Verdampfte Flüssigkeiten: Die unsichtbare Gefahr in der gewerblichen Küchenlüftung

Verdampfte Flüssigkeiten belasten die Küchenabluft. (Abb. © Aizay/stock.adobe.com)

Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um verdampfte Flüssigkeiten als unsichtbare Gefahr in der gewerblichen Küchenlüftung. Denn nicht nur sichtbare Fett- und Wassertröpfchen belasten die Abluft, auch gasförmige Bestandteile können Hygiene, Technik und Sicherheit beeinträchtigen. Gute gewerbliche Küchenlüftung ist daher mehr als eine Frage des Luftvolumenstromes.

In der gewerblichen Küchenlüftung liegt eine zentrale Herausforderung nicht nur im Umgang mit sichtbaren Fett- und Wassertröpfchen, sondern auch in der Bewältigung unsichtbarer gasförmiger Bestandteile. Diese beim Kochen, Braten, Grillen oder Frittieren entstehenden Stoffe bleiben häufig zunächst unbemerkt. Von klassischen Aerosolabscheidern werden sie nur bedingt erfasst, in einer rein partikelbezogenen Betrachtung fallen sie kaum auf. Damit nimmt ein Problem seinen Anfang, das sich oft erst später im System bemerkbar macht.

Kühlen die belasteten Luftströme in Leitungen und nachgeschalteten Anlagenteilen ab, können die verdampften Bestandteile kondensieren und sich dort als Ablagerungen niederschlagen. Die Folge sind Geruchsbelastungen, hygienische Probleme, steigende Reinigungsaufwände und zusätzliche Beanspruchungen technischer Komponenten. Auch sicherheitsrelevante Folgen können daraus entstehen, wenn sich Rückstände an schwer zugänglichen Stellen im System sammeln.

Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viele Partikel unmittelbar an der Quelle abgeschieden werden, sondern auch, wie Luftführung, Temperaturverlauf und Kondensationsorte im Gesamtsystem zusammenwirken. Denn eine leistungsfähige Küchenlüftung bemisst sich nicht nur an Luftvolumenströmen, sondern ebenso an der Qualität der Strömungsführung und daran, ob belastete Wrasen kontrolliert erfasst und behandelt werden können. Ebenso wichtig ist eine differenzierte Bewertung der Abluft, die neben Partikeln auch gasförmige organische Bestandteile berücksichtigt.

Damit rücken Planung, Messtechnik und strömungstechnische Auslegung stärker in den Fokus. Wer Küchenlüftung sicher, sauber und effizient gestalten will, muss verdampfte Flüssigkeiten von Anfang an mitdenken. Ein ausführlicher Fachbeitrag über die unsichtbare Gefahr in der gewerblichen Küchenlüftung findet sich unter Artikelnummer cci327010 in cci Wissensportal

cci327317

3 Kommentare zu “Verdampfte Flüssigkeiten: Die unsichtbare Gefahr in der gewerblichen Küchenlüftung

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Peter Rietschel,

    >>Kritik an Induktionshauben ist willkommen aber bitte konkret, nachvollziehbar und vollständig<<

    vielen Dank für Ihren Kommentar zu meinem Fachartikel über verdampfte Flüssigkeiten und die damit verbundenen Gefahren in der gewerblichen Küchenlüftung.

    Ich möchte zunächst ausdrücklich betonen: Es geht mir nicht darum, Sie von Induktionshauben zu überzeugen. Ebenso wenig erwarte ich, dass alle Fachleute unsere technischen Lösungen gut finden oder präferieren. Unterschiedliche Bewertungen, Erfahrungen und technische Lösungsansätze gehören zu einer funktionierenden Fachdiskussion.

    Es ist vollkommen legitim, eine Induktionshaube kritisch zu beurteilen. Ebenso legitim ist es, sich für eine konventionelle Küchenhaube, eine Lüftungsdecke, eine tief angeordnete Direktabsaugung, eine Düsenplatte oder ein anderes Erfassungssystem auszusprechen.

    Kritisch wird es aus meiner Sicht jedoch dann, wenn sehr allgemeine Aussagen über Induktionshauben getroffen werden, wenn dabei historische „Energiesparhauben“ mit heutigen Leitstrahl- und Induktionssystemen vermischt werden und wenn als Begründung auf Messungen und Praxiserfahrungen verwiesen wird, ohne die dazugehörigen Untersuchungen, Randbedingungen und Messergebnisse zu benennen.

    Genau dies hinterlässt Planer, Betreiber und Leser nicht besser informiert, sondern verunsichert.

    Worin wir ausdrücklich übereinstimmen

    Zwei wesentlichen Aussagen Ihres Kommentars widerspreche ich überhaupt nicht.

    Erstens ist die Raumzuluft für die Funktion einer Küchenlüftungsanlage von sehr großer Bedeutung. Eine ungeeignete Zuluftführung kann den Thermikstrom über den Küchengeräten ablenken. Wird der Wrasen durch einen starken Querimpuls am Erfassungsbereich der Haube vorbeigeführt, kann die Haube ihn nicht mehr zuverlässig erfassen.
    Das bestreiten wir bei REVEN nicht. Im Gegenteil: Die gezielte Beeinflussung und Stabilisierung von Strömungen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer eigenen Argumentation.

    Zweitens ist richtig, dass nach der Berechnungssystematik der VDI 2052 und der DIN EN 16282-1 ein unmittelbar in eine Küchenhaube eingebrachter Luftvolumenstrom grundsätzlich zum berechneten Erfassungsvolumenstrom hinzugerechnet wird.
    Auch daraus machen wir kein Geheimnis. Wo wir aufgrund eigener Untersuchungen und der produktspezifisch verbesserten Erfassungswirkung von dieser Berechnungssystematik abweichen, weisen wir darauf hin und übernehmen als Hersteller die Verantwortung für diese abweichende Auslegung.

    Die eigentliche fachliche Frage lautet deshalb nicht, ob es diese normative Berechnungsvorgabe gibt. Sie lautet:
    Kann ein konkret ausgelegtes Induktionssystem die Erfassungs- und Transportströmung innerhalb einer Küchenhaube so verbessern, dass bei einem geringeren Netto-Raumluftanteil dennoch mindestens die gleiche Erfassungswirkung erreicht wird?
    Diese Frage kann nicht allein durch das Wiederholen einer Normformel beantwortet werden. Sie kann nur durch eine produktspezifische Untersuchung der tatsächlichen Erfassungswirkung beantwortet werden.

    Und die Antwort hierauf hängt mit Sicherheiten auch davon ab, wie viel Mühe sich ein Hersteller bei der Optimierung der Induktionsdüsen und der Induktionsströmung bei seinen Küchenhauben gemacht hat.

    Eine Volumenstrombilanz ist noch kein Nachweis einer Nichterfassung

    Physikalisch setzt sich der durch eine Induktionshaube geführte Abluftvolumenstrom aus der aus dem Küchenraum aufgenommenen Luft und der unmittelbar eingebrachten Induktionsluft zusammen:
    Gesamtabluft = aufgenommene Raumluft + Induktionsluft.

    Wird der Gesamtabluftvolumenstrom nicht um die Induktionsluft erhöht, steht folglich ein geringerer Netto-Raumluftanteil zur Verfügung. Das ist mathematisch unstrittig.

    Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ein entsprechender Teil des Wrasens zwangsläufig aus der Haube austritt. Diese Schlussfolgerung wäre nur dann zwingend, wenn Erfassungsgrad, Strömungsführung und Haubengeometrie unverändert blieben.
    Genau diese Bedingungen bleiben bei einer strömungstechnisch wirklich wirksamen Induktionshaube jedoch nicht unverändert. Der Induktionsstrahl soll den Thermikstrom stabilisieren, Haubenausträge begrenzen und die belastete Luft gezielt zum Aerosolabscheider transportieren. Um wieviel sich dieses zum Besseren verschiebt hängt natürlich massgeblich davon ab, wieviel Mühe sich ein Hersteller bei der Ausgestaltung seiner Induktionsdüsen in den jeweiligen Küchenhauben gemacht hat. Davon hängt es massgeblich ab, wie effizient belastete Luft in den Erfassungsbereich der Aerosolabscheider transportiert wird.
    Ob dies im konkreten Fall ausreichend gelingt, muss gemessen werden. Die bloße Volumenstromaddition beweist weder das Gelingen noch das Scheitern dieser Wirkung.

    Bemerkenswerterweise bestätigt die BGN in ihrer aktuellen ASI 2.19 selbst, dass Induktionshauben mit Leitstrahlen von den historischen „Energiesparhauben“ zu unterscheiden sind. Die ASI führt aus, dass Leitstrahlen den Thermikstrom stabilisieren, Haubenausträge minimieren und einen deutlich höheren Erfassungsgrad ermöglichen.

    Damit erkennt auch die BGN die veränderte Erfassungswirkung grundsätzlich an. Sie quantifiziert diesen höheren Erfassungsgrad jedoch nicht und berücksichtigt ihn auch nicht bei der anschließenden Volumenstrombetrachtung.
    Genau an dieser Stelle beginnt die eigentliche fachliche Diskussion.

    Historische „Energiesparhauben“ sind nicht mit heutigen Leitstrahlsystemen gleichzusetzen

    Vor mehr als 30 Jahren wurden auch in unserem Unternehmen Induktionshauben teilweise mit einer zu einfachen Energiesparargumentation vermarktet. Sinngemäß lautete die damalige Aussage: Ein großer Teil der Zuluft könne direkt in die Haube eingebracht und die übrige Zu- und Abluft entsprechend reduziert werden.

    Diese pauschale Argumentation halten wir heute selbst nicht für richtig. Deshalb verwendet REVEN seit annähernd 20 Jahren weder den Begriff „Energiesparhaube“ noch diese vereinfachte Begründung.
    Unsere heutige Argumentation ist eine andere:
    • Ein gezielter Induktionsstrahl kann den Thermikstrom stabilisieren.
    • Er kann Haubenausträge reduzieren.
    • Er kann belastete Luft innerhalb der Haube gezielter zu den Aerosolabscheidern transportieren.
    • Er kann die Temperatur- und Mischungsverhältnisse innerhalb der Haube beeinflussen.
    • Unter geeigneten Randbedingungen kann er die Kondensation zuvor gasförmiger Bestandteile vor beziehungsweise im Bereich des Aerosolabscheiders fördern.
    • Erst nach einer solchen Kondensation können ursprünglich gasförmige Bestandteile als Tröpfchen mit einem Aerosolabscheider abgeschieden werden.

    Wer heute eine moderne Induktionshaube kritisiert, sollte deshalb zunächst klarstellen, welches System gemeint ist:
    • eine historische „Energiesparhaube“ mit bis zu 70 Prozent direkt eingebrachter Luft,
    • eine Induktionshaube mit kleinen Leitstrahlvolumenströmen,
    • oder eine konkret untersuchte Haube mit definierter Geometrie, definierten Luftmengen und dokumentierter Erfassungswirkung.

    Ohne diese Unterscheidung wird nicht ein bestimmtes technisches Konzept beurteilt, sondern eine ganze Produktgruppe pauschal mit einem historischen Verkaufsargument verbunden.
    Das wird der heutigen Technik nicht gerecht.

    Das eigentliche Thema meines Fachartikels bleibt unbeantwortet

    Mein Fachartikel beschäftigte sich nicht vorrangig mit der Frage, wie man möglichst viel Heizenergie einspart. Im Mittelpunkt stand eine andere, in der Küchenlüftung häufig unterschätzte Problematik:
    Beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren entstehen nicht ausschließlich sichtbare Aerosole. Es entstehen auch gasförmige organische Bestandteile und Dämpfe. Ein mechanischer Aerosolabscheider kann jedoch nur Stoffe abscheiden, die als Partikel oder Flüssigkeitströpfchen vorliegen.
    Gasförmige Moleküle passieren einen Aerosolabscheider zunächst weitgehend.
    Kühlen diese Bestandteile später im Abluftleitungssystem, im Ventilator, in einer Wärmerückgewinnung oder an anderen Anlagenkomponenten ab, können sie dort kondensieren. Es entstehen Ablagerungen genau an den Stellen, an denen man sie aus hygienischen, betrieblichen und brandschutztechnischen Gründen nicht haben möchte.

    Meine zentrale Frage lautete daher:
    Wie können Temperatur, Strömung und Kondensation so beeinflusst werden, dass eine möglichst kontrollierte Phasenumwandlung bereits im Bereich einer zugänglichen und reinigbaren Abscheideeinrichtung stattfindet und nicht unkontrolliert irgendwo im nachgeschalteten Abluftsystem?

    Unser Induktionssystem ist eine mögliche Antwort auf diese Frage. Es ist nicht die einzig denkbare Antwort, aber es ist eine technisch begründete und untersuchbare Lösung.

    Ihr Kommentar beschäftigt sich mit der normativen Volumenstrombilanz und mit der Raumzuluft. Beides sind wichtige Themen. Die von mir angesprochene Problematik der gasförmigen Bestandteile, ihrer späteren Kondensation und ihrer kontrollierten Abscheidung wird dadurch jedoch nicht beantwortet.

    Wer unsere Lösung ablehnt, sollte zumindest erläutern, wie er stattdessen mit dieser Problematik umgehen möchte.
    Soll die Kondensation durch Temperaturhaltung und Dämmung bis zu einer anderen Behandlungseinrichtung verhindert werden? Soll ein nachgeschalteter Kondensator eingesetzt werden? Soll eine Nassabscheidung, Adsorption oder andere Gasphasenbehandlung erfolgen? Soll die Kondensation im Abluftsystem bewusst in Kauf genommen und durch Reinigungs- und Entwässerungsmaßnahmen beherrscht werden? Oder wird die von uns beschriebene Belastung grundsätzlich anders bewertet?

    Eine fachlich hilfreiche Gegenposition müsste zumindest erkennen lassen, welchen dieser Wege sie für geeignet hält.

    Die BGN-Untersuchungen beantworten eine andere Frage

    Die von der BGN beziehungsweise der Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin veröffentlichte Untersuchung „Einfluss der Zuluftführung auf die Konzentration verschiedener Schadstoffe im Arbeitsbereich von Küchengeräten“ ist fachlich interessant und wichtig.

    Sie zeigt unter anderem, dass unterschiedliche Zuluftsysteme erheblichen Einfluss auf die Schadstoffkonzentration im Arbeitsbereich haben. Sie unterstreicht damit zu Recht die Bedeutung einer möglichst störungsarmen und geeigneten Raumzuluft.

    Diese Untersuchung analysiert jedoch nicht detailliert:
    • das Geschwindigkeitsfeld innerhalb einer großvolumigen Küchenhaube,
    • Rezirkulations- und Totzonen im Haubenkörper,
    • die Verweilzeit belasteter Luft in der Haube,
    • den Transportweg vom Haubeneintritt zum Aerosolabscheider,
    • die Gleichmäßigkeit der Abscheideranströmung,
    • die Kondensation organischer Dämpfe,
    • oder das konkrete Verhalten einer modernen REVEN-Induktionshaube.

    Die Untersuchung kann somit die Bedeutung der Raumzuluft belegen. Sie kann aber nicht als produktspezifischer Gegenbeweis gegen die von uns beschriebene interne Strömungsführung und Kondensationswirkung verwendet werden.

    Das Erreichen der Haube ist nicht mit dem Durchströmen des Abscheiders gleichzusetzen

    In vielen vereinfachten Darstellungen entsteht der Eindruck, der Thermikstrom steige zum Haubenvolumen auf und werde dort unmittelbar abgesaugt. Die tatsächlichen Strömungsvorgänge können komplexer sein.

    Ein großer Haubenkörper kann belastete Luft zunächst aufnehmen. Damit ist sie aber noch nicht zwangsläufig kontrolliert zum Aerosolabscheider transportiert und abgeschieden. Innerhalb des Haubenvolumens können sich abhängig von Geometrie, Abscheideranordnung und Betriebszustand Rezirkulationsbereiche, unterschiedliche Geschwindigkeitsfelder und lange Verweilzeiten ausbilden.

    Die ASI 2.19 berücksichtigt mit ihrem geforderten Stauvolumen sogar ausdrücklich eine zeitweilige Speicherung von schwallartig auftretendem Wrasen. Sie untersucht jedoch nicht, wie schnell und auf welchen Wegen diese belastete Luft anschließend aus dem Stauvolumen zu den Aerosolabscheidern gelangt.

    Auch die allgemeine DGUV Information 209-200 über Absauganlagen weist darauf hin, dass offene Saugfelder eine sehr begrenzte Tiefenwirkung besitzen. Bei einer einfachen offenen Rohransaugung beträgt die Ansauggeschwindigkeit bereits im Abstand eines Rohrdurchmessers nur noch einen kleinen Bruchteil der Geschwindigkeit an der Ansaugöffnung.

    Die DGUV stellt außerdem fest, dass unterstützende Luftströmungen den Transport von Stoffströmen zur Erfassungseinrichtung verbessern und den Erfassungsgrad erhöhen können. Gleichzeitig warnt sie zu Recht davor, dass schlecht ausgelegte Blasströmungen Verwirbelungen und Austräge verursachen können.

    Genau deshalb muss eine Induktionsströmung produktspezifisch ausgelegt, simuliert und gemessen werden. Die zugrunde liegende Wirkung pauschal als unbeachtlich darzustellen, ist genauso wenig sachgerecht wie jede Induktionshaube ungeprüft als überlegen zu bezeichnen.

    CFD allein ist kein Beweis, aber selbstverständlich fachlich relevant

    Die Aussage „Ob mit CFD oder ohne interessiert die Abluft dabei nicht“ halte ich für zu pauschal.
    Selbstverständlich hebt eine CFD weder die Massenerhaltung noch normative Anforderungen auf. Ebenso selbstverständlich ist eine farbige Strömungsgrafik allein kein ausreichender Wirksamkeitsnachweis.

    Eine sorgfältig aufgesetzte und durch Messungen validierte CFD kann aber sehr wohl relevante Fragen beantworten:
    • Welche Bereiche der Haube werden wirksam durchströmt?
    • Wo bilden sich Rezirkulationszonen?
    • Wie verteilt sich die Anströmung über die Aerosolabscheider?
    • Wie wirken Induktionsstrahl, Thermik und Raumzuluft zusammen?
    • Wo besteht die Gefahr eines Austrags über die Haubenkanten?
    • Wie lange verbleibt belastete Luft im Haubenkörper?
    • Welche Partikelbahnen und Stofftransportwege entstehen?
    • Wie verändern sich Temperatur- und Kondensationsbedingungen?

    CFD ist kein Ersatz für Messungen. Aber CFD, Partikelmessungen, FID-Messungen, Strömungsvisualisierungen und reale Betriebsuntersuchungen können sich gegenseitig ergänzen. Eine solche Kombination ist zur Beurteilung eines komplexen dreidimensionalen Strömungssystems ausgesprochen relevant.

    Wer sich auf Messungen beruft, sollte sie nachvollziehbar benennen

    Ein öffentlicher Kommentar muss selbstverständlich kein vollständiger Forschungsbericht sein. Wer jedoch schreibt, eine bestimmte Wirkung könne nicht funktionieren, ein Teil der Küchenabluft könne nicht erfasst werden und dies ergebe sich aus Messungen und Praxiserfahrungen der BGN, sollte den interessierten Lesern zumindest eine nachvollziehbare Fundstelle nennen.
    Hilfreich wären insbesondere folgende Angaben:
    • Welche Bauart einer Induktionshaube wurde untersucht?
    • Wie groß war der Induktionsluftanteil?
    • Welche Gesamt- und Nettoabluftvolumenströme wurden verglichen?
    • Welche Kochgeräte und Lastzustände wurden verwendet?
    • Wie wurde die Raumzuluft eingebracht?
    • Welche Querströmungen lagen vor?
    • Welche Stoffe, Partikelgrößen und Konzentrationen wurden gemessen?
    • Wo befanden sich die Messstellen?
    • Wie wurde der Haubenaustrag bestimmt?
    • Welche konventionelle Haube diente als Vergleich?
    • Welche Ergebnisse wurden gemessen?
    • Wo können diese Ergebnisse eingesehen werden?

    Ohne diese Angaben bleibt eine Aussage über angeblich zwangsläufig nicht erfasste Küchenabluft eine allgemeine Behauptung. Sie ist dann keine produktspezifische Widerlegung unserer Untersuchungen.
    Muss ein Kritiker zwingend eine alternative Lösung präsentieren?
    Nein. Selbstverständlich kann ein Kritiker auf einen nachweisbaren Fehler hinweisen, ohne gleichzeitig ein vollständig entwickeltes alternatives Produkt vorlegen zu müssen.
    Bei einer praktischen und sicherheitsrelevanten Fragestellung sollte eine Kritik aber zumindest erklären, was aus ihr folgt.
    Wenn eine vorgeschlagene Lösung zur Beherrschung gasförmiger Bestandteile und späterer Kondensation verworfen wird, bleibt für Planer und Betreiber die Frage bestehen: Was sollen sie stattdessen tun?

    Eine Kritik ohne Alternative ist deshalb nicht automatisch falsch. Sie bleibt aber unvollständig, wenn sie ein reales Problem lediglich wieder öffnet und den Leser anschließend ohne technisch belastbaren Lösungsweg zurücklässt.

    Gerade in einer Fachöffentlichkeit sollte das Ziel nicht darin bestehen, einzelne Systeme mit möglichst kurzen Aussagen abzuwerten. Das Ziel sollte sein, dem Leser nachvollziehbare Informationen zur Verfügung zu stellen, auf deren Grundlage er sich ein eigenes Urteil bilden kann.

    Nach mehr als vier Jahrzehnten: keine erneute Grundsatzdiskussion

    Die Diskussion über Induktionshauben, Induktionsluftanteile und die normative Volumenstromaddition begleitet unser Unternehmen seit mehr als vier Jahrzehnten.

    Die jeweiligen Positionen sind vielfach ausgetauscht worden. Die Argumente sind bekannt. Ebenso bekannt ist, dass REVEN die historische pauschale Energiesparargumentation seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet und seine heutige technische Begründung auf Strömungsführung, Erfassungswirkung, Stofftransport und kontrollierte Kondensation stützt.
    Wir haben deshalb kein Interesse mehr daran, erneut in eine grundsätzliche Diskussion darüber einzutreten, ob Induktionstechnologie grundsätzlich gut oder schlecht ist. Ebenso werden wir keinen gemeinsamen Vergleich oder einen erneuten fachlichen Austausch mit Personen anbieten, deren ablehnende Bewertung dieser Technologie seit vielen Jahren unverändert feststeht.

    Das ist keine Verweigerung technischer Überprüfung. REVEN wird seine Produkte auch weiterhin entwickeln, untersuchen, messen und die technische Verantwortung für seine Auslegungen übernehmen. Wir werden unsere Erkenntnisse und technischen Begründungen dort veröffentlichen, wo dies fachlich und für unsere Kunden sinnvoll ist.

    Wir unterscheiden jedoch zwischen technischer Überprüfung und einer sich über Jahrzehnte wiederholenden Grundsatzdebatte. Für Letztere sehen wir keinen Erkenntnisgewinn mehr.

    Wer unsere Ergebnisse oder Schlussfolgerungen fachlich bestreiten möchte, kann selbstverständlich eigene Untersuchungen veröffentlichen. Dann können Planer, Betreiber und andere Fachleute die unterschiedlichen Versuchsaufbauten, Randbedingungen und Ergebnisse miteinander vergleichen und sich selbst ein Urteil bilden.

    Dazu braucht es keine weitere Gesprächsrunde und keinen erneuten Versuch, sich gegenseitig von einer seit Jahrzehnten feststehenden Position zu überzeugen. Es braucht nachvollziehbare Daten.

    Unsere Position ist dokumentiert und die Bewertung überlassen wir dem Markt

    Wir erwarten nicht, dass sich jeder Fachmann unserer Bewertung anschließt. Wir verlangen auch keine Zustimmung zu unserer Induktionstechnologie.

    Wir erwarten aber, dass Kritik an unseren heutigen Systemen auch tatsächlich unsere heutigen Systeme betrifft und nicht eine vereinfachte Verkaufsargumentation, die aus einer mehr als 30 Jahre zurückliegenden Zeit stammt.

    Wer sich auf gegenteilige Messungen und Praxiserfahrungen beruft, sollte diese so veröffentlichen, dass sie fachlich überprüft und mit unseren Untersuchungen verglichen werden können. Wer unsere Lösung für die kontrollierte Kondensation gasförmiger Bestandteile ablehnt, sollte zumindest benennen, wie er mit der daraus verbleibenden Belastung im Abluftsystem umgehen möchte.

    REVEN wird sich nicht weiter an den endlosen Grundsatzdiskussionen über vermeintliche „Energiesparhauben“ beteiligen. Wir werden weiterhin erklären, auf welcher physikalischen Grundlage unsere heutigen Induktionssysteme arbeiten, welche Vorteile wir darin sehen, wo wir von normativen Berechnungsverfahren abweichen und welche Verantwortung wir dafür übernehmen.
    Anschließend können Planer, Betreiber und Kunden selbst entscheiden, welche Argumentation, welche Nachweise und welches technische Konzept sie überzeugen.

    Abschließende Einordnung

    Es geht mir nicht darum, Sie oder andere Kritiker zu einer positiven Meinung über REVEN-Induktionshauben zu bekehren. Es geht mir auch nicht darum, eine Norm, die BGN oder einzelne Fachleute pauschal infrage zu stellen.

    Ich stelle lediglich Folgendes sachlich richtig:
    • Historische „Energiesparhauben“ sind nicht mit heutigen Leitstrahlsystemen gleichzusetzen.
    • Eine normative Volumenstromaddition ist kein produktspezifischer Nachweis einer Nichterfassung.
    • Die Bedeutung der Raumzuluft beantwortet nicht die Frage nach den Strömungs- und Transportvorgängen innerhalb einer Haube.
    • Das Eintreten des Wrasens in ein Haubenvolumen ist nicht mit seinem unmittelbaren Transport durch einen Aerosolabscheider gleichzusetzen.
    • CFD ist kein alleiniger Beweis, aber ein fachlich relevantes Werkzeug zur Untersuchung komplexer Strömungen.
    • Wer sich auf eigene Messungen beruft, sollte diese mit Fundstelle, Randbedingungen und Ergebnissen nachvollziehbar machen.
    • Wer eine Lösung für ein konkretes Problem ablehnt, sollte zumindest erläutern, wie dieses Problem aus seiner Sicht stattdessen beherrscht werden kann.
    • Die Kritik an der Induktion beantwortet bislang nicht, wie mit gasförmigen organischen Bestandteilen und deren späterer Kondensation umzugehen ist.

    Kritik an unserer Technologie ist und bleibt zulässig. Sie verpflichtet uns aber nicht dazu, dieselbe Grundsatzdiskussion nach mehr als vier Jahrzehnten immer wieder von Neuem zu führen.

    Unsere Position ist dargelegt. Unsere technischen Begründungen sind dokumentiert. Abweichende Auffassungen können mit eigenen, nachvollziehbaren Untersuchungen belegt und veröffentlicht werden.

    Die fachliche Bewertung überlassen wir anschließend den Planern, Betreibern und Kunden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sven Rentschler
    REVEN GmbH

  2. Die hier nur randlich gestreifte Kritik an Induktionshauben beruht darauf, dass bei Induktionshauben der direkt in die Küchenhaube eingebrachte Induktionsstrom gerne fälschlicherweise als Zuluftstrom für die Küche interpretiert wird. Vielmehr muss der nach Norm für die jeweilige Küche berechnete erforderliche Abluftvolumenstrom (darin sind dann sowohl die gasförmigen als auch die partikelförmigen Luftverunreinigungen sowie Wärme- und Feuchtelast berücksichtigt) netto in die Küche zu- und durch die Haube abgeführt werden. Der Induktionsstrom kommt dann noch oben drauf. D. h. die Gesamtzuluft und die Gesamtabluft stellen sich als Summe von erforderlichem Abluftvolumenstrom und dem Induktionsstrom dar. Dieser Umstand wird in der Praxis erfahrungsgemäß gern unterschlagen und sowohl Zu- als auch Abluftvolumenstrom werden um den Induktionsstrom verringert (Stichwort „Energiesparhaube“). Und genau dann stimmt die Bilanz nicht mehr, ein Teil der Küchenabluft kann nicht mehr erfasst werden. Ob mit CFD oder ohne interessiert die Abluft dabei dann nicht.
    Noch entscheidender als die Details der Lüftungshaube ist nach Messungen und Praxiserfahrungen der BGN die Art der Zuluftführung in die Küche. Die Zu-, nicht die Abluft, bestimmt das Strömungsbild in der Küche und entscheidet damit darüber, ob die Abluft die Haube überhaupt erreicht oder nicht. Ein durch eine ungeeignete Zuluftführung an der Haube vorbeigeblasener Wrasenstrom wird durch keine noch so tolle Haube jemals wieder eingefangen.

Schreibe einen Kommentar

E-Paper
E-Books