dena-Studie: Energiespeicher in Quartieren

Beispiel für ein Quartier: das "Urbanharbor"-Areal in Ludwigsburg sein. Die Vernetzung und Verzahnung von Bereichen wie Wärme, Kälte, Strom und Mobilität soll das ehemalige Hüller-Hille-Areal zum Paradebeispiel für effiziente Energieerzeugung und -nutzung machen. (Abb. © Max Maier Urbandevelopement)
Beispiel für ein Quartier: das „Urbanharbor“-Areal in Ludwigsburg sein. Die Vernetzung und Verzahnung von Bereichen wie Wärme, Kälte, Strom und Mobilität soll das ehemalige Hüller-Hille-Areal zum Paradebeispiel für effiziente Energieerzeugung und -nutzung machen. (Abb. © Max Maier Urbandevelopement)

Schon heute können thermische Speicher in Quartiersprojekten wirtschaftlich intergiert werden und damit zu einer klimaneutralen Energieversorgung beitragen. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „Thermische Energiespeicher für Quartiere“, die die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Ende September in Berlin veröffentlicht hat.

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Die Studie richtet sich an Stadtwerke, Kommunen, Planer, Projektentwickler, Investoren sowie politische Stakeholder. Die Analyse soll deren Kenntnisse zu Effizienzpotenzialen und Synergien bei der Betrachtungsweise von Gebäuden im räumlichen Zusammenhang ausbauen und kann bei der Auswahl des passenden thermischen Speichers helfen.
„Die Bundesregierung hat sich ambitionierte Energie- und Klimaziele gesetzt. Um sie zu erreichen, muss die praktische Umsetzung vor Ort gefördert werden. Ein Baustein dafür ist die neue dena-Studie zu thermischen Energiespeichern in Quartieren. Es ist wichtig, dass die Akteure vor Ort fundiertes Wissen erhalten und somit zu Treibern der Energiewende werden“, sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Speicher haben bei der Dekarbonisierung des Wärmesektors und bei der Kopplung von Strom, Wärme und Verkehr eine Schlüsselfunktion inne. Beides sind zentrale Elemente klimaneutraler Quartiere.“ So können beispielsweise Effizienzmaßnahmen am Gebäude, die Integration von Anlagen mit regenerativen Energien, insbesondere in Wärmenetze oder Power-to-Heat-Anlagen mit Speichern kombiniert und netzdienlich betrieben werden.
Die Studie, die das Fraunhofer IEE im Auftrag der dena erstellt hat, vergleicht unterschiedliche Speichertechnologien anhand von Planungsparametern und Best-Practice-Beispielen. Die dargestellten Technologien decken alle Anwendungsbereiche ab: Neubau und Bestand, private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen und Industrie. Zudem beschäftigt sich die Studie mit gebäudezentrierten Speichern und solche, die sich für die Quartiersebene eignen. Dabei wird auch auf einzelne Materialkomponenten und Recyclingmöglichkeiten eingegangen. In Kombination mit Informationen zu aktuellen technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsteht dadurch ein umfassender Überblick.
Grundsätzlich gibt es bislang keine Einbauverpflichtung für thermische Speicher bei Quartiersprojekten. Jedoch stellt die BAFA-Förderung „Wärmenetzsysteme 4.0“ einen Anreiz dar.
Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass schon heute thermische Speicher in Quartiersprojekten wirtschaftlich intergiert werden und damit zu einer klimaneutralen Energieversorgung beitragen können.

Marktsituation und Geschäftsmodelle

Das Kapitel 2.3 der 71-seitigen Studie beschäftigt sich mit dem Thema „Marktsituation und Geschäftsmodelle“. Bei der Wärmespeicherung für Raumheizung und Trinkwassererwärmung entsteht ein wachsender Markt, dessen zu erwartende Nachfrage mit einer deutlichen Ausweitung der Produktionskapazitäten einhergeht. Die sensiblen Speicher stellen die am weitesten entwickelten Technologien dar. Industrielle Standardprodukte dominieren hier in der Regel den Markt, sodass ein erheblicher Kostendruck besteht. Zur sonstigen Marktsituation, insbesondere im Hinblick auf die Marktpotenziale thermischer Speicher, gibt es keine belastbaren Studien, da eine Abhängigkeit zu verschiedenen Bedingungen besteht. Die Entwicklung und die Umsetzung von Geschäftsmodellen sind von einer Vielzahl von Faktoren wie der Unternehmensform, dem aktuell geltenden Recht und marktbedingten Rahmenbedingungen abhängig. Zum Beispiel kann sich die Unternehmensform auf die Finanzierung auswirken. Dies kann einen weiteren Effekt auf die Umsetzung eines Modells, insbesondere die Einbindung weiterer Partner wie beim Contracting oder bei Dienstleistungen, haben, um gegebenenfalls Risiken zu mindern oder gezielt Investitions- oder Steuernachteile auszugleichen. Die Faktoren mit Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen ein Geschäftsmodell für thermische Speicher sind ebenso vielfältig wie unter Umständen einzelfallbezogen.

Studie „Thermische Speicher in Quartieren“: Link

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