
Wärmepumpen und Wärmenetze sind die tragenden Säulen der künftigen Wärmeversorgung: Das bestätigt die zweite Ausgabe der Studie „Kommunale Wärmeplanung in Deutschland“, die vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Öko-Institut erstellt wurde. Die Vorgängerstudie ist 2025 veröffentlicht worden.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und das Öko-Institut, beide Freiburg, haben die zweite Ausgabe der Studie „Kommunale Wärmeplanung in Deutschland“ veröffentlicht. Laut einer Presseinformation von Fraunhofer ISE basiert die Untersuchung auf einer deutlich breiteren Datenbasis als die erste Auswertung von Mai 2025. Gleichzeitig zeigen sich, so die Studienersteller, weiterhin erhebliche Lücken bei den Annahmen zur Gebäudesanierung, beim geplanten Einsatz von Biomasse sowie bei der Berücksichtigung industrieller Prozesswärme.
Für die zweite Ausgabe der Studie wurden rund 380 Wärmepläne ausgewertet, die etwa 940 Kommunen umfassen. Die Mehrheit der neu einbezogenen Wärmepläne wurde bereits auf Grundlage des Wärmeplanungsgesetzes erstellt. „Die deutlich breitere Datenbasis bestätigt, dass Wärmepumpen und Wärmenetze das Rückgrat der kommunalen Wärmewende bilden. Damit haben die Kommunen eine gute Grundlage für ihre Infrastrukturplanung vom Ausbau der Strom- und Wärmenetze bis zum künftigen Umgang mit den Gasverteilnetzen“, sagt Marc Stobbe, Energieexperte am Öko-Institut. „Transparente und belastbare Annahmen zur Prozesswärme und konkrete Vorgaben etwa zur Nutzung von Biomasse würden die Planungen noch deutlich verbessern.“
Die untersuchten Kommunen planen bis 2045 einen weitgehenden Ausstieg aus Erdgas und Heizöl. An deren Stelle treten vor allem Wärmepumpen und Wärmenetze. Wärmepumpen sollen 2045 rund 42 % der Wärmeversorgung abdecken, die leitungsgebundene Wärmeversorgung (Wärmenetze) rund 37 %. So spielen in kleineren und mittleren Kommunen dezentrale Wärmepumpen eine besonders große Rolle, während größere und dichter bebaute Städte stärker auf Wärmenetze setzen.
Bereits heute verfügen 71 % der untersuchten Kommunen über mindestens ein Wärmenetz. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 91 % und bis 2035 auf 95 % steigen. Gleichzeitig soll der Anteil der über Wärmenetze bereitgestellten Wärme in diesen Kommunen von derzeit rund 15 auf 38 % im Jahr 2045 steigen.
„Immer mehr Kommunen setzen auf Wärmenetze, allerdings fehlen in mehr als der Hälfte der Wärmepläne Angaben dazu, wie die Wärmeerzeugung für die Wärmenetze zukünftig erfolgen soll. Dort, wo Angaben vorliegen, ist die häufigste Erzeugungskombination für Wärmenetze laut kommunalen Wärmeplänen die aus Wärmepumpen und biogenen Energieträgern. Diese wird ergänzt durch lokalspezifische Lösungen, die industrielle Abwärme und Geothermie nutzen“, sagt Dr. Jessica Thomsen, Projektleiterin am Fraunhofer ISE.
Ein PDF der Studie „Kommunale Wärmeplanung in Deutschland 2026“ steht unter Anhänge.
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