Meinung: Das Schulsystem in der Krise – Auswirkungen auf die LüKK

Florian Fischer, Geschäftsführer der cci Dialog GmbH (Abb. © cci Dialog GmbH)
Florian Fischer, Geschäftsführer der cci Dialog GmbH (Abb. © cci Dialog GmbH)

Vor kurzem hat das Institut für die Qualität im Bildungswesen (IQB) die detaillierten Ergebnisse des „IQB-Bildungstrends 2021“ veröffentlicht. Gegenüber den Vergleichsjahren 2011 und 2016 sind die Kompetenzen der Viertklässler in den Fächern Deutsch und Mathematik durch die Bank abgesackt. Der Anteil der leistungsstarken Schüler, die den Regelstandard erreichen oder übertreffen, hat in beiden Fächern abgenommen.

Da gibt es nichts zu beschönigen: Das deutsche Schulsystem befindet sich in einer fundamentalen Krise. Das ist ein Desaster für unsere Gesellschaft. Wenn nur rund ein Fünftel unserer Viertklässler in Mathematik noch nicht einmal Mindeststandards erreichen, ist das für ein Hochtechnologieland wie Deutschland absolut nicht akzeptabel. Über die weiterführenden Schulen wird diese Entwicklung Auswirkungen auf den zukünftigen Ausbildungsmarkt haben, natürlich auch auf die LüKK.
Die Corona-Krise, die enorme Zuwanderung im Rahmen der Flüchtlingskrise, Inklusion und die zunehmende soziale Ungleichheit in Deutschland haben das Schulsystem an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht. Es gibt aber auch viele hausgemachte Probleme, sonst würden die Ergebnisse in den einzelnen Bundesländern nicht so voneinander abweichen. Der Föderalismus lässt grüßen.
Ich finde, das muss jetzt ein Weckruf für die Politik sein, Schulen und Lehrerausbildung in den Fokus zu rücken, Bildungs-Mindeststandards einzuführen und den Wert von Bildung und Leistung herauszustellen. Wir verschulden uns derzeit volkswirtschaftlich bis weit über die Halskrause, um die Auswirkungen von Inflation und Energiekrise zu schultern. Dann sollten wir auch bereit sein, massive Investitionen in unser Bildungssystem vorzunehmen, fehlende Mittel dürfen kein Argument mehr sein. Wir in der LüKK müssen uns auf jeden Fall darauf einstellen, dass wir es künftig nicht nur schwer haben, überhaupt ausreichend Nachwuchs zu finden. Vielmehr werden wir auch viel Zeit und Geld in innerbetriebliche Bildungsmaßnahmen investieren müssen, um die Defizite der Bewerber in der Schulzeit zu kompensieren.

Wie ist Ihre Meinung hierzu?
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Herbst!

Ihr
Florian Fischer
florian.fischer@cci-dialog.de

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