- Wärmepumpendaten aus dem Feld statt aus dem Labor
- Viele Anlagen sind größer als nötig
- Kurze Laufzeiten: weit verbreitet, aber nachteilig
- Invertertechnik ist kein Freifahrtschein
- Überdimensionierung erklärt nicht alles
- Praxistipps für Fachplaner und Anlagenbauer
- Fazit
Auf dem Prüfstand arbeiten Wärmepumpen unter definierten Randbedingungen. Im Gebäudealltag ist die Situation jedoch komplex: Heizgrenzen, Vorlauftemperaturen, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung, Abtauvorgänge, Einzelraumregelungen und Nutzerverhalten beeinflussen hier den Betrieb. Genau deshalb sind Erkenntnisse aus Feldmessdaten für die Planungspraxis besonders wertvoll.
Wärmepumpendaten aus dem Feld statt aus dem Labor
Im Rahmen des Schweizer Wärmepumpen-Feldmessprogramms wurden seit 2016 mehr als 23 Milliarden Messdatenpunkte erfasst. Die Messdatenerfassung läuft weiterhin, die Auswertungen wurden jedoch nach 2023 mit dem Abschluss des Forschungsprojekts vom Bundesamt für Energie (BFE) eingestellt. Im BFE-Forschungsprojekt wurden insgesamt 30 Anlagen Messtechnisch erfasst, wobei es sich bei zwei Anlagen um Spezialfälle handelt und bei zwei anderen Anlagen Unsicherheiten bezüglich der Datenzuordnung bestehen. Bei den übrigen 26 Anlagen ist die Belastbarkeit und Zuverlässigkeit der Daten auf hohem Niveau. Darauf bauen die Untersuchungen „Betriebsverhalten von überdimensionierten Wärmepumpen“ für die DKV-Tagung 2025 auf.

Insgesamt wurden (zwischen Juni und Oktober 2025) die Daten von 26 Anlagen mit mehr als 450.000 Betriebsstunden ausgewertet. Dabei konnten knapp 400.000 Verdichterzyklen identifiziert und deren Laufzeiten statistisch eingeordnet werden.
Für die Untersuchung wurden langjährige Messdaten von Wärmepumpenanlagen unterschiedlicher Typen und Leistungsbereiche (4 bis 22 kW) für Wohnbauten ausgewertet. Bei 18 der 26 Wärmepumpen handelt es sich um Wärmepumpen mit Drehzahlregelung. Die Anlagen wurden mit einer Abtastrate von 100 ms erfasst und diese Daten als 10-s-Mittelwerte gespeichert. Dadurch lassen sich nicht nur Jahresarbeitszahlen, sondern auch die Anzahl an Startvorgängen, Laufzeiten und die einzelnen Betriebszustände detailliert analysieren und vergleichen.





Der Beitrag basiert auf dem Vortrag „Betriebsverhalten von überdimensionierten Wärmepumpen: Eine Analyse von Feldmessdaten“ auf der DKV-Tagung 2025, 19.-21. November 2025, in Magdeburg.
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