lebenszyklus funktionieren: energieeffizient, sicher, gesund, digital und wirtschaftlich. Denn gute Luftqualität, Trinkwasserhygiene und Barrierefreiheit seien keine optionalen Zusatzleistungen, sondern grundlegende Anforderungen an funktionierende Gebäude. „Deshalb muss Förderung ganzheitlich sein und darf nicht einzelne Technologien gegeneinander ausspielen“, sagt dazu Sascha Seiß, stellvertretender Vorsitzender des VDMA-Forums Gebäudetechnik.
Aus Sicht des VDMA Forum Gebäudetechnik entscheidet nicht der Einbau einzelner Technik über Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit, sondern das dauerhaft effiziente Zusammenspiel der technischen Systeme im Gebäude. Das gelte gleichermaßen für Neubau, Sanierung und Wärmeinfrastruktur. Die Kernforderungen des VDMA-Forums Gebäudetechnik sind:
- Gebäude als Gesamtsystem in den Mittelpunkt der Förderpolitik stellen
- Technologieoffen fördern und die jeweils fachlich anerkannte wirksamste und wirtschaftlichste Lösung vor Ort ermöglichen
- Kurzfristige Programmänderungen vermeiden und stattdessen Verlässlichkeit, Planbarkeit und eine gesicherte Finanzierung ohne Zweckentfremdung von Klima- und Transformationsfonds sowie Sondervermögen gewährleisten
- Keine Bevorzugung einzelner Bereiche, sondern eine ausgewogene Förderung von Neubau, Sanierung und Wärmeinfrastruktur
Damit will der VDMA keine Debatte über mehr oder weniger Geld befeuern, sondern eine Diskussion über die richtige Logik anregen. „Bei der BEG erleben wir ein Stop-and-Go und haben über Jahre einzelne Technologien überfördert. Gleichzeitig steht die Fernwärme, die für die Wärmewende entscheidend ist, im Verhältnis deutlich zurück“, sagt Christoph Singrün, Geschäftsführer VDMA Pumpen + Systeme.
Das Positionspapier steht unter „Anhänge“ zum Download bereit.
Das VDMA-Forum Gebäudetechnik wurde 2012 gegründet. Es setzt sich aus sechs Fachverbänden des VDMA zusammen:
- Allgemeine Lufttechnik
- Aufzüge und Fahrtreppen
- Automation + Management für Haus + Gebäude
- Armaturen inklusive Sanitärtechnik und -design
- Power Systems
- Pumpen + Systeme
Die rund 1.400 Mitgliedsunternehmen beschäftigen mehr als 110.000 Mitarbeiter.
cci328759
Jede Art der Vervielfältigung, Verbreitung, öffentlichen Zugänglichmachung oder Bearbeitung, auch auszugsweise, ist nur mit gesonderter Genehmigung der cci Dialog GmbH gestattet.








