„Kein smartes Gebäude in Deutschland wird korrekt betrieben“

(Abb. © cci Dialog GmbH)
Zufriedene Veranstalter und Vortragende (von links): Jan Sprenger (SBIF), Frank Burkhardt und Holger Schaefe (beide Hosch), Manuel Franck (Edge Technologies) (Abb. © cci Dialog GmbH)

Unter dem Motto „Smart Building – Nützlich oder kann das weg?“ hat die Hosch Gebäudeautomation Holger Schaefe GmbH aus Teltow am 1. Februar ihr nunmehr achtes „Hosch IQ.Wissensforum“ veranstaltet. Benjamin Meißner, Hauptstadtkorrespondent von cci Zeitung und cci Branchenticker, war bei der Veranstaltung vor Ort.

Die Veranstaltung bestand aus zwei Vorträgen, die sich kontrovers mit dem Nutzen, den Möglichkeiten und dem aktuellen Stand smarter Gebäude auseinandersetzten. Das Wort des Tages war dabei eindeutig „Komplexität“. „Es ist, als nähmen wir ein normales Gebäude und wickelten noch einmal mehrere Lagen Komplexität darum“, so Jan Sprenger, Innovation Manager und Prokurist bei der Smart Building Innovation gGmbH, Berlin, die das operative Tagesgeschäft der Smart Building Innovation Foundation (SBIF) umsetzt. In dieser Stiftung engagieren sich Unternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der Wissenschaft für nachhaltiges Bauen im Gewerbe. „Deshalb müssen vor allem die Nutzer noch stärker mitgenommen werden, um das Gebäude auch zweckbestimmt betreiben zu können“, so Sprengler weiter.
Doch auch auf Seiten der Betreiber gibt es laut Manuel Franck, Smart Solutions Manager bei der Edge Technologies GmbH, Berlin, noch viel Luft nach oben: „Wenn das Projektteam seinen Job gut gemacht hat, ist der Betreiber ‚komplett durchberaten‘ und hat ein echt smartes Gebäude. Aber danach geht das Gebäude dann durchweg vor die Hunde. Ich kenne in Deutschland leider kein smartes Gebäude, das korrekt und werterhaltend betrieben wird.“
Ein Teilnehmer unterstellte dem Berufsbild Facility Manager dann auch, dieser sei in Wahrheit doch nur ein Hausmeister, der Angst vor der Technik habe. Dazu Franck: „Wir brauchen definitiv einen guten Facility Manager, den wir sehr intensiv schulen müssen.“ Ein gutes Beispiel hierzu käme hierzu aus den Niederlanden, wo sich im Laufe mehrerer Projekte mit denselben Beteiligten echte Lernkurven und nachhaltige Partnerschaften ergeben hätten.
Nicht ganz aus der Welt geräumt werden konnte die weiterhin hohe Skepsis bezüglich Aufwand und Nutzen beim Betrieb smarter Gebäude. Ein Teilnehmer verwies auf die hohen Anforderungen sowie die Komplexität der Programmierung und kritisierte, dass aktuell noch die Kosten überwiegten. Das liegt, laut einem weiteren Teilnehmer, auch an den einzuplanenden Redundanzen, da „bei Störung von außen, zum Beispiel durch einen Stromausfall, das Gebäude zeitweise nicht nutzbar sei.
Einen ausführlichen Bericht zu der Veranstaltung lesen Sie in Ausgabe 4/2024 von cci Zeitung.

cci266626

Schreibe einen Kommentar