dena stellt serielles und konventionelles Sanieren gegenüber

Die Studie untersucht unter anderem die Treibhausgasemissionen von seriellen und konventionellen Sanierungsmaßnahmen im Gebäudesektor im Vergleich zum unsanierten Bestand. (Abb. © Screenshot dena)

Die Pilotstudie „Studie zur Lebenszyklusanalyse im seriellen Sanieren“ der dena zur Lebenszyklusanalyse in der seriellen Sanierung vergleicht erstmals Treibhausgasemissionen und Kohlenstoffspeicherfähigkeit bei serieller und konventioneller Sanierung. Die Studie untersucht die Klimawirkung von Sanierungen über einen Zeitraum von 50 Jahren.

Serielle Sanierung kann die Treibhausgasemissionen von Wohngebäuden über deren verbleibende Lebenszeit deutlich reduzieren. Das zeigt die neue dena-Publikation „Studie zur Lebenszyklusanalyse im seriellen Sanieren“ des dena-Kompetenzzentrums Serielles Sanieren zur Lebenszyklusanalyse (LCA). Im untersuchten Modellprojekt sinken die Treibhausgasemissionen je nach Sanierungsvariante zwischen 74 und 81 %. Zur Begrifflichkeit: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise definiert die serielle Sanierung als energetische Sanierungen, die mit Hilfe von modular vor­gefertigten Fassaden­elementen durch­geführt werden. Diese Elemente ermöglichen eine schnellere Montage vor Ort im Vergleich zu herkömmlichen Materialien.

Die von der dena beauftragte Studie, die von der Weberbrunner Architektur AG, Berlin und Zürich, und dem Beratungsbüro FrieNa – Friedel Nachhaltigkeitsberatung, Berlin, durchgeführt wurde, untersucht die Klimawirkung von Sanierungen über einen Zeitraum von 50 Jahren. Modellprojekte sind zwei unsanierte Mehrfamilienhäuser der TAG Immobilien AG in Salzgitter, Baujahr 1962 mit Energieeffizienzklasse F. Im Jahr 2026 wurden sie mit vorgefertigten Holzständerelementen seriell saniert und auf den Effizienzhausstandard EH 55 gebracht. In drei Szenarien werden verwendete Baustoffe und Bauteile, die TGA sowie der Energiebedarf in der Nutzungsphase betrachtet, um die Klimawirkung über den verbleibenden Lebenszyklus zu vergleichen. Die Szenarien „unsaniert“ und „konventionell saniert“ werden für die LCA-Betrachtung anhand der vorliegenden Daten simuliert.

Die Ergebnisse zeigen, dass die serielle Sanierung über den verbleibenden Lebenszyklus leichte Vorteile bietet: Gegenüber dem unsanierten Referenzzustand reduziert die konventionelle Sanierung die Treibhausgasemissionen um rund 74 %, die serielle Sanierung um rund 79 %. Eine materialoptimierte serielle Variante erreicht rund 81 %. Ausschlaggebend sind unter anderem geringere Emissionen in der Konstruktion sowie geringere Wärmeverluste. Der gezielte Einsatz nachwachsender Rohstoffe (NaWaRo) und recycelter Materialien verbessert die Klimabilanz zusätzlich. Im untersuchten Modellprojekt spart die serielle Sanierung so rund 3.000 t CO₂-Äquivalente gegenüber dem unsanierten Gebäude ein.

Ein PDF der „Studie zur Lebenszyklusanalyse im seriellen Sanieren“ steht unter „Anhänge“.

 

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