Ralf Wagner verlässt LTG-Vorstand

Nach 32 Jahren LTG, davon 15 im Vorstand Technik, auf eigenen Wunsch ausgeschieden: Ralf Wagner (Abb. © LTG)

Die LTG Aktiengesellschaft muss künftig auf ihr Vorstandsmitglied Ralf Wagner verzichten. Dieser hat nach über drei Jahrzehnten Tätigkeit bei der LTG sein Mandat als Vorstand Technik niedergelegt. Als Berater stünde er weiter zur Verfügung – auch der LTG. Hierzu machte Wagner gegenüber cci Branchenticker schon genauere Angaben.

32 Jahre Tätigkeit bei der LTG Aktiengesellschaft, Stuttgart, davon die letzten 15 Jahren als Vorstand Technik (CTO): Nach dieser beruflichen Laufbahn hat Ralf Wagner die Entscheidung getroffen, seinen Posten als CTO freizugeben. Ende März ist sein Dienstvertrag ausgelaufen. Diesen Cut hat er im sozialen Netzwerk LinkedIn am 9. April in einem Post wie folgt formuliert: „Was für eine Reise! Frisch von der Universität, im Gepäck all das, was eine gute Ingenieursausbildung in Deutschland ausmacht. Zweckorientiertes Denken (Wozu dient das?), Rationalität und Systemdenken, Umgang mit Unsicherheiten und Imperfektion, Empirie und Realitätssinn, Optimierungsdenken, Schnittstelle zwischen Natur, Mensch und Technik zu sein. Und der Wunsch Zukunft positiv mitzugestalten. All das konnte ich bei meinem ersten Arbeitgeber, der LTG, einbringen und 32 Jahre weiterentwickeln. Ob als Entwicklungsingenieur, Projektmanager, Entwicklungsleiter oder 15 Jahre als Technikvorstand!“

Wagner wirft in seinem Post auch die Frage auf, was einen guten Arbeitgeber ausmacht und was Fachkräfte im Unternehmen hält. Seine Antwort: „Der Ruf nach Arbeitszeitmodellen, Flexibilität, Sabbaticals und Obstkörben hat sicher seine Berechtigung. Die Gesellschaft und die Menschen haben sich verändert. Aber für mich gilt zuoberst: Gebt dem Ingenieur den Raum, seiner Berufung nachzugehen. Dem, wofür er brennt! Ich bin dankbar, dass ich das bei LTG erleben konnte.“

Auf eigenen Wunsch und reiflicher Überlegung habe er jedoch sein Mandat als Vorstand des Lüftungstechnikunternehmens nicht verlängert. Damit lege er auch alle seine Ämter in den Fachverbänden nieder. Unter anderem ist Wagner seit 2022 Vorsitzender der Forschungsvereinigung für Luft- und Trocknungstechnik (FLT), Frankfurt (cci179051) und vertritt die LTG in verschiedenen Normungsausschüssen und Verbandsgremien wie dem DIN sowie dem Fachverband Gebäude-Klima (FGK), Ludwigsburg. Künftig werde sich Wagner wieder mehr „auf das konzentrieren, wofür mein Herz schlägt (siehe oben), und schaue mal, ob ich meine Expertise in Produktentwicklung, Strategie und Innovation mehr streuen kann.“

Gegenüber cci Branchenticker sagte Wagner: „Ich werde der LTG aber auf Wunsch von Aufsichtsrat und meinem ehemaligen Vorstandskollegen (Anm. d. Red: Vorstandsvorsitzender Andreas Egelseder, war im November 2021 Nachfolger von Wolf Hartmann, siehe cci137710) weiter als Berater zur Verfügung stehen. Das mache ich natürlich gerne!“

Nach seinem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik war Wagner 1994 als Entwicklungsingenieur in die LTG eingetreten und übernahm 1999 die Leitung des Forschungslabors und der Entwicklungsabteilung Raumlufttechnik. Seit 2008 verantwortete er den gesamten Bereich Ingenieurdienstleistungen und Entwicklung für Raumluft- und Prozesslufttechnik. Wagner ist persönlich an einigen Erfindungen und Patenten des Unternehmens beteiligt.

1924 als Cärrier Lufttechnische Gesellschaft m.b.H. gegründet, brachte die LTG 1927 eine Klimaanlage für die Tabakindustrie (Tabakbefeuchtung) auf den Markt. Zum heutigen Produktportfolio gehören unter anderem Luftdurchlässe, Luft/Wasser-Systeme, Systeme zur Luftverteilung und Filter- und Befeuchtungstechnik. Zuletzt hatte cci Branchenticker 2020 über einen Umsatz von 29 Mio. € im Jahr 2019 berichtet.

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