
Der US-Konzern SLB hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Wärmeübertragerherstellers Kelvion unterzeichnet. Damit will das Unternehmen sein Geschäft mit Lösungen für Rechenzentren um Technologien für Thermomanagement und Wärmeübertragung erweitern. Die Transaktion wird mit rund 3,4 Mrd. $ bewertet, zuzüglich der Übernahme von Schulden
SLB N.V., ein US-amerikanischer Technologieanbieter für die Energieindustrie, hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Kelvion Holding GmbH aus Herne, unterzeichnet. Kelvion bietet Thermomanagement- und Wärmeübertragunglösungen für Rechenzentren, Energie- und Industriemärkte. Die Übernahme soll das Geschäft von SLB mit Lösungen für Rechenzentren und die Position im Rechenzentrumsmarkt stärken, heißt es in einer aktuellen Unternehmensmitteilung.
Apollo Global Management Inc. kontrolliert derzeit über von ihr verwaltete Fonds die Mehrheit an Kelvion. Die US-amerikanische Investmentgesellschaft war erst im Januar dieses Jahres bei Kelvion eingestiegen und hat die Mehrheitsbeteiligung vom Private-Equity-Investor Triton übernommen. Triton hält weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an Kelvion.
SLB zahlt laut Pressemitteilung für Kelvion rund 3,4 Mrd. $ und übernimmt etwa 0,7 Mrd. $ Schulden des Unternehmens. Der Abschluss unterliegt den üblichen Bedingungen und behördlichen Genehmigungen und wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Gemeinsam sollen SLB und Kelvion 2026 pro forma mehr als 2 Mrd. $ Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft erzielen. Für das kombinierte Geschäft strebt SLB 2028 einen Umsatz von 4,5 bis 5,0 Mrd. $ und ein bereinigtes Ebitda von 700 bis 800 Mio. $ an.
„KI treibt den bedeutendsten Infrastruktur-Investitionszyklus unseres Lebens voran“, sagt Olivier Le Peuch, Chief Executive Officer von SLB. Le Peuch zufolge soll Kelvion SLB helfen, stärker integrierte Infrastrukturlösungen für Rechenzentren anzubieten und die globale Reichweite des Geschäfts auszubauen.
Nach Viessmann (siehe cci202195) und ebm-papst (siehe cci328015) ist Kelvion binnen gut zweieinhalb Jahren bereits das dritte milliardenschwere deutsche LüKK-Unternehmen, das an einen US-Konzern verkauft wird. Lesen Sie hierzu auch den jüngsten „Kommentar: Die deutsche LüKK-Branche als global begehrtes Asset“ (siehe cci328584) von Thomas Reuter.
Die Ursprünge von Kelvion gehen ins Jahr 1920 zurück, als Otto Happel in Bochum die GEA – Gesellschaft für Entstaubungs-Anlagen mbH gründete. 1999 wurde GEA von der MG Technologies AG übernommen, die 2005 in GEA Group AG umbenannt wurde. 2010 bündelte GEA die gesamten Wärmeübertrager-Aktivitäten in einem Segment („HX – Heat Exchangers“). 2014 wurde GEA Heat Exchangers durch die internationale Investmentgesellschaft Triton, London, erworben. Das Kerngeschäft des vormaligen GEA-Segments Heat Exchangers wurde 2015 formell von der GEA Group AG abgespalten und als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Kelvion fortgeführt (siehe cci41482). Für 2026 werden bei Kelvion rund 2,3 bis 2,4 Mrd. $ Umsatz und ein bereinigtes Ebitda von etwa 350 bis 400 Mio. $ erwartet.
Triton investiert als Private-Equity-Investor in mittelständische europäische Unternehmen aus den Sparten Unternehmensdienstleistungen, Industrie, Gesundheitswesen und Konsumgüter. Derzeit hat Triton etwa 50 Unternehmen im Portfolio mit einem Gesamtumsatz von 18,1 Mrd. €. Weitere LüKK-Unternehmen, an denen Triton beteiligt ist, sind die Kälte Eckert GmbH (siehe cci179779), die Bluu Unit GmbH und Caverion (siehe cci261170). Im vergangenen Jahr hat Triton seine Anteile an der FläktGroup an Samsung Electronics verkauft (siehe cci296901).
SLB, vormals Schlumberger N.V., ist ein global tätiger Technologiekonzern mit Sitz in Houston, Texas. Das 1926 gegründete Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern aktiv und entwickelt Technologien für die Öl- und Gasindustrie, die Digitalisierung, die Dekarbonisierung von Industrien sowie neue Energiesysteme. Das Geschäft mit Lösungen für Rechenzentren, das SLB seit einigen Jahren aufbaut, soll zwischen 2024 und 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als 90 % zulegen.
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