Explosionsgefahr bei Wärmepumpen? Wie gefährlich ist ein Blackout wirklich?

Die Romantik in diesem Bild trügt. Was geschieht im Inneren einer Monoblock-Wärmepumpe, wenn bei Frost für längere Zeit der Strom ausfällt? (Abb. © Selvam/stock.adobe.com)

Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um den Frostschutz bei Monoblock-Wärmepumpen. Aktueller Anlass sind der Blackout vergangene Woche in Berlin und die darauffolgenden Schlagzeilen einiger Publikumsmedien, die von explodierenden Wärmepumpen schrieben. Ein Blick in die Geräte zeigt: Panik ist absolut unangebracht.

„Der mehrtägige Stromausfall im Berliner Südwesten kann bei Monoblock-Wärmepumpen einen Totalschaden verursachen. Bei einigen Geräten mit Propan (R290) als Kältemittel droht im Extremfall sogar Explosionsgefahr, denn für einen mehrtägigen Stromausfall sind solche Anlagen nicht ausgelegt. Vor allem bei längeren Frostphasen gibt es ein Problem.“ Mit diesem Aufmacher hat die „Welt“ über den Stromausfall in Berlin zu Beginn des Jahres 2026 berichtet.

Tatsache ist, dass im Jahr 2020 tatsächlich der Anbau eines Gebäudes vollständig durch eine Explosion zerstört wurde, die auf eine frostgeschädigte Propan-Wärmepumpe zurückzuführen ist. Das belegt ein umfangreicher Bericht des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS), Kiel.

Doch die Hersteller von Propan-Wärmepumpen scheinen den Bericht aufmerksam gelesen und ihre Schlüsse für die etwa ab 2023 forcierte Entwicklung und Markteinführung von Propan-Wärmepumpen gezogen haben. Zumindest wurden seither trotz erheblich gestiegener Anzahl an installierten Monoblock-Geräten keine weiteren Vorfälle bekannt – auch nicht nach dem Stromausfall in Berlin.

Zwecks fachkompetenter Einordnung hat cci Wissensportal bei Verbänden und Herstellern nachgefragt, mit welchen technischen Lösungsansätzen auf die Herausforderung durch Stromausfälle bei Frost reagiert wurde und wird – und lässt diese durch einen Sachverständigen bewerten. Ergänzend nimmt Christoph Brauneis, Sprecher des Verbands Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe (VDKF), Bonn, und der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik, Maintal, die Berichterstattung der Publikumsmedien ins Visier.

Den ausführlichen Fachbeitrag lesen Sie unter cci313679 in cci Wissensportal.

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3 Kommentare zu “Explosionsgefahr bei Wärmepumpen? Wie gefährlich ist ein Blackout wirklich?

  1. Über dieses Thema hatte ich bei der Installation meiner LW-WP auch nachgedacht und mein eigenes Versorgungsschema angepasst.
    – Für die Ausfall der Regelung der WP habe ich einen Schaltschrank von meinem Kollegen bauen lassen mit Handschaltern für die Handbetriebebene.
    – Auf die Versorgungssicherheit vom Strom vertrauen ich nicht vollständig und habe im Garagennebenraum ein Notstromaggregat mit 7,5 kVA, das manuell mein Hausnetz versorgt mittels Handumschalter an der HV.
    – Dazu habe ich es mir nicht nehmen lassen im Haus noch eine Gastherme vorgerüstet für Wasserstoff installieren zu lassen.
    – Im Wohnzimmer steht für alle Fälle noch ein Festbrennstoffofen.
    Für den längeren Stromausfall kann ich dann die Frostheizung der LW-WP zumindest kurzzeitig in Betrieb nehmen.
    Mit freundlichen Grüßen
    SVfS Dipl.-Ing.(FH) Hans Christian Sieber

  2. Der Winter zeigt uns Vor- Nachteile einer Wärmepumpe. Ich kann mich nur meinem Vorredner anschließen. Ausnahme sind warme Länder, wo mit so einem Temperaturabfall bei Stromausfall nicht zu rechnen ist. Ansonsten bleibt nur das Frostschutzmittel, wie auch schon mein Vorredner beschrieben hatte.
    Mit kühlen Gruß aus Norwegen
    Olaf Mayer (SV)

  3. Grundsätzlich haben alle Monoblock-WP bei Stromausfall oder einer ernsthaften Störung der WP in Verbindung mit Dauerfrost ein erhöhtes Schadensrisiko. Ich denke hierbei nicht an das beschriebene Explosionsszenario, sondern ausschließlich an Frostschäden der wasserführenden Bauteile unabhängig vom verwendeten Kältemittel..
    Diese Risiko wird m.E. beim Bau von Monoblock-WP-Anlagen insbesondere im Bereich Wohngebäude unterschätzt.
    Der langfristige Stromausfall wie in Berlin ist ein Risikofaktor.
    Aber auch eine einfache Störung, wie z.B. der Ausfall der Primär-Umwälzpumpe der WP, kann bei Dauerfrost und gleichzeitiger Abwesenheit der Nutzer( z.B. ein kurzer Winterurlaub) oder bei zu spät eintreffenden Servicetechnikern innerhalb weniger Stunden zum Frostschaden führen.
    Eine Systemtrennung und ein Betrieb des Primärkreises mit Frostschutzmitteln (zum Beispiel 30 % Glykol oder ähnliches) der im Frostbereich befindlichen Bauteile kostet sicher einige Prozentpunkte bei der Jahresarbeitszahl und eine etwas höhere Investition beim Bau der Anlage. Das ist m.E. jedoch der sinnvolle Weg, um sehr teure Totalschäden durch Frost zu vermeiden.
    Viele Grüße
    Michael Kaß

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