Kommentar: Diese Gesetze versprechen rosige Zeiten für TGA und LüKK

Dr.-Ing. Manfred Stahl (Abb. © cci Dialog)

Sofern Vorgaben in aktuellen Gesetzen und Verordnungen zum Energiesparen in Gebäuden tatsächlich in die Realität umgesetzt werden, könnten in den kommenden Jahren goldene Zeiten für Unternehmen der TGA und LüKK anbrechen. Allerdings sind dafür noch einige Hemmnisse zu bewältigen, die aus Gold auch schnell Silber oder Bronze machen könnten.

Nach mehreren Jahren der Flaute in der TGA und LüKK sehe ich derzeit Perspektiven für Planer, Fachunternehmen und Hersteller, die ihnen für Jahrzehnte eine rosige Zukunft bescheren könnten. Für diese – gewagte? – Prognose verweise ich auf Vorgaben in aktuellen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, die alle das Thema „Energiesparen in Gebäuden“ behandeln. Dazu einige Beispiele.

– Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) fordert für energetisch schlechte Nichtwohngebäude umfangreiche Renovierungen zur Senkung von deren Energieverbräuchen. Schätzungen der Bundesregierung zufolge müssen bis Ende 2035 rund 300.000 betroffene Gebäude auf ein vorgegebenes Mindesteffizienzniveau saniert werden. Investitionskosten: etwa 1,2 Mrd. € pro Jahr.

– Laut Referentenentwurf eines „Gesetzes zur energetischen Sanierung und Erfassung des Gebäudebestands öffentlicher Einrichtungen (ÖffEGSanG)“ sollen von 2027 bis 2040 jährlich 3 % der Gesamtfläche der Gebäude, die sich im Besitz von Bund, Ländern oder Kommunen befinden, auf einen Niedrigstenergiestandard modernisiert werden. Investitionskosten: rund 4,7 Mrd. € pro Jahr (siehe cci333101).

– Darüber hinaus enthält das GModG verschärfte Anforderungen zur Durchführung energetischer Inspektionen an Klimaanlagen. Dabei werden ab 2027 die Inspektionsfristen deutlich verkürzt und der Geltungsbereich wird um Inspektionspflichten an Lüftungsanlagen erweitert. Zu erwähnen sind zudem die per Gesetz geforderten Nachrüstungsvorgaben für Gebäudeautomationsanlagen.

Sofern diese bislang nur auf dem Papier stehenden Forderungen tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, sehe ich für TGA und LüKK für viele Jahre immense Potenziale und wohl auch volle Auftragsbücher. Dafür sorgen beispielsweise der Ersatz alter durch neue, effiziente Anlagen, Nachrüstungen von Lüftungs-, Klima- und MSR-Anlagen sowie Optimierungen von Bestandsanlagen. On top kommen noch jährlich zigtausend energetische Sanierungen von Wohngebäuden hinzu.

Dass es in der Branche wieder bergauf geht, zeigt auch eine Umfrage des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima von Oktober bei rund 2.000 Fachbetrieben. Insbesondere aufgrund steigender Nachfrage bei Heizung, Lüftung und Klima ist die Beurteilung der Geschäftslage innerhalb eines Jahres von 38,8 auf 53,9 % gestiegen. Der durchschnittliche Auftragsbestand stieg von 10,1 auf 15,1 Wochen, Betriebe melden eine Auslastung von 90,8 %, so berichtet der Verband.

Diesen für die Branche erfreulichen Perspektiven stehen aber einige Hemmnisse gegenüber:

– Hat die Branche genügend personelle Kapazitäten, um über Jahre hinweg diese immensen Herausforderungen stemmen zu können?

– Wie können Besitzer der betroffenen Gebäude „motiviert“ werden, den Forderungen der Gesetze nachzukommen und die notwendigen Investitionen in Renovierungen auch zu tätigen?

– Und wer kontrolliert eigentlich das Einhalten der gesetzlichen Vorgaben? Dass es hier oft erhebliche Versäumnisse gibt, zeigt beispielsweise die Statistik zu jährlich durchgeführten energetischen Inspektionen an Klimaanlagen, die weit hinter den eigentlichen gesetzlichen Vorgaben liegen (siehe cci313604).

Es ist Aufgabe des Staates, mit geeigneten Maßnahmen für die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zu sorgen. Damit einher geht die Frage, ob die Regierung dazu mehr Geld für Förderprogramme bereitstellen sollte – was sich ja auch positiv auf die Wirtschaft auswirkt.

Unterm Strich sehe ich trotz dieser Unwägbarkeiten für die TGA und LüKK einen deutlichen Aufwärtstrend, der viele Jahre anhalten wird.

Dr.-Ing. Manfred Stahl, manfred.stahl@cci-dialog.de

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