Kommunale Wärme braucht einen Plan – und gute Kommunikation

Von der Planung zur Umsetzung: Kommunen und Stadtwerke können mit frühzeitiger Kommunikation Akzeptanz für die Wärmewende schaffen und ihre Rolle als Ansprechpartner vor Ort stärken. (Abb. © trurnit Pressewerk GmbH)

Was ist der Stand der kommunalen Wärmeplanung? Während Kommunen und Stadtwerke die Wärmeversorgung von morgen planen, fragen sich jedoch viele Menschen: Was bedeutet das für mein Zuhause? Wie groß der Kommunikationsbedarf ist, zeigt eine im September veröffentlichte Befragung von Kommunen zum Thema kommunale Wärmeplanung.

Die kommunale Wärmeplanung hat vielerorts eine neue Phase erreicht: Die Pläne stehen häufig, nun sollen daraus konkrete Projekte werden. Während Kommunen und Stadtwerke die Wärmeversorgung von morgen planen, haben Bürger Fragen. Die im September veröffentlichte Kommunenbefragung 2026 des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) zeigt, wie groß der Kommunikationsbedarf ist: 83 % der 778 teilnehmenden Städte, Gemeinden und Landkreise sehen zusätzlichen Bedarf, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern.

Bis 2045 soll die Wärmeversorgung in Deutschland treibhausgasneutral sein. Für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern endete die gesetzliche Frist zur Erstellung eines Wärmeplans am 30. Juni 2026. Kleinere Kommunen haben grundsätzlich noch bis Mitte 2028 Zeit. Laut KWW-Befragung befinden sich bereits 40 % der teilnehmenden Kommunen in der Umsetzungsphase, weitere 32 % erarbeiten ihre Pläne noch.
Wo Wärmepläne vorliegen, stehen häufig noch Machbarkeitsstudien, Wirtschaftlichkeitsprüfungen und politische Entscheidungen an. Wie groß die Herausforderungen sind, zeigt eine weitere Zahl der KWW-Befragung: 54 % der befragten Kommunen halten das Zielszenario ihres Wärmeplans für eher unrealistisch oder unrealistisch. Ein kommunaler Wärmeplan zeigt zunächst mögliche Wege für die künftige Versorgung auf. Er verpflichtet Eigentümer nicht zum Heizungstausch und garantiert keinen späteren Wärmenetzanschluss.

Die Wärmeplanung bietet Kommunen und Stadtwerken zugleich die Chance, sich als Gestalter der künftigen Wärmeversorgung zu positionieren. Während Kommunen die langfristige Entwicklung planen, bringen Stadtwerke vielerorts ihr technisches Wissen ein und setzen konkrete Versorgungsprojekte um. Wichtig ist dabei eine enge Abstimmung zwischen Kommunen, Stadtwerken, Netzbetreibern und Planungsbüros. Ein gemeinsames Kommunikationskonzept klärt Zuständigkeiten, legt zentrale Botschaften fest und regelt, wann und über welche Kanäle die Öffentlichkeit informiert wird. So können alle Beteiligten mit einer Stimme sprechen und widersprüchliche Erwartungen vermeiden.

Die Trurnit Pressewerk GmbH, Engstingen, eine PR-Agentur für Stadtwerke, Netzbetreiber und kommunale Unternehmen, hat vier Empfehlungen, mit denen Kommunen und Stadtwerke die Wärmewende verständlich begleiten können:

1. Früh ins Gespräch kommen, statt fertige Pläne präsentieren: Die Kommunikation sollte bereits während der Wärmeplanung beginnen. Informationsveranstaltungen und Dialogformate helfen, Fragen und Anliegen der Menschen frühzeitig aufzugreifen. Wichtig ist auch, anschließend zu zeigen, wie Rückmeldungen berücksichtigt werden.

2. Wärmeplanung in Alltagsfragen übersetzen: Technische Karten und Fachbegriffe allein bieten wenig Orientierung. Was bedeutet der Wärmeplan für mein Zuhause? Welche Heizlösungen kommen infrage? Mit welchen Kosten muss ich rechnen? Kommunen und Stadtwerke sollten solche Fragen verständlich beantworten und auf Beratungs- und Förderangebote hinweisen.

3. Klar zwischen Planung und Zusage unterscheiden: Ein mögliches Wärmenetzgebiet ist noch keine Anschlusszusage. Deshalb sollten Kommunen und Stadtwerke zwischen beschlossenen Maßnahmen, laufenden Prüfungen und langfristigen Perspektiven unterscheiden. Öffentlich zugängliche Projektstände zeigen, was geplant ist und wann Entscheidungen anstehen.

4. Kontinuierlich informieren und erreichbar bleiben: Eine Pressemitteilung oder Bürgerversammlung allein reicht nicht aus. Eine zentrale Website mit aktuellen Informationen, lokale Pressearbeit und soziale Medien halten die Menschen auf dem Laufenden. Bei konkreten Bauvorhaben ergänzen Anwohnerschreiben und Veranstaltungen im Quartier die Kommunikation. Feste Ansprechpartner helfen bei individuellen Fragen.

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