Gleichzeitig heizen und kühlen: Mehrrohr-Wärmepumpen einfach erklärt

Von außen ist kaum ein Unterschied zu sehen, aber Dank ihres Innenlebens können Mehrrohr-Wärmepumpen – anders als Wärmepumpen und Wasserkühlsätze konventioneller Bauart – gleichzeitig heizen und kühlen. (Abb. © Trane Deutschland)

Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um luftgekühlte Mehrrohr-Wärmepumpen. Diese können gleichzeitig heizen, kühlen und Wärme rückgewinnen. Das spart Investitions- und Betriebskosten und senkt die CO2-Emissionen. Vor allem in Übergangszeiten mit unterschiedlichen Lasten in einzelnen Gebäudezonen spielen Mehrrohr-Wärmepumpen ihre Vorteile aus.

Mehrrohr-Wärmepumpen (Luft/Wasser), auch Vierrohr- oder Mehrzweck-Anlagen genannt, gewinnen bei Komfortanwendungen an Bedeutung. Ihr Vorteil: Sie können Gebäude gleichzeitig heizen und kühlen und zudem Wärme rückgewinnen. Statt bei der Kühlung entstehende Abwärme ungenutzt an die Umgebung abzuführen, wird diese im Gebäude dort eingesetzt, wo Heizbedarf besteht. Gerade in Übergangszeiten mit zeitgleich unterschiedlichen Lasten in einzelnen Zonen verspricht das hohe Energieeinsparungen.

Nach Angaben von Eurovent Market Intelligence, Paris/Frankreich, hat sich der europäische Markt für Mehrrohr-Wärmepumpen in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Grund dafür sind vor allem niedrigere Betriebskosten und geringere CO2-Emissionen gegenüber Wärmepumpen und Wasserkühlsätzen konventioneller Bauart. Da Mehrrohr-Wärmepumpen Wärme und Kälte zeitgleich in einem integrierten System bereitstellen, sparen sie ferner Platz und reduzieren den Aufwand für Installation und Wartung.

Technisch fallen Mehrrohr-Wärmepumpen vor allem dadurch auf, dass sie über drei Wärmeübertrager verfügen. Neben den üblichen Wärmeübertragern zur Verdampfung und Verflüssigung des Kältemittels ermöglicht ein zusätzlicher Wärmeübertrager die Rückgewinnung überschüssiger Wärme. Zudem arbeitet die Technologie mit variabler Kältemittelfüllung, angepasst an die jeweilige Betriebsart. Für die Bewertung der Effizienz genügen deshalb nicht mehr die Leistungskennwerte COP (Heizen) und EER (Kühlen). Stattdessen muss dafür eine Gesamtkennzahl TER (Total Efficiency Ratio) herangezogen werden. Hohe TER-Werte zeigen, dass Heiz- und Kühlbedarf im Gebäude weitgehend intern ausgeglichen werden können.

In cci Wissensportal werden weitere Kennzeichen und Vorteile von Mehrrohr-Wärmepumpen ausführlich in einem Fachbeitrag erläutert (siehe cci326888).

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