dena-Studie zur grünen Finanzierung im Immobilienbereich

Vergleich einer Altbau-Sanierung: vorher und nachher (Abb. © traveldia/stock.adobe.com)
Vergleich einer Altbau-Sanierung: vorher und nachher (Abb. © traveldia/stock.adobe.com)

Eine neue Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH, Berlin, gibt einen Überblick zu gesetzlichen Rahmenbedingungen, der Marktsituation in Deutschland und der EU sowie zu Faktoren für die grüne Finanzierung von Immobilien.

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Die Mobilisierung privater Finanzmittel ist laut dena eine bisher wenig beachtete Chance, um Fortschritte insbesondere in der Gebäudesanierung zu erreichen. Das verdeutlicht die Studie „Green & Sustainable Finance mit Fokus auf den Immobilienbereich“. Ein zentraler Ansatz, der die Kapitalmobilisierung unterstützt, ist die grüne Finanzierung, auch bekannt als Green beziehungsweise Sustainable Finance. Dabei handelt es sich um finanzwirtschaftliche Instrumente, die Investitionen in den Klima- und Umweltschutz fördern. Neben der Vorstellung gesetzlicher Rahmenbedingungen und Strategien, die derzeit auf EU-Ebene diskutiert und beschlossen werden, stellt die Studie Akteure, Initiativen und Produkte vor. Außerdem beleuchtet sie die Ansätze anderer Staaten mit Green & Sustainable Finance. Bisher lag der Fokus von Klimaschutz-Maßnahmen im Gebäudesektor auf ordnungsrechtlichen Vorgaben und der finanziellen Förderung durch staatliche Mittel.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: „Klar ist, dass der Finanzmarkt zur Erreichung der europäischen und deutschen Klimaziele einen Transformationsprozess durchlaufen muss. Der europäische Green Deal hat zahlreiche Entwicklungen angestoßen und Gesetzgebungen auf den Weg gebracht, die den Finanz- und Gebäudesektor sowie die Regulierungen in der EU und in Deutschland dahingehend beeinflussen werden. Die dena-Studie veranschaulicht, welche Auswirkungen die neuen Regelungen auf bestehende Finanzprodukte und Förderung im Immobilienbereich in Deutschland haben können.“

Der Gebäudebereich, der 40 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland verursacht, muss zur Erreichung der klimapolitischen Ziele grundlegend transformiert werden, so die dena. Das novellierte Klimaschutzgesetz erhöht den Druck zusätzlich. Die Steigerung der Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien erfordern Investitionen in Größenordnungen, die nicht allein mit öffentlichen Geldern gedeckt werden können. Zur Erreichung der Klimaziele für 2030 geht die EU von jährlich notwendigen Investitionen von über 180 Mrd. € nur für den Wohngebäudebereich in Europa aus. Privates Kapital muss für den Klimaschutz mobilisiert werden und auch hier muss eine Transformation einsetzen: Weg von Investitionen in Projekte und Produkte, die die Klimaschutzziele unterlaufen, hin zu Investitionen in klimapolitisch konforme Finanzanlagen. Schließlich lassen sich gerade im Gebäudesektor mit Green Finance die komplexen Vorgaben für Finanzmarkt sowie Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstandards sehr sinnvoll miteinander koppeln.

Die vollständige Studie (94 Seiten) „Studie, Green & Sustainable Finance mit Fokus auf den Immobilienbereich, Eine Grundlagenanalyse zum bestehenden Rechtsrahmen und Einordnung wichtiger Marktakteure sowie Erfolgsfaktoren für die Operationalisierung“ gibt es unter diesem Link.

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