Verbände fordern Nachbesserungen an geplanter BEG-Reform

Die geplante Neugestaltung der BEG-Förderung durch die Bundesregierung stößt bei Branchenverbänden auf ein geteiltes Echo. (Abb. © KI-generiert mit ChatGPT für cci Dialog)

Nach der Veröffentlichung der Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Neugestaltung der Gebäudeförderung (BEG) haben mehrere Branchenverbände Stellung genommen. Zwar wird die Fortführung der Förderung grundsätzlich begrüßt, zugleich sehen BDH, ZVSHK, GdW und BWP an zahlreichen Stellen Nachbesserungsbedarf.

Nach Vorlage der Eckpunkte zur Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) am 8. Juli durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) (siehe cci326624) haben Branchenverbände die angekündigte Fortführung der Förderung bis 2029 grundsätzlich begrüßt. Allerdings gibt es auch Kritik an einzelnen Regelungen. So verweist der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), Köln und Berlin, darauf, dass die angekündigten halbjährlichen Anpassungen erst noch ihre Praxistauglichkeit beweisen müssten. Auch bestehe nach der Verbändeanhörung weiterhin Klärungsbedarf. Kritisch sieht der BDH insbesondere die stärkere Priorisierung von Wärmenetzen. Zugleich unterstreicht der Verband die zentrale Bedeutung der BEG-Förderung für das Gelingen einer nachhaltigen Wärmeversorgung. „Die BEG ist ein Erfolgsprojekt“, sagt BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt: „Sie schafft gemeinsam mit einem technologieoffenen Rechtsrahmen die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit für Hauseigentümer, Handwerk und Industrie.“

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), Sankt Augustin, kritisiert vor allem das kurzfristige Vorgehen. ZVSHK-Präsident Michael Hilpert erklärt: „Die kurzfristige Neuordnung der BEG-Förderung kommt überraschend zu einem Zeitpunkt, an dem Verlässlichkeit und Planungssicherheit dringend notwendig wären.“ Zudem seien Handwerk und Praxis nicht einbezogen worden. Offen seien unter anderem Fragen zu Übergangsfristen, Feinstaubgrenzwerten sowie zum Local-Content-Bonus (Anm. d. Red.: geplanter Förderbonus für Wärmepumpen, die im Europäischen Wirtschaftsraum produziert wurden). Gleichzeitig fordert der ZVSHK als Ausgleich für geringere Zuschüsse unter anderem niedrigere Strompreise und weniger Bürokratie.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, Berlin, sieht vor allem Nachteile für Mehrfamilienhäuser. GdW-Präsident Axel Gedaschko warnt: „Diese Kürzungspläne sind das falsche Signal. Wer jetzt bei der Gebäudeförderung den Rotstift ansetzt, gefährdet nicht nur die Klimaziele, sondern belastet am Ende direkt die Mieterinnen und Mieter.“ Der Verband fordert, die Kürzungspläne zu überarbeiten und die Förderung langfristig verlässlich und planbar auszugestalten.

Auch der Bundesverband Wärmepumpe (BWP), Berlin, warnt vor Kürzungen. BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel erklärt: „Die Kürzungen gehen an die Grenze dessen, was der Wärmepumpenmarkt verkraften kann.“ Gleichzeitig sei es jedoch ein wichtiges Signal, dass die BEG in ihrer Grundsystematik erhalten bleibt. Mit Blick auf das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) fordert der Bundesverband eine spürbare Senkung der Strompreise, den Erhalt des Effizienzbonus für Erdwärme sowie ausreichend Übergangszeit bei neuen Vorgaben für Kältemittel. „Die Industrie hat sich bei der Entwicklung von Lösungen mit natürlichen Kältemitteln auf den Zeitplan der geltenden BEG eingestellt. Diese Planungssicherheit sollte man ihr weiterhin geben“, so Sabel.

Dass die Kunden in großer Zahl mit der Qualität der installierten Wärmepumpen zufrieden sind, zeigt eine neue Umfrage des Meinungs- und Marktforschungsinstituts Forsa, Berlin, im Auftrag des BWP. Die Ergebnisse wurden am 10. Juli im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt. „Die Zufriedenheit mit der Wärmepumpe ist nach wie vor außerordentlich hoch“, sagt Forsa-Geschäftsführer Peter Matuschek. Das Institut hat vom 25. Mai bis 11. Juni dieses Jahres 801 Hausbesitzer befragt, die sich beim letzten Heizungstausch im Gebäudebestand für eine Wärmepumpe entschieden haben. 70 % sind mit dem Betrieb ihrer Wärmepumpe sehr zufrieden, 24 % „eher zufrieden“ und nur 2 % unzufrieden. 96 % der befragten Hausbesitzer mit Wärmepumpe würden sich rückblickend erneut für eine Wärmepumpe entscheiden.
Die Befragung zeigt darüber hinaus Informationsbedarf bei der Förderung: Lediglich 6 % der Befragten gaben an, über die aktuellen Fördermöglichkeiten beim Einbau einer Wärmepumpe sehr gut Bescheid zu wissen. 27 % wissen „eher gut“, 52 % „weniger gut“ und 13 % „gar nicht“ Bescheid über die Fördermöglichkeiten.

Die Bedeutung der BEG-Heizungsförderung unterstreichen die aktuellsten Förderzahlen: Von Januar bis Ende Mai 2026 wurden für Wohngebäude 156.069 Heizungsförderungen als Einzelmaßnahmen bewilligt, einschließlich Kombinationsmaßnahmen waren es 159.845 Förderfälle. Rund 90 % der bewilligten Heizungsförderungen entfielen dabei auf elektrisch angetriebene Wärmepumpen (Förderfälle: 140.541 als Einzelmaßnahme/142.415 einschließlich Kombinationsmaßnahmen). Am häufigsten gefördert wurden in diesem Zeitraum Luft/Wasser-Wärmepumpen mit 130.541 Förderzusagen. Eine detaillierte Auswertung finden Sie hier.

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