Vertiv erwartet, dass Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und adaptive Flüssigkeitskühlung den Aufbau und den Betrieb von Rechenzentren künftig prägen werden. Schon jetzt treiben Kräfte wie extreme Verdichtung und Gigawatt-Skalierung diese Trends voran. Diese Erkenntnisse und Ausblicke hat der Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen in einem Bericht zusammengefasst.
Laut einem Bericht der Vertiv Group Corp., Westerville, Ohio/USA, einem weltweit tätigen Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, wird die Innovation im Bereich Rechenzentren weiterhin von makroökonomischen Kräften und Technologietrends im Zusammenhang durch KI geprägt. In einer Pressemitteilung vom 13. Januar verweist das Unternehmen auf seinen Bericht „Vertiv Frontiers“, der detailliert die Technologietrends bei Rechenzentren beschreibt.
„Die Rechenzentrumsbranche entwickelt die Art und Weise, wie sie Rechenzentren entwirft, baut, betreibt und wartet, in Abhängigkeit von Bereitstellungsanforderungen von KI-gesteuerten Unternehmen“, sagt Scott Armul, Chief Product and Technology Officer bei Vertiv.
Der Vertiv-Frontiers-Bericht beschreibt detailliert fünf Trends, die sich auf bestimmte Bereiche der Rechenzentrumslandschaft auswirken:
Stromversorgung für KI
Die meisten aktuellen Rechenzentren sind nach wie vor auf eine hybride Wechselstrom-/Gleichstrom-Stromverteilung vom Netz zu den IT-Racks angewiesen. Dieser bestehende Ansatz gerät unter Druck, da die Leistungsdichten steigen, was vor allem auf KI-Workloads zurückzuführen ist. Die Umstellung auf Gleichstromarchitekturen mit höherer Spannung ermöglicht laut Vertiv eine erhebliche Reduzierung des Stroms. Hybride Wechselstrom- und Gleichstromsysteme sind weit verbreitet, aber mit der Weiterentwicklung von vollständigen Gleichstromstandards und -geräten wird sich Gleichstrom mit höherer Spannung wahrscheinlich mit zunehmender Rack-Dichte weiter durchsetzen.
Verteilte KI
KI wird für Unternehmen immer wichtiger. Stark regulierte Branchen wie Finanzen, Verteidigung und Gesundheitswesen müssen aufgrund von Anforderungen an Datenresidenz und Sicherheit möglicherweise private oder hybride KI-Umgebungen über lokale Rechenzentren aufrechterhalten. Flexible, skalierbare Stromversorgungs- und Flüssigkeitskühlsysteme mit hoher Dichte könnten die Kapazität durch Neubauten oder die Nachrüstung bestehender Anlagen ermöglichen.
Energieautonomie beschleunigt sich
Die kurzfristige Stromerzeugungskapazität vor Ort ist seit Jahrzehnten für die meisten eigenständigen Rechenzentren von entscheidender Bedeutung, um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Investitionen in die Stromerzeugung vor Ort mittels Erdgasturbinen und anderer Technologien sind eine Möglichkeit. Technologiestrategien wie „Bring Your Own Power (and Cooling)” werden laut Vertiv wahrscheinlich Teil der laufenden Pläne zur Energieautonomie sein.
Digital-Twin-gesteuertes Design und Betrieb
Mithilfe von KI-basierten Tools können Rechenzentren über digitale Zwillinge virtuell abgebildet und spezifiziert werden. Die IT- und kritischen digitalen Infrastrukturen können in Form von vorgefertigten, modularen Designs integriert werden und als Recheneinheiten bereitgestellt werden, wodurch die Time-to-Token um bis zu 50 % reduziert wird („Time to Token“ ist die Verzögerung bei KI-Modellen, bis das erste Wort (Token) der Antwort erscheint).
Adaptive, robuste Flüssigkeitskühlung
KI-Workloads und -Infrastrukturen haben die Einführung der Flüssigkeitskühlung beschleunigt. Sie ist für immer mehr Betreiber zu einer geschäftskritischen Komponente geworden. Vertiv vermutet, dass KI zu einer wachsenden Leistungsfähigkeit von Flüssigkeitskühlung führen könnte. In Verbindung mit zusätzlichen Überwachungs- und Steuerungssystemen hat KI das Potenzial, Flüssigkeitskühlsysteme intelligenter und noch robuster zu machen, indem sie potenzielle Ausfälle vorhersagt und Flüssigkeiten und Komponenten effektiv verwaltet. Dieser Trend dürfte zu einer höheren Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von hochwertiger Hardware und den damit verbundenen Daten/Workloads führen, meint Vertiv.
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