Planung von Druckbelüftungsanlagen gemäß technischen Regeln und Richtlinien

Beispiel für eine Druckbelüftungsanlage und deren Komponenten (Abb. © Eichelberger)

Da cci Branchenticker ab morgen aktuell über das Geschehen auf der Messe Chillventa in Nürnberg berichtet, gibt es den Normen-Dienstag ausnahmsweise an Montag. Heute geht es in einem Fachbeitrag um Planung, Bemessung und Ausführung von Druckbelüftungsanlagen auf Basis der neuen Muster-Druckbelüftungsanlagen-Richtlinie und weiterer zugehöriger technischen Regeln.

Druckbelüftungsanlagen (DBA) sind bei Sonderbauten Bestandteile vieler Brandschutzkonzepte. Sie sind bei nahezu sämtlichen Hochhäusern vorgeschrieben, wenn innenliegende Sicherheitstreppenräume oder Feuerwehraufzüge rauchfrei zu halten sind. Zur Auslegung solcher Anlagen enthält das Baurecht zwar konkrete Bemessungsansätze, es gibt aber auch Grauzonen, für die es in jedem individuellen Projekt Konkretisierungen bedarf. Für Planer, Errichter und Prüfer ergaben sich dadurch Unsicherheiten und Haftungsrisiken, beispielsweise weil wichtige Kriterien solcher Anlagen, wie die Anzahl gleichzeitig geöffneter Türen, nicht einheitlich definiert waren.

Mit der im Februar 2026 veröffentlichten Muster-Druckbelüftungsanlagen-Richtlinie (M-DBA-RL) und der überarbeiteten DIN EN 12101 „Rauch- und Wärmefreihaltung – Teil 6: Festlegungen für Differenzdrucksysteme – Bausätze“ (2022) stehen für Planung, Ausführung und Prüfung von Druckbelüftungsanlagen aktuelle Regelwerke zur Verfügung. Mit ihrer Anwendung können nun Auslegungslücken und Grauzonen geschlossen werden. Mit der DIN EN 12101 Teil 6 haben Systemanbieter zudem die Möglichkeit, Druckbelüftungsbausätze im Zusammenwirken zu prüfen und deren Eignung in Bezug auf die Einhaltung der Regelzeitanforderungen sowie die Dauerhaftigkeit der Systeme nachzuweisen. Dieser Nachweis ist im deutschen Baurecht aktuell noch nicht verpflichtend, wird aber von immer mehr Systemanbietern genutzt. Damit kann auch bei der Druckbelüftung durch den Einsatz geprüfter Bauteile und Bausätze jenes Niveau erreicht werden, das in anderen Disziplinen des anlagentechnischen Brandschutzes durch zwingend anzuwendende harmonisierte Normen schon lange selbstverständlich ist.

Wichtige Hinweise dazu, wie Hersteller, Planer und Prüfer von Druckbelüftungsanlagen diese Systeme regelkonform planen und ausführen können, erläutert Lutz Eichelberger in seinem Fachbeitrag „Praktische Lösungen für Druckbelüftungsanlagen auf Basis von deutschen Richtlinien und europäischen Normen“ in cci Wissensportal unter der Artikelnummer cci329699.

cci331597

Schreibe einen Kommentar

E-Paper
E-Books