
Danfoss und Engie Refrigeration haben heute auf der Chillventa ein gemeinsames Entwicklungsprojekt zum Einsatz von Isobutan in Hochleistungskälteanlagen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht ein ölfreier Zentrifugalverdichter. Zudem wurde bekannt, dass Hacker über Danfoss-Controller die Tiefkühlung von Supermärkten in Frankreich in den Auftaumodus gesetzt haben sollen.
Danfoss A/S, Nordborg/Dänemark, und die Engie Refrigeration GmbH, Lindau, haben heute auf der Chillventa ein gemeinsames Entwicklungsprojekt vorgestellt. Darin untersuchen die Unternehmen den Einsatz von Isobutan (R600a, GWP 0) in Hochleistungskälteanlagen.
Vorgestellt wurde das Projekt von Kristian Strand, Präsident des Geschäftsbereichs Danfoss Climate Solutions, Fabio Klein, Divisional President Commercial Compressors bei Danfoss, Engie-Geschäftsführer Jochen Hornung und Jörn Stiegelmeier, Bereichsleiter Technologie & Entwicklung (CTO) bei Engie.
Im Mittelpunkt steht der „Turbocor TNS385“, der erste ölfreie Verdichter von Danfoss, der für den Einsatz mit R600a entwickelt wurde. Der ölfreie Zentrifugalverdichter mit Magnetlagern basiert auf der TTS/TGS-Plattform und liefert eine Nennkälteleistung von 385 kW für luftgekühlte Komfortklimaanlagen. Er ist für luftgekühlte Flüssigkeitskühlsätze und Anwendungen zur Kühlung von Rechenzentren optimiert.
Nach erfolgreicher Validierung im Labor wird die Technologie nun in einer Kältemaschine umfassend getestet. Die Erkenntnisse sollen in die Entwicklung einer zukünftigen Kältemaschinenplattform von Engie einfließen. Beide befinden sich noch in der Entwicklung und sind nicht im Handel erhältlich.
„Mit Engie haben wir den optimalen Partner für die Zusammenarbeit gefunden, da das Unternehmen eine hohe Expertise im Bereich Chiller hat“, sagte Klein. Die Zusammenarbeit begann vor drei Jahren. 2024 wurde dann der erste Prototyp gebaut. „Wir sind noch in der Entwicklungsphase, haben aber ein sehr gutes Testmodell, das seit sechs Monaten läuft“, sagte Hornung. Die Betriebs- und Sicherheitsaspekte beim Einsatz von Isobutan als brennbares A3-Kältemittel hatten bei diesem Projekt einen hohen Stellenwert, so Hornung weiter. Stiegelmeier zufolge soll der Verdichter Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 den Serienstand erreichen. Geplant ist ein künftiger Einsatz in der Komfortkühlung großer Gebäude wie Gewerbeimmobilien, Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen.
Das gemeinsame Entwicklungsprojekt war allerdings nicht das einzige Danfoss-Thema auf der Chillventa. Während der Messe wurde bekannt, dass Hacker über Danfoss-Controller die Tiefkühlung mehrerer hundert Supermärkte in Frankreich in den Auftaumodus gesetzt haben. Medienberichten zufolge könnte daraus ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden sein.
Wie Danfoss gegenüber cci Branchenticker mitteilt, ist die Mehrheit der betroffenen Geräte mit älteren Controllern der Typen „AK-SM800“ und „AK-SC355“ ausgestattet. Diese seien nicht mit der neuesten Firmware betrieben worden und weder hinter einer Firewall noch über eine VPN-Verbindung abgesichert gewesen. Dennoch nehme Danfoss diese Vorfälle sehr ernst und stehe in engem Kontakt mit den betroffenen Kunden, um sie bei der Bewältigung der Situation zu unterstützen und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung umzusetzen. Dazu gehören Firmware-Updates, eine verstärkte Netzwerksicherheit sowie – wo dies möglich ist – die Beseitigung eines direkten Zugriffs aus dem Internet. Andrea Voigt, Vice President Public Affairs bei Danfoss, erklärte, dass man nun aktiv auf Kunden zugehe. Betroffen seien ausschließlich Supermärkte. In anderen Branchen kämen die Controller nicht zum Einsatz, sodass es zu dem Sicherheitsvorfall nur vereinzelt Nachfragen von Messebesuchern gebe.
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