Sensoren – die Sinnesorgane der Gebäudeautomation

Wie hier im Bild, glich früher, bei der Vielzahl an einzelnen Sensoren, manch eine Decke einem Sternenhimmel. Heute reicht häufig ein einziger kleiner Multisensor aus, um alle Messfunktionen für die diversen Anwendungen im Gebäude bereitzustellen. (Abb. © Sauter)

Sensoren sind technische Bauteile zur Messung physikalischer und chemischer Eigenschaften. Die älteste, historisch bestätigte Sensoranwendung wird Galileo Galilei im Jahre 1593 zugeschrieben, der temperaturabhängige Dichteschwankungen in Flüssigkeiten zur Temperaturmessung verwendete. Seitdem hat sich viel getan: Sensoren sind aus unserm heutigen Alltag der Gebäudeautomation gar nicht mehr wegzudenken. Temperatur-, Feuchte-, CO2- und Mischgas- sowie Bewegungs- und Lokalisierungssensoren, Rauchmelder, Helligkeitssensoren und intelligente Bildauswertung sind inzwischen Standard hochintegrierter Raumautomation.


Sensoren liefern am laufenden Band Daten, die aufgezeichnet, analysiert und zum Wohle der Nutzer wie auch der Shareholder einer Immobilie verwendet werden. Dabei sind Fragen zum Thema Datensicherheit sowie dem Dateneigentümer zu beantworten: Sind Auslastungswerte für Flächen Datenhoheit des Mieters oder des Eigentümers oder eventuell auch des Gebäudeautomationsherstellers? Und dabei gilt es auch noch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu beachten. Ein spannendes Thema, das uns in den nächsten Jahren sicherlich sehr intensiv begleiten wird.

Multisensoren für nahezu alle Anwendungen

Bewegungssensor, Temperatursensor, Lichtsensor, Luftfeuchtigkeitssensor, Vibrationssensor, UV-Sensor, moderne Multisensoren integrieren heutzutage gleich mehrere Funktionen. Wo früher bei der Vielzahl an einzelnen Sensoren manch eine Decke einem Sternenhimmel glich, reicht heute häufig ein einziges Bauteil aus, um alle Messfunktionen für die diversen Anwendungen im Gebäude bereitzustellen. Abgesehen von diesem optischen Vorteil, hat sich auch der technische Aufwand für Installation, Verkabelung, Parametrierung, Dokumentation und Wartung durch die Einführung von Multisensoren erheblich reduziert. Auch die Gefahr durch Brandlast hat abgenommen.

Sensoren machen aus Gebäuden Smart Buildings
Sensoren ermöglichen das Internet der Dinge, indem sie Daten für intelligentere Entscheidungen sammeln. Im selben Maß, wie die IoT-Branche wächst, nehmen auch die Möglichkeiten zur Nutzung von Sensoren zu. In die smarten Sensormodule von heute sind, neben der reinen Messfunktion, auch bestimmte Verarbeitungsfunktionen integriert. Und auch ansonsten hat eine rasante Entwicklung die Funktionen und Möglichkeiten von Sensoren beeinflusst. So sind heutige Sensoren kleiner, fast schon unsichtbar verbaubar, flexibel einsatzfähig, bei geringstem Energieverbrauch, können kabellos betrieben werden und übermitteln ihre Daten über Funk. Dazu werden Sensoren immer leistungsfähiger und präziser und sind aus der modernen und optimierten Steuerung und Regelung von Prozessen gar nicht mehr wegzudenken.

Gerade auch im Gebäudebetrieb und dem Facility Management bieten sich zahlreiche Anwendungsfälle: Mittels Sensoren und ihrer Anbindung über das Internet der Dinge können unter anderem die Zustandsdaten von Gebäuden, Klima und Verbrauchsdaten oder die Verfügbarkeit und Belegung von Räumen erhoben, analysiert und optimiert gesteuert werden. Weitere Anwendungsbereiche gibt es in der Industrie, der Prozessautomatisierung und auch in der Medizin.

Und diese Entwicklung wird fortschreiten. Neue Sensortypen werden weitere Messwertebenen erschließen und damit immer neue Möglichkeiten zur (teil-) autonomen und intelligenten Steuerung von IoTs (Internet of things) in Smart Buildings und anderen Bereichen bereithalten.

Autor: Murat Türksoy, Leiter Business Development für Digitalisierung & IoT bei Sauter Deutschland

Artikelnummer: cci91830

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