- Panik ist absolut unangebracht
- Keinesfalls droht ein Totalschaden
- Maxime: Kein Kältemittel ins Gebäude
- Auch ohne Strom sicher
- Verwendung von Frostschutzmitteln
- Das sagt der Sachverständige
- Nach dem Frost: Was ist zu beachten?
- Seminar „Hydraulik in Wärmepumpenanlagen“
- Medienschelte von Christoph Brauneis, Sprecher des VDKF und der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik

„Der mehrtägige Stromausfall im Berliner Südwesten kann bei Monoblock-Wärmepumpen einen Totalschaden verursachen. Bei einigen Geräten mit Propan (R290) als Kältemittel droht im Extremfall sogar Explosionsgefahr, denn für einen mehrtägigen Stromausfall sind solche Anlagen nicht ausgelegt. Vor allem bei längeren Frostphasen gibt es ein Problem“ Mit diesem Aufmacher hat die „Welt“ über den Stromausfall zu Beginn des Jahres 2026 in Berlin berichtet.
Tatsache ist, dass im Jahr 2020 tatsächlich der Anbau eines Gebäudes vollständig durch eine Explosion zerstört wurde, die auf eine frostgeschädigte Propan-Wärmepumpe zurückzuführen ist. Das belegt ein umfangreicher Bericht des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS), Kiel, der cci Wissensportal vorliegt (nach Registrierung downloadbar unter schadensprisma.de). Aber schon damals hatte IFS-Gutachter Matthias Klaper abschließend festgehalten, „dass Wärmepumpen nach den Erfahrungen des IFS sehr sicher sind“. In den mehr als 20.000 Einträgen in der IFS-Schadendatenbank zur Brandursachenermittlung sei nur ein ähnlich gelagerter Schaden zu finden. „In beiden Fällen konnte es nur durch die Verkettung vieler ungünstiger Faktoren sowie weiterer (…) Einflüsse zu dem Schaden kommen“, so Klapers Fazit.
Die Hersteller von Propan-Wärmepumpen scheinen den Bericht aufmerksam gelesen und ihre Schlüsse für die etwa ab 2023 forcierte Entwicklung und Markteinführung von Propan-Wärmepumpen gezogen haben. Zumindest wurden seither trotz erheblich gestiegener Anzahl an installierten Monoblock-Geräten keine weiteren Vorfälle bekannt – auch nicht nach dem Stromausfall in Berlin.
Zwecks fachkompetenter Einordnung hat cci Wissensportal bei Verbänden und Herstellern nachgefragt, mit welchen technischen Lösungsansätzen auf die Herausforderung durch Stromausfälle bei Frost reagiert wurde und wird – und lässt diese durch einen Sachverständigen bewerten. Ergänzend nimmt Christoph Brauneis, Sprecher des Verbands Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe (VDKF), Bonn, und der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik, Maintal, die Berichterstattung der Publikumsmedien ins Visier.




cci313679
Jede Art der Vervielfältigung, Verbreitung, öffentlichen Zugänglichmachung oder Bearbeitung, auch auszugsweise, ist nur mit gesonderter Genehmigung der cci Dialog GmbH gestattet.



