300-seitige IWU-Studie: Wärmepumpen auch in Altbauten effizient

Fast 300 Seiten Studienergebnisse und eine 12-seitige Kurzfassung befassen sich mit Wärmepumpen in Altbauten. (Abb. © IWU)

Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um eine aktuelle IWU-Studie, die zeigt: Wärmepumpen arbeiten auch im Altbau effizient und wirtschaftlich. Szenarien zur Energiepreisentwicklung und Systemanalysen mit künftig hohen Anteilen fluktuierender regenerativer Energie verdeutlichen zudem, dass pauschale CO2-Emissionsfaktoren für Strom häufig nicht mehr sachgerecht sind.

Das von der Institut Wohnen und Umwelt GmbH, Darmstadt, durchgeführte Forschungsprojekt „Wärmepumpen-Praxis im hessischen Wohngebäudebestand“ bestätigt, dass Wärmepumpen auch in älteren, unsanierten und teilweise sanierten Wohngebäuden effizient betrieben werden können. In der vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum geförderten Studie wurden sehr umfassend Effizienz und Kosten sowie Betriebserfahrungen mit Wärmepumpen in 48 hessischen Gebäuden mit Baujahren vor 1994 ausgewertet.

Zentrale Ergebnisse der IWU-Studie sind:

  • Die durchschnittlichen Jahresarbeitszahlen der Wärmepumpen liegen – je nach Anlagentyp – zwischen 3,0 und 4,7.
  • Für gute Effizienzwerte sind niedrige Vorlauftemperaturen und eine sorgfältige Planung, einschließlich Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich, von besonderer Bedeutung.
  • Die durchschnittlichen Installationskosten liegen bei rund 30.000 €.
  • Die Mehrheit der befragten Gebäudeeigentümer zeigt sich mit ihrer Wärmepumpenanlage zufrieden.

Zudem werden in dem Forschungsprojekt anhand von zwei Szenarien zur Energiepreisentwicklung die Wirtschaftlichkeit der Modernisierung von Ölheizungen mit der Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpenanlagen bei einem Einfamilien- und einem Mehrfamilienhaus verglichen. Systemanalysen unter zukünftigen Stromerzeugungsbedingungen mit hohen Anteilen fluktuierender regenerativer Energie verdeutlichen zudem, dass pauschale CO₂-Emissionsfaktoren für Strom häufig keine sachgerechte Bewertungsgrundlage der CO2-Emissionen mehr darstellen. Direktelektrische Heizsysteme würden auf diese Weise zu günstig und bivalente Wärmepumpen zu ungünstig bewertet. Laut IWU können bivalente Wärmepumpensysteme (Wärmepumpe plus Erdgas-Kessel) im Gesamtsystem ähnlich vorteilhaft abschneiden wie monovalente Systeme. Weitere Untersuchungen im Gesamtenergiesystem zeigen ferner, dass der frühzeitige Einsatz von Wärmepumpen auch in unsanierten Gebäuden zu einer deutlichen Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen kann und zugleich Lock-in-Effekte (langfristige Technologiebindung) durch erneute Heizkesselinvestitionen vermeidet.

„Mit dieser Untersuchung konnten wir die unterschiedlichen Aspekte des Wärmepumpeneinsatzes in Bestandsgebäuden direkt in der Praxis beleuchten“, erläuterte Marc Großklos, Projektleiter des Vorhabens, anlässlich der Veröffentlichung des fast 300 Seiten umfassenden Endberichts im Oktober 2025. Dieser steht unter „Anhänge“ kostenlos zum Download bereit. Dort findet sich ferner eine Zusammenfassung der Erkenntnisse in einer Broschüre für Hauseigentümer (12 Seiten).

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