Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um eine Studie, die sich ursprünglich ausschließlich mit Wandsystemen zur Heizung und Kühlung beschäftigen sollte, aber im Verlauf um Decken- und Bodensysteme erweitert wurde. Erstmals liegen damit Ergebnisse zur thermischen Behaglichkeit für alle Arten von Flächentemperiersystemen vor – ermittelt unter vergleichbaren Bedingungen fürs Heizen und Kühlen.
Wandheizungen und Wandkühlungen führen bislang eher ein Schattendasein – in der Forschung ebenso wie in der Praxis. Und das, obwohl sie gerade bei der Sanierung interessante Möglichkeiten eröffnen. Gemeinsam haben nun die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) und der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) eine Studie vorgelegt, die diese Lücke schließen soll:
- „Potenzial von Wandheizungen und -kühlungen zur Steigerung der thermischen Behaglichkeit und zur Reduktion von Wärmeenergie“.
Auftraggeber war das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Im Rahmen des Forschungsprogramms Zukunft Bau wurden nach dem Start des Forschungsprogramms über dessen ursprünglichen Ansatz hinaus neben Wandheizungen sämtliche Flächentemperiersysteme in die Untersuchungen einbezogen. Erstmals liegen damit Ergebnisse zur thermischen Behaglichkeit von Wand-, Boden- und Deckentemperiersystemen vor, die unter vergleichbaren Bedingungen im Heiz- und Kühlbetrieb ermittelt wurden, so die Verfasser.
Zum Einsatz kamen dafür eine Zwei-Zonen-Klimakammer, ein thermisches Manikin, hochauflösende Messverfahren, Gebäudesimulationen und Versuche mit Testpersonen. Im Fokus stand die Frage, wie Menschen unterschiedliche Strahlungstemperaturen tatsächlich empfinden und ob gängige Behaglichkeitsmodelle dieses Empfinden zutreffend abbilden.
Die Ergebnisse der Studie werfen, so die Ersteller, ein neues Licht auf die bislang wenig beachteten Wandsysteme. Sie deuten darauf hin, dass die Position der temperierten Fläche für die thermische Behaglichkeit weniger entscheidend ist als vielfach angenommen. Zugleich zeigen sich deutliche Abweichungen zwischen den nach den Modellen PMV (Fanger) und UCB (University of California Berkeley) berechneten und den subjektiv empfundenen Behaglichkeitswerten. Das könnte Konsequenzen für die Bewertung von Raumklimata und die Weiterentwicklung einschlägiger Normen haben. Für die Praxis besonders relevant: Flächenheiz- und Kühlsysteme ermöglichen hohe Behaglichkeit bei vergleichsweise niedrigen Raumlufttemperaturen. Damit bieten sie in Kombination mit Wärmepumpen und anderen Niedertemperatur-Wärmeerzeugern gute Voraussetzungen für einen energieeffizienten Gebäudebetrieb, so das Fazit der Studie.
Eine ausführliche Zusammenfassung des 115-seitigen Abschlussberichts (plus 129 Seiten Anlagen mit den Fragebögen der Testpersonen) findet sich unter Artikelnummer cci329409 in cci Wissensportal.
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