Euredia: Neuer Verband der Kältemittelhändler und -aufbereiter in Europa

Aktuelles Schmuggel-Beispiel: Die spanische Polizeieinheit Guardia Civil hat bei einer Razia 1.000 Behälter mit F-Gas und mehrere Tausend Euro beschlagnahmt. (Abb. © La Guardia Civil)

Der illegale Handel mit Kältemitteln bleibt eine wachsende Herausforderung für den EU-Markt. Kriminelle Netzwerke nutzen zunehmend Vollzugslücken und regulatorische Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten aus. Um diesen Missstand zu bekämpfen, haben europäische Kältemittelhändler und -aufbereiter den Verband Euredia gegründet.

Ende Juni hat die European Refrigerants Distributors and Reclaimers Association (Euredia), Brüssel, ein neuer europäischer Verband der Kältemittelhändler und -aufbereiter, ihre Aktivitäten aufgenommen. Ziel ist es, die Umsetzung der EU-Klimagesetzgebung zu unterstützen und die Integrität des europäischen Kältemittelmarktes zu stärken. Nach Informationen des Gründungsmitglieds A-Gas, Portishead, Bristol/Großbritannien, ist Euredia der erste paneuropäische Verband, der Distributoren, Abfüller und Aufbereiter von Kältemitteln vertritt. Die Mitgliedsunternehmen setzen sich dafür ein, dass in der EU in Verkehr gebrachte Kältemittel am Ende ihres Lebenszyklus rechtskonform, sicher und verantwortungsvoll zurückgewonnen und verarbeitet werden.

Die Verbandsgründung erfolgt laut A-Gas zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Branche: Die EU setzt derzeit die überarbeitete F-Gase-Verordnung um und treibt den schrittweisen Abbau fluorierter Gase voran. Gleichzeitig gefährden illegaler Handel, eine uneinheitliche Durchsetzung sowie Unterschiede in der Umsetzung zwischen den Mitgliedstaaten weiterhin sowohl die Klimaziele als auch faire Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt.

„Bei Distributoren und Aufbereitern wird die EU-Kältemittelpolitik zur praktischen Realität“, sagte Vorsitzender Hans Craen, der bei A-Gas mit dem Bereich Government Affairs Europe betraut ist. Er führt weiter aus: „Unsere Mitglieder konzentrieren sich auf die Einhaltung von Vorschriften, die Rückgewinnung und den rechtmäßigen grenzüberschreitenden Verkehr von Kältemitteln über deren gesamten Lebenszyklus hinweg. Euredia wurde gegründet, um dieses praktische Fachwissen direkt in die europäische politische Debatte einzubringen.“ Der Verband setzt sich daher für stärkere Vollzugskapazitäten, eine bessere Koordinierung von Zoll- und Marktüberwachungsbehörden, eine verbesserte Rückverfolgbarkeit sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und EU-Institutionen ein.

Auch die Kreislaufwirtschaft ist ein zentrales Anliegen von Euredia. Die Aufbereitung – also die Wiederherstellung gebrauchter Kältemittel auf Neuwarenqualität – spielt eine entscheidende Rolle bei der Emissionsminderung und der Reduzierung des Bedarfs an neu produzierten Gasen. Der Verband unterstützt Maßnahmen, die die Aufbereitungskapazitäten stärken, die Rückgewinnungspraktiken verbessern und die Transparenz entlang der zirkulären Wertschöpfungskette erhöhen.

Euredia vertritt zehn Gründungsmitglieder mit Standorten in Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Schweden. Zu den Gründungsmitgliedern zählen A-Gas, Beijer Ref, Climalife, Gazechim, General Gas, Grit, Kontes, Nippon Sanso, Tazzetti und Westfalen (zu allen Mitgliedern).

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