
Beim Blick auf den Entstehungsprozess des GModG drängt sich der Eindruck auf, dass diejenigen, die den Gesetzentwurf formuliert haben, allenfalls eine Ahnung von den Realitäten in Gebäuden und Technikräumen haben. Umso mehr gilt es für Akteure der LüKK, nicht in Schockstarre zu verfallen, sondern aus fachlicher Überzeugung das Richtige zu tun.
Manchmal erklärt ein Filmtitel politisches Handeln präziser als jeder Erklärungsversuch aus dem Kabinett. Mit Blick auf den Entstehungsprozess des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) kann ich nicht anders, als an den Klassiker mit James Dean zu denken: „Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Was mit Schlagworten wie Technologieoffenheit und Entbürokratisierung im Schnelldurchgang durch den parlamentarischen Prozess gebracht werden soll, ist über weite Strecken nur noch als Trauerspiel zu titulieren. „Nicht anwendbar“ und „zu komplex“ so der Tenor.
Das eigentlich Beunruhigende ist nicht einmal, dass gestritten wird. Streit gehört zur Demokratie. Beunruhigend ist, wie sehr sich der Eindruck aufdrängt, dass diejenigen, die den Gesetzentwurf formuliert haben, allenfalls eine Ahnung von den Realitäten in Gebäuden, Wärme- und Lüftungszentralen oder Technikräumen haben. Doch genau an diesem Punkt beginnt meine eigentliche Botschaft – und die richtet sich ganz direkt an Sie als unsere Leserinnen und Leser: Sie sollten wissen, was Sie tun! Und Sie wissen es in aller Regel auch. Vertrauen Sie also auf Ihren Sachverstand, auf Ihre Erfahrungen aus der Praxis und warten Sie nicht darauf, dass der Gesetzgeber Ihnen Entscheidungen abnimmt. Wer heute Wärmepumpen empfiehlt, Energiemonitoring integriert, Energieeffizienzlösungen plant oder Gebäude intelligenter macht, tut das nicht, weil Gesetze es verlangen. Er tut es, weil es vernünftig ist.
Wer die Wärmewende ernst nimmt, muss sie im Alltag möglich machen – Gebäude für Gebäude, Quartier für Quartier, Anlage für Anlage. Wer indes heute noch auf fossile Technik setzt, sollte sich nichts vormachen: Die vermeintlich günstigere Entscheidung von heute wird sich morgen als sehr teuer erweisen (siehe Artikelnummer cci325502).
Das Motto sollte also sein, Demokratie von unten zu leben, statt zu warten, bis von oben alles geregelt ist. Nicht in Schockstarre verfallen, weil der Gesetzgeber Vertrauen verspielt hat, sondern aus fachlicher Überzeugung das Richtige tun. Das allein stabilisiert die Glaubwürdigkeit. Die allseits beschworene Transformation kommt dann von selbst.
Vielleicht wird man rückblickend sagen: Der politische Prozess zum GModG war unerquicklich und widersprüchlich. Aber weil er auch laut war, hat er unfreiwillig offengelegt, dass die Kompetenz nicht im Parlament sitzt, sondern bei Planern, Herstellern, Anlagenbauern und Betreibern. Und hoffentlich passt künftig ein anderer Filmtitel besser: „Awakenings – Zeit des Erwachens“. Verbunden mit der Erkenntnis, dass Fortschritt nicht aus Drehbüchern in Berlin entsteht, sondern aus Sachverstand, Überzeugung und Verantwortungsbewusstsein vor Ort.
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