Marktentwicklung Wohnungslüftungsgeräte 2020

Zentrales Wohnungslüftungsgerät, Einbau im Dachgeschoss (Abb. © Gerd/stock.adobe.com)

Der Fachverband Gebäude-Klima und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) haben gemeinsam aktuelle Zahlen zum Markt für Wohnungslüftungsgeräte veröffentlicht.

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Der Markt der mechanischen oder kontrollierten Wohnungslüftung wächst weiterhin. Grundsätzlich bestehen mehrere Möglichkeiten der mechanischen Wohnungslüftung, mittels dezentraler- oder zentraler Lüftungsanlagen. In beiden Fällen können die Systeme um Wärmerückgewinnungseinheiten erweitert werden, sodass die angesaugte Außenluft durch die Wärme der Abluft erwärmt wird.

Dezentrale Wohnungslüftungsgeräte

Enwicklung des deutschen Markts für dezentrale Wohnungslüftung zwischen 2014 und 2020 (Abb. © FGK/BDH)
  • Beim Permanentlüfter fördert ein Ventilator Außenluft in den Raum, gleichzeitig führt ein zweiter Ventilator verbrauchte Raumluft ins Freie ab. Der Wärmeübertrager befindet sich zwischen den beiden Luftströmen, sodass über eine Trennschicht (Platten-WÜT) oder über eine drehende Speichermasse (Rotoren) Wärme aus der Abluft an die Zuluft zurückgeführt wird.
  • Push-Pull-Lüfter werden auch als Pendellüfter oder alternierende Lüftungsgeräte bezeichnet. In kurzen zeitlichen Abständen ändert der Ventilator solch eines Gerätes die Drehrichtung, sodass er abwechselnd Außenluft in den Raum (Pull) und verbrauchte Raumluft ins Freie fördert (Push). Der regenerative Wärmeübertrager (WÜT) speichert in der Push-Phase Wärme und Feuchte aus der Abluft im Speichermedium. In der Pull-Phase gibt er die Wärme ab, dadurch wird die Außenluft auf ihrem Weg in den Raum erwärmt. Die Geräte werden jeweils paarweise betrieben. Während ein Gerät im Abluftbetrieb läuft, ist das andere im Zuluftbetrieb.

Ein zunehmender Einsatz der Wohnungslüftung in Bestandsgebäuden hat in den vergangenen Jahren zu einem kontinuierlichen Anstieg bei der dezentralen beziehungsweise raumweisen Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG) geführt. Hierunter werden zusammengefasst die Permanentlüfter mit kontinuierlichem Zu-/ Abluftbetrieb und WRG sowie die Lüftungsgeräte mit regenerativem Wärmeübertrager, die im Richtungswechsel (Push-Pull) betrieben werden. Der Vorteil der dezentralen Lüftung besteht im geringen Installationsaufwand, der sich auch bei Sanierungsobjekten sehr positiv auswirkt.
Der Anstieg der „Dezentralen“ hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt, gegenüber 2019 ist die Zahl der verkauften Geräte jedoch immer noch um rund 6 % von 215.000 Geräten im Jahr 2019 auf 228.000 Geräte im Jahr 2020 gestiegen. Im ersten Quartal 2021 lag der Absatz bei einem Wachstum von 4 %.

Zentrale Wohnungslüftungsgeräte

Enwicklung des deutschen Markts für zentrale Wohnungslüftung zwischen 2009 und 2020. Das letzte Tief im Jahr 2019 scheint überwunden; der Bestwert von 2017 wurde aber noch nicht wieder erreicht. (Abb. © FGK/BDH)

Bei den zentralen Wohnungslüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung ist eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Nachdem die Zahl der neu in den Markt gebrachten Geräte 2018 um etwa 6 % und 2019 um rund 3 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zurückgegangen war, stieg sie von 49.000 Geräten im Jahr 2019 um rund 6 % auf 52.000 Geräte im Jahr 2020. Im ersten Quartal 2021 lag der Absatz ca. 10 % über dem Absatz des Vorjahreszeitraums.

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