Leserstimmen: Psychische Belastung, Kälte-Klima-Richtlinie und Bio-Treppe

(Abb. © tadamichi/stock.adobe.com)

In Ihrem jüngsten Kommentar ist Sabine Andresen auf psychische Belastungen in der Ausbildung eingegangen. Diese werden ihrer Meinung nach noch immer viel zu selten offen angesprochen. Das hat die Leser von cci Branchenticker beschäftigt, genauso wie die Bio-Treppe und das Aus für die Kälte-Klima-Richtlinie. Nachfolgend die Leserkommentare zu Meldungen in cci Branchenticker.

In ihrem „Kommentar: Bitte nehmen Sie das ernst!“ (cci324931) hat Sabine Andresen die Initiative „Erfolgreich ausgebildet“ vorgestellt. Diese unterstützt Auszubildende und Betriebe in Baden-Württemberg branchenübergreifend in psychisch herausfordernden Situationen. Kürzlich hat auch eine Tagung in Stuttgart die psychische Gesundheit von Auszubildenden und konkrete Hilfen für diese in den Fokus gerückt.

Bernhard Schöner hat sich bereits zu diesem Thema geäußert (sein Kommentar sind unter dem Beitrag zu finden). Nun ist ein weitere Leserstimme dazukommen.
So schreibt Michael Gockeln: „Hallo Frau Andresen, wenn doch die Anforderungen gleich oder ähnlich zu meiner eigenen Ausbildung geblieben sind, woher dann auf einmal diese erhöhte psychische Belastung? Nicht lebensfähig oder wenig bis gar nicht auf das ,richtige‘ Leben vorbereitet von den Hubschrauber-Eltern ? Alibi-Noten von Lehrern damit protestierende Eltern Ruhe geben und der Rektor sich über die Versetzungs-/Abschluss-Quoten freut? Und dann auf einmal, wenn ein wenig Druck auf den Kessel kommt (Berufsschule oder Betrieb), dann fällt man gleich um? Sicherlich braucht es in jeder Gesellschaft Hilfe für psychisch Notleidende, keine Frage, aber das bei den Ausbildungsbetrieben abladen oder gar zum Regelfall zu erklären? Das kann es nicht sein und auch nicht werden und muss auch die absolute Ausnahme sein.
Die Mensch-Werdung oder -Bildung und ja auch mit Leistungsabfrage erfolgt doch wohl weit vorher und eben nicht im Ponyhof. Laut dem ehemaligen Innungs-Obermeister Volker Girschner beginnt Bildungsabbau in der Grundschule. Das trifft es ziemlich genau, daher dann später die Probleme. Übrigens: bin ich Jahrgang 1962, einer von den ganz ,Harten‘ und trotzdem immer hilfsbereit.“

Die planmäßig Ende 2026 auslaufende BAFA-Förderung nach der Kälte-Klima-Richtlinie wird nicht noch einmal verlängert. Dies hat der VDKF aus dem BAFA erfahren. In der Meldung „Aus für die Kälte-Klima-Richtlinie: Keine Verlängerung nach 2026“ (siehe cci325489) vom 10. Juni nennt der VDKF die möglichen Gründe für das Ende der Fördermaßnahme, zu denen die die angespannte Haushaltslage des Bundes zählt.

Hierzu schreibt Förderexperte Marcel Riethmüller: „Schade, aber leider nicht überraschend. Die Kälte-Klima-Richtlinie war über viele Jahre ein wichtiges Förderinstrument. In der Praxis konnte damit viel bewegt werden: bei Energieeffizienz, Modernisierung und dem Einsatz klimafreundlicher Kältetechnik. Wir von Ecogreen haben seit 2012 mehrere hundert Projekte in diesem Bereich begleitet. Dabei war gut zu sehen, welchen positiven Effekt die Förderung für Unternehmen, Fachbetriebe und Betreiber hatte. In den letzten Jahren ist die Richtlinie allerdings immer komplexer geworden. Der bürokratische Aufwand, die technischen Nachweise und die verpflichtenden Anforderungen haben viele Projekte unnötig schwer gemacht. Dass Fördermittel dadurch weniger abgerufen werden, überrascht mich nicht. Umso bedauerlicher ist es, wenn ein sinnvolles Förderprogramm am Ende auch an seiner eigenen Komplexität scheitert. Für BEG und EEW bleibt zu hoffen, dass die Programme praxisnah und wirtschaftlich handhabbar bleiben. Sonst droht dort am Ende das gleiche Problem: gute Idee, aber zu viel Bürokratie in der Umsetzung.“

Das Online-Portal co2online hat berechnet, dass die Heizkosten für ein Einfamilienhaus beim Betrieb einer Gas- oder Ölheizung über 20 Jahre um mehr als 40.000 € teurer werden könnten als beim Einsatz einer Wärmepumpe. Zu lesen in der Meldung „GModG und Bio-Treppe: Über 40.000 € Mehrkosten bei Gas- und Ölheizungen“ (siehe cci325502) vom 11. Juni. Ein Grund für die Mehrkosten ist die im Entwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz geplante Pflicht zur anteiligen Nutzung von biogenen Brennstoffen bei fossilen Heizungen.

Jörg-Ulrich Bunge merkt in diesem Zusammenhang an: „Es ist unumstritten, dass fossile Brennstoffe allgemein keine Zukunft haben. Wenn aber bei einer Aufrechnung der Heizungsanlagen der reine Betrieb betrachtet wird, geht die Rechnung nicht auf. Eine Heizungsanlage, ob WP, oder konventionelle Brennwertgeräte, haben laut LCA einen Zyklus von 20 Jahren. Das bedeutet: nach 20 Jahren müsste auch die WP neu installiert werden, die wesentlich teurer ist, als eine konventionale Heizungsanlage. Fazit: Die Gebäudehülle muss den Anforderungen der Zukunft gerecht werden. Das betrifft auch die Wechselwirkungen zum klimaneutralen Wohnen.“

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