Millionenförderung für Energiemanagement im Gebäudesektor

Iconag-Geschäftsführer Christian Wild: „Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines sektorenübergreifenden, intelligenten Energiemanagementsystems, das Strom, Wärme und Mobilität ganzheitlich betrachtet und optimiert.“ (Abb. © Iconag)

Das Forschungsprojekt „HIP-EMIL“ hat einen Förderbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten. Mit rund 2,14 Mio. € Förderung arbeiten Iconag sowie Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft an einem intelligenten, sektorenübergreifenden Energiemanagement für Gebäude.

Das Forschungsprojekt „HIP-EMIL“ („Holistisches interaktives prädiktives Energiemanagement über modellbasierte intelligente Lernmethoden“) hat den bewilligten Förderbescheid vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) erhalten. Die Gesamtfördersumme beträgt rund 2,14 Mio. € bei Projektkosten von etwa 2,86 Mio. €. Ziel des Verbundvorhabens ist es, einen Beitrag zur Wärmewende und zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudesektor zu leisten. Als ausführendes Unternehmen am Forschungsprojekt beteiligt und Teil des Verbundkonsortiums ist die Iconag-Leittechnik GmbH, Idar-Oberstein. In einer Pressemitteilung schreibt das rheinland-pfälzische Softwarentwicklungsunternehmen, dass der Gebäudesektor rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland verursacht. Gleichzeitig wandeln sich Gebäude zunehmend von reinen Energieverbrauchern zu flexiblen Erzeugern, Speichern und Nutzern von Energie, etwa durch Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmespeicher oder Elektromobilität. „Genau hier setzt HIP-EMIL an“, erklärt Iconag-Geschäftsführer Christian Wild. Er erklärt: „Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines sektorenübergreifenden, intelligenten Energiemanagementsystems, das Strom, Wärme und Mobilität ganzheitlich betrachtet und optimiert. Abhängig von individuellen Zielsetzungen – beispielsweise minimaler CO2-Ausstoß, geringe Energiekosten oder Netzentlastung – soll das Gesamtsystem vorausschauend und effizient gesteuert werden.“
Kern des Projekts ist die Verbindung datenbasierter Methoden der künstlichen Intelligenz mit physikalisch fundierter Modellierung aus dem Ingenieurwesen. Durch diese hybride Herangehensweise sollen prädiktive Energiemanagementsysteme entstehen, die mit geringerem Rechen- und Engineeringaufwand auskommen und zugleich praxistauglich sind. Im Unterschied zu heute verbreiteten, meist starren Lösungen sollen die entwickelten Verfahren laut Iconag flexibel auf unterschiedliche Gebäudetypen übertragbar sein – vom Einfamilienhaus bis zum Industriestandort. Ziel ist eine universell einsetzbare Energiemanagement-Infrastruktur.
Zum Verbundkonsortium gehören neben Iconag die Hochschule Trier mit dem Umweltcampus Birkenfeld, die Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Kaiserslautern, sowie die Unternehmen IS Predict GmbH, Saarbrücken, Schoenenergie GmbH, Hetzerath, und Aimpera GmbH, Trier.
Nach Projektende sollen die entwickelten Verfahren prototypisch in die Software der beteiligten Unternehmen und ausgewählter Anwender integriert werden. „Iconag wird die entwickelten Modelle in realen Use-Cases erproben“, erläutert Wild näher. „Dabei wird entsprechend der AMEV-Empfehlung der BACtwin für öffentliche Gebäude als Standard-Datenmodell zugrunde gelegt. Nach erfolgreicher Validierung durch Erreichung der angestrebten Ziele werden die HIP-EMIL-Funktionen als Modul in der Software von Iconag bereitgestellt.“ Zwei bis drei Jahre später ist die Überführung in industrielle Softwareportfolios vorgesehen.

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