first page Seite 1 2
15. August 2018 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

Aus dem Inhalt

  • cci Forum: Kontroverse um UVC
Bewertung empty starempty starempty starempty starempty star
Kommentare (0) frei für angemeldete Mitglieder

o. Kritik an der Studie

Einige der von cci Forum Befragten äußerten sich kritisch zur Studie. Sie merkten an, dass keine Anlage im realen Gebrauch untersucht wurde, sondern nur im Versuchsaufbau, der möglicherweise nicht den realen Gegebenheiten entspricht. Ferner wurde kritisiert, dass in der Studie wichtige Daten fehlen, wie die Lampenart und -positionierung, die Luftführung und überhaupt die technische Dimensionierung des UV-Systems im Zusammenspiel mit der Abluftanlage. Und sie gaben zu bedenken, dass sich seit Erstellen der Studie einiges verbessert hat.

Redaktion


1. Gute Auslegung nötig

Am Markt gibt es viele verschiedene Systeme zur Abluftbehandlung (ALR) oder Reinigung von geruchsbelasteter Küchenabluft. Eine ALR muss gut ausgelegt sein. Ihre Wirkung hängt von den eingesetzten Komponenten (elektrostatische Filter ja/nein, Aktivkohlekatalysator ja/nein), dem Anwendungsfall (Geruchsintensität, Abluftvolumenstrom) und der Auslegung der einzelnen Komponenten der ALR-Anlage ab, zum Beispiel wie viele UV-Röhren wo angeordnet sind. Generelle Vorteile beim Einsatz von elektrostatischen Filtern sind mir nicht bekannt, sie können sich aber in speziellen Anwendungsfällen vorteilhaft auswirken. Beanstandungen durch zu hohe Ozonkonzentrationen in der Abluft können vorkommen, auch wenn die dabei freigesetzten Ozonkonzentrationen weit unter dem zulässigen Grenzwert von 20 mg/m³ laut DIN EN 16282-8 liegen. Dies kann dann der Fall sein, wenn bei verringerter Abluftleistung die Leistung der ALR nicht geregelt wird oder bei ungünstig gewählten Ausblasstellen, die keine ausreichende Vermischung mit Umgebungsluft zulassen.

Dipl.-Ing. Georg Tale-Yazdi, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Lüftungs- und Klimatechnik, Sachverständigenbüro Tale-Yazdi, Schöneck


2. Ozon allein bringt es nicht

In einem Verkaufsgespräch mit der Firma x hatte ich diese Studie mal angesprochen. Ich wurde im Beisein meines Kunden von den Verkaufswölfen förmlich zerfleischt. Anfang 2004 hatte ich, aufgrund meiner Erfahrung mit Ozon in der Wasseraufbereitung und in der medizinischen Desinfektion, meine ersten Gehversuche mit kurzwelligem Licht und der daraus folgenden Sauerstoffumwandlung in O3 bei der Küchenabluftaufbereitung. Nach etwa einem Jahr und unzähligen Versuchen konnte ich mit ruhigem Gewissen meinen Kunden davon abraten, allein auf Ozon zu setzen. Leider fehlt mir als „blöder" Anlagenbauer die entsprechende Lobby, mich der Industrie mit meinen bis dahin gemachten Erfahrungen und Einschätzungen zu stellen.
Meine Erfahrungen dahingehend sind eindeutig: Ozon allein bringt es nicht, zumindest nicht bei meiner Anlagentechnik und bei meinen Kunden. Ich bekomme immer nur den Hinweis der Industrie, dass deren Technik überall nachweislich funktioniere, nur eben bei mir nicht.
Irgendwann fängt man an, an sich und seinem Verständnis der Anlagentechnik zu zweifeln, deshalb habe ich mich hin und wieder (in der Regel auf Kundenwunsch) breitschlagen lassen, diverse Ozongeneratoren unterschiedlicher Hersteller zu installieren. Spätestens nach den halbjährlichen Wartungen waren die Ergebnisse sichtbar und glasklar.
Letzten Monat saß ich wieder mit einem Küchenlieferanten zusammen. Obwohl ich zum wiederholten Mal die Untersuchungen von Tim Farrell (Anm. der Redaktion: einer der Autoren der Studie) heranzog, stellte ich wieder mal fest, dass es in Deutschland an den richtigen Stellen an Hirn und an Kompetenz für technisches Verständnis fehlt. Es geht in erster Linie nur um Umsatz und Gewinn. Ich habe es irgendwann aufgegeben, mich mit der Industrie anzulegen. Spätestens nach der ersten Unterlassungserklärung, die ich abgeben sollte, musste ich „Verständnis“ für die Industrie aufbringen.
Ich setze nach wie vor auf den mechanischen und elektrostatischen Abscheidegrad entsprechender Filtertechniken. Ozon setze ich zusätzlich zur Geruchsneutralisation ein.

Name ist der Redaktion bekannt


3. Tausende erfolgreich arbeitende Systeme im Einsatz

Unbestritten gibt es in der Branche Negativbeispiele schlecht dimensionierter und nicht funktionierender UV-Anlagen. Das passiert zumeist dann, wenn UV-Strahler in einer Küchenhaube als Universallösung verkauft werden, ohne die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Betrieb zu kennen. Diese Anbieter sind die schwarzen Schafe, die in jeder Branche vorkommen und leider auch so mancher Innovation erheblichen Imageschaden zufügen.
Für uns ist es gängige Praxis, UV-Anlagen in der richtigen Abstimmung und Dimensionierung als sichere und in sich geschlossene Systeme in ein nach Stand der Technik gebautes Lüftungssystem zu integrieren. Selbstverständlich gehört dazu auch der Einsatz von Aerosolabscheidern der Filterklasse A in der Ablufthaube, aber auch richtig ausgelegte Ventilatoren und weitere Filter. Das Gesamtsystem muss also stimmen. In Restaurants, die mit unseren Systemen ausgerüstet sind, können wir beobachten:
• Über den Pommes-Fritteusen findet man auch nach Jahren kein Fett in der Abluftleitung.
• Selbst wenn mit viel Panade frittiert wird, gibt es nach Jahren nur eine dünne Schicht Ablagerung, die absolut trocken ist und deren Schichtdicke weniger als 0,2 mm beträgt.
Ganz klar: Eine 100-prozentige Lösung gibt es nicht. Auch bei Verwendung unserer Systeme gehen geringe Mengen fetthaltiger Aerosole durch die Leitung und werden in den Filtern vor dem Lüftungsgerät abgeschieden. Schon vor Jahren haben wir dazu in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Brandsachverständigen und dem Schornsteinfegerverband Praxistests in Küchen der Systemgastronomie mit und ohne UV-Systeme durchgeführt. Ergebnis: Alle entnommenen Proben aus Küchen mit unseren UV-Systemen sind nicht brennbar. Unter dem Gesichtspunkt der jährlichen Schadensbilanz durch Küchenbrände werden somit erhebliche Summen durch die Verhinderung der Brandausbreitungen, die durch Lüftungssysteme verursacht werden, eingespart. Dieses Ergebnis ist nach unserer Auffassung der eigentliche und entscheidende Vorteil, den man durch den Einsatz von UV-Systemen erzielt.
Tatsächlich sehen auch wir unzureichende Reinigungsmöglichkeiten von UV-Lampen in Ablufthauben als eine große Gefahr für die Funktion an. Wenn eine manuelle Reinigung für den Restaurantbetreiber nur schwierig möglich ist, wird sie in der Praxis nicht ausreichend durchgeführt. Die Wartung ist sehr aufwändig und stört den Küchenbetrieb. Aus diesem Grund haben wir unsere UV-Lampen als Modulsystem herausnehmbar gestaltet.

Wolfgang Künze, Franke Foodservice Systems GmbH, Bad Säckingen


4. Ozon mit Aktivkohle herausfiltern

Es wird eine gewisse Kontaktzeit/Behandlungszeit der ozonhaltigen Prozessabluft benötigt. Nach meinen Kenntnissen 2,7 bis 3,0 s. Bei 4 m/s Luftgeschwindigkeit werden somit ca. 12 m Abluftleitung benötigt, bis Eintritt Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung. Da nun aber ein Überschuss an Ozon in der Abluft ist, sollte diese mit Aktivkohle herausgefiltert werden, sonst könnten zum Beispiel Terrassenbesucher über Unwohlsein klagen.

Michael Werner Götze, Gaplatec GmbH, Kirchheim


5. Kompetenz, passende Ausrüstung und viel Erfahrung nötig

Ich war an der Entwicklung der 1. Generation (2004) der UVC-Systeme für Fastfood-Ketten dabei und habe mit umfangreicher nationaler und internationaler Behördenbegleitung diese Küchenabluft-Thematik (nur Emissionswerte FOL) begleitet. Riesiger Zeitaufwand, viele Messungen, Prüfungen, Bescheide, Kosten und und und. Aber: Bei den Ozonmessungen wurden Messungen von kompetenten (anerkannten?) drei Instituten, Umweltlaboren nicht akzeptiert, da die Behörden plausible Ergebnisse forderten. Erst bei der vierten Prüfung mit einem erfahrenen Messtechnikinstitut war die Akzeptanz vorhanden. Ozonmessungen brauchen also Kompetenz, passende Ausrüstung und viel Erfahrung.

Ludwig Rüdisser, Rüdisser RLT-Optimierung, Götzis/Österreich


6. Ungefährlich nur bei sachgerechter Nutzung

UV-Systeme sind nur ungefährlich, wenn sie sachgerecht genutzt werden. Gefährlich wird es, wenn UV-Strahlen oder Ozon in den Arbeitsbereich gelangen. Grundsätzlich müssen die UV-Strahler baulich lichtdicht von den Fettabscheidern entkoppelt sein. Sind die UV-Röhren unmittelbar hinter den Fettabscheidern angebracht und ist im Arbeitsbereich blaues Licht erkennbar, sind die Fettabscheider für die UV-Anwendung nicht geeignet. Außerdem muss technisch sichergestellt sein, dass die UV-Strahler nicht betrieben werden können, wenn die Fettabscheider zur Reinigung ausgebaut werden. Auf jeden Fall müssen alle betroffenen Bauteile des Abluftsystems der aggressiven UV-Strahlung dauerhaft standhalten. Im regulären Betrieb entsteht das Ozon in der Abzugshaube hinter den Fettabscheidern. Das ist ungefährlich, wenn alle Lüftungsleitungen dicht sind und der Ventilator läuft. Keinesfalls aber darf ozonhaltige Luft durch Leckagen oder Wiederansaugen der Fortluft (Lüftungskurzschluss im Freien) in die Zuluft gelangen oder an anderen Stellen zu Ozonbelastungen führen. Wenn der Lüftungsventilator ausfällt, muss sichergestellt sein, dass die UV-Strahler automatisch abschalten. Nicht alle Anlagen, die angeboten werden, entsprechen den Anforderungen der Sicherheitstechnik und des Gesundheitsschutzes.

Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), Mannheim


7. Verwendung hat sich bewährt

Die Verwendung von Systemen zur UV-Behandlung hat sich bewährt. Allerdings sind eine Reihe von Randparametern zu berücksichtigen, die auf langjährigen Untersuchungen und Erfahrungen der Hersteller beruhen und sich in den einschlägigen Normen wiederfinden. Das System zur UV-Behandlung ist den (bestmöglichen) Abscheidesystemen nachgeschaltet, um den Reinigungsaufwand im Abluftleitungssystem (Fettreste) zu minimieren. Der Markt zeigt hier, dass die Systeme trotz der höheren Kosten angenommen werden – und zwar auch von renommierten Anwendungsbetrieben. Ein Effekt ist offensichtlich vorhanden. Und das nicht nur bei neu konzipierten Gesamtanlagen, sondern auch bei Nachrüstung in vorhandene Küchenabluftanlagen, bei denen erheblicher Fettrestanfall mit den UV-Anlagen eliminiert werden kann.
Zur Studie: Das Alter der Studie (2011) spricht nicht für eine Aktualität. Gerade im Bereich der UV-Leuchtmittel sind erhebliche Fortschritte gemacht worden und die Systeme an die Umstände in der Küche angepasst worden.
Unter gewissen Voraussetzungen mag es sein, dass (wie beschrieben) die Reinigungswirkung im Wesentlichen durch die vorgeschalteten Abscheider erfolgt. Im Praxisbetrieb unterscheidet sich aber die Effektivität dieser Abscheider (u. a. auch durch variable Abluftmengen und verschiedenartigen Fett-/ Verschmutzungsanfall im Kochbetrieb). Das zeigt im Übrigen auch Abb. 3 auf Seite 11 der Studie. Da wird die Effizienz der Filter dargestellt, und man kann deutlich bestätigt, sehen was wir schon seit Jahren wissen, dass nämlich die Abscheider (hier Flammschutzfilter) bei Partikeln bis ca. 3 µm (dort steht mm) faktisch keine Filterwirkung entfalten. Und genau auf diese Partikelgrößen zielt die Wirkungsweise von UV-Anlagen ab. 
In der Studie wurde offensichtlich mit T5-Quecksilberlampen gearbeitet, die bei Temperaturen über 40 °C keine UV-Strahlung mehr erzeugen. Es wurde auch darauf hingewiesen (Seite 9), dass die UV-Lampen verfetten. Genau aus diesen beiden Gründen werden seit zirka zehn Jahren ausschließlich amalgamdotierte T6-Strahler verwendet, die bis zu Temperaturen von 100 °C UV-Strahlung und Ozon erzeugen und durch die hohe UV-Leistung pro cm² nicht mehr verfetten.

Frank Kienle, Geschäftsführer, HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik


8. Studie mangelhaft

In der Studie fehlen klare aussagekräftige Angaben über den eingesetzten Strahler (Hersteller? Strahler-Typ? Strahler-Länge? Strahler-Durchmesser? Strahler-Leistung? Strahler-Spannung? Strahler-Strom? Oberflächentemperatur am Glasrohr? Welches Glasrohr wurde eingesetzt?) Wurde der Strahler mit dem richtigen Vorschaltgerät betrieben? Welche Luftfeuchtigkeit war gegeben? Schon diese Fragen zeigen auf, dass man sich wirklich mit der Technik auskennen muss, wenn man sich mit der Thematik befassen will.
Warum wurde kein Versuch in einer realen Küche mit realer Küchenabluft unternommen? Hierbei sind die Wrasen selbst und deren Aufkommen grundlegend anders als im vorgenommenen Versuchsaufbau mit Raumluft und Ölnebel. Wir haben seit Jahren eine hauseigene professionelle Versuchsküche mit kompletter Küchengerätschaft (2 m Profi-Küchenzeile)und einer Küchenabluftanlage (2,5 m Dunstabzugshaube mit Außen- und Induktionsluft). Wir müssen nichts simulieren. An dieser Anlage haben wir eine Vielzahl von UV-Strahlern unter realen Bedingungen getestet, und zwar einschließlich Ozonwerten. Die Testergebnisse wurden in der Strahlerproduktion maßgeblich berücksichtigt.
Was sagt die Studie über Gerüche aus? Hoffentlich kommt jetzt kein „Fachmann“ und behauptet, dass „verbesserte Filter“ Gerüche reduzieren. Sofern verbesserte Filter einen Druckverlust von mehr als 180 Pa benötigen, sind sie für den Einsatz von UV-Technik in der Dunstabzugshaube nicht gut geeignet. Das haben unsere ausführlichen Tests ergeben. Ebenso haben Filter mit hohen Druckverlusten auch hohe Strömungsgeräusche und Luftgeschwindigkeiten und wurden schon mehrfach mancher Orts ausgetauscht gegen Wirbelstromfilter der Bauart „A“ mit geringeren Druckwerten und bester Funktion sowie niedrigeren Strömungsgeschwindigkeiten/Lautstärken.
Der Einsatz von UV-Technik, Ozontechnik oder Plasma-Abluftreinigungstechnik soll bewirken, dass die Reinigungskosten der gesamten Küchenabluftanlage erheblich reduziert werden. Nicht ausschließlich innerhalb des Filterraums der Dunsthaube, aber dort auch. Deshalb ist der Vergleich im Versuch zwischen kommerziellen Dunsthauben  und Versuchsanlage schon grundlegend nutzlos. Welche nachweisliche solide Aussage kann getroffen werden, ob und in welchem Maße die Wrasen beziehungsweise Partikel sich in der Anlage ablagern und diese versotten? Wurde festgestellt ob hier eine Reduzierung vorhanden ist? Nachweislich! Nicht als Schlussfolgerung aus einem Messpunkt mit 1,4 s Reaktionszeit. Es geht ganz bestimmt nicht darum, in einer Versuchsanlage Partikel zu zählen.
UV-Technik ist sicherlich mit den anderen Techniken wie Ozongeräten oder Plasmaanlagen als innovative Technik in der Küchenablufttechnik einzuordnen, die ganz sicher weiterhin Bestand haben werden. Das beweisen mehrere Tausend UV-Anlagen, die erfolgreich installiert wurden.

Roman Gagel, Lüftungstechnik Gagel, Würzburg


9. Studienrechnungen nicht nachvollziehbar

Aus unserer langjährigen Erfahrung mit UVC-Röhren und Ozongeneratoren in unseren Anlagen können wir weder den Versuchsaufbau noch die widersprüchlichen Werte der Beispielrechnungen dieser Studie nachvollziehen. All unsere Anlagen funktionieren mit dieser Technik bis zum heutigen Tage einwandfrei. Voraussetzung ist natürlich die fachgerechte Planung sowie Ausführung der Anlagen.

René Bruder, Geschäftsführer, InoxAir, Gelsenkirchen


10. Und es funktioniert doch

Hersteller, die behaupten, dass die Fettverbrennung mit UVC-Licht in der gewerblichen Küchenabluft nicht funktioniert, sollten besser die Aussage treffen, das ihre eigenen UVC-Anlagen nicht den erforderlichen Leistungen entsprechen. Amalgam-UV-Lampen aus der Wasseraufbereitung sind für die Luftbehandlung nicht vorteilhaft. Amalgamstrahler benötigen eine Betriebstemperatur von zirka 120 °C, um das Quecksilber, das für die Erzeugung der UV-Strahlung verantwortlich ist, zu lösen. Zur Studie: Bereits durch den Versuchsaufbau ist der Versuch zum Scheitern verurteilt. Weder ist eine definierte Strahlungsdichte vorhanden, noch wurde ein geeigneter UV-Strahler verwendet. Fehlende Reaktionsstrecke und Aerosol-Abscheidender entscheiden den Rest. Dieser Versuchsaufbau hat nichts mit der Realität einer Küchenabluftanlage zu tun. Die gesamte zu behandelnde Luft muss über die UVC-Strahlung geführt werden, um eine Aufspaltung der Fettmolekülketten zu gewährleisten. Die dazu benötigte energiereichen UV-Strahlung ist nur in zirka 10 cm Radius um die UVC-Lampe vorhanden. Somit gewährleisten nur Lampenpakete eine hohe Strahlungsdichte. Luftgeschwindigkeit, Luftfeuchte und Temperatur im UV-Lampenbereich sowie die Strahlungsdichte sind wichtige Faktoren für einen funktionellen Oxidationprozess. Die Reaktionsstrecke ergibt sich aus Art und Menge der Fettbelastung, dem Luftvolumen und der Luftgeschwindigkeit.

Dipl.-Ing. Johann Engelhardt, Geschäftsführer, AerOzon Technologie GmbH, Leer


11. ASHRAE hat Forschungsprojekt

Unser Vertriebschef in Nordamerika, Mark Tilles, ist gemeinsam mit F.M. Farrell, einer der drei Autoren der Studie, Mitglied im "Technical Committee 05.10 for Kitchen Ventilation" bei der American Society of Heating, Refrigeration and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE).
Um die Effektivität von UVC- und Ozon-Luftreinigungssystemen zur Verringerung von Fett und Gerüchen in Küchenabluftanlagen aufzuzeigen – und um fundierte wissenschaftliche Daten zu ermitteln – hat ASHRAE der Syracuse University in New York ein Budget von 250.000 US-$ zur Verfügung gestellt für das "Research Project 1614 – Grease Reduction by UV-C Systems". Auf der ASHRAE-Jahresveranstaltung in Long Beach im Juni 2017 präsentierte Tilles die "Nutzung von Ozongeneratoren in der Küchenabluftbehandlung", was dazu führte, dass das Forschungsprojekt 1614 erweitert (und mit weiteren 50.000 US-$ ausgestattet) wird, um die Effektivität von Ozongeneratoren in der Küchenabluftbehandlung zu untersuchen. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse dieser ASHRAE-Studie.

Thomas Gründel, Geschäftsführer, Interzon GmbH, Hamburg


12. Grenzen von UVC

Unsere Langzeiterfahrung mit UVC zur Aerosolnachbehandlung spricht für die positive Funktion dieser Anlagen. Die Hauptwirkung des UVC-System kommt jedoch, und das ist gewünscht, vor allem in dem Partikelgrößenbereich zu tragen, bei dem die mechanischen Abscheider und Filter kaum mehr eine abscheidende Wirkung erzielen. Eine genaue Auslegung, und das nicht nur nach der Gesamtluftmenge, sondern nach gerätespezifischen Dampf-  und Fettemissionsmengen ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Aerosolnachbehandlung. Eine nachhaltige Funktion kann nur mit einem regelmäßigen Service sichergestellt werden.
Aber unsere Erfahrung zeigt auch die Grenzen einer im Abluftbalken eingebauten UVC-Anlage auf. Speziell bei Küchengeräten, wie Holzkohle- und Lavasteingrill, Gasbroiler und Tandoori-Öfen, die im absoluten Hochtemperaturbereich, zwischen 300 und 400°C ode noch höher, betrieben werden, ist die Funktion nicht mehr zufriedenstellend gegeben.

Heinz Ritzer, Geschäftsführer, Halton Foodservice GmbH, Reit im Winkl


13. Studie unzureichend

Die Studie gibt die bei realen Küchenprozessen freigesetzten Emissionen nur unzureichend wieder. Er konzentriert sich lediglich auf die Wirkung von UVC und Ozon auf Ölsäure im Luftstrom. Die Ölsäure dient hier als Fettpartikelersatz. Die Partikel werden dabei mit Hilfe eines Aerosolgenerators und nicht durch Erhitzen bei der Speisenzubereitung freigesetzt.
Bei höheren Temperaturen werden auch Öle und Fette in der Dampfphase erzeugt. Diese treten im Bereich der Abzugshaube und im angrenzenden Abluftsystem auf, bevor sie beim Abkühlen zu Partikeln kondensieren. Fette und Öle in der Dampfphase sind anfälliger für Oxidationsprozesse.  Bei der Freisetzung der Ölsäurepartikel im Versuch werden Temperaturen, wie sie bei der Zubereitung in einer Küche vorherrschen, bei weitem nicht erreicht. Darüber hinaus wird in der Studie nicht der Effekt berücksichtigt, den Oxidationsprozesse auf Fett haben, das bereits auf Oberflächen innerhalb der Abzugshaube oder in der Abluftleitung anhaftet. Hier ist die Kontaktzeit für UVC und Ozon wesentlich länger, weshalb wir in diesen Bereichen eine deutliche Verringeung des Fettanteils beobachten, wenn ein UVC-Ozon-System zum Einsatz kommt.
Für Anwendungen mit hohem Fettgehalt weden hochwirksame Coil-Filter in der Haube und/oder elektrostatische Abscheider in der Abluftleitung angeboten. Eine sehr gute Kombination für die Fett-, Rauch- und Geruchsbeseitigung ist die gemeinsame Reinigung mit elektrostatischer Abscheidung und UVC.

Dr. Jan Hauschild, Plasma-Clean Deutschlandvertretung, NRGO GmbH, Buxtehude


14. Studienergebnisse decken sich mit anderen Erkenntnissen

Die Studienergebnisse decken sich mit anderen Erkenntnissen, dass der beschriebene Effekt: "Alle Aerosole werden nahezu restlos in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt" so nicht stimmt. Allerdings halte ich Vorgehensweise bei den Untersuchungen für fragwürdig. Es wurde untersucht, inwieweit die Ozontechnik analog wie ein Aerosolabscheider wirkt. Es wäre schön, wenn das ginge, aber das ist nicht deren Aufgabe. Als Effekt der UV-Lampen werden in erster Linie die Reinhaltung der Abluftleitungen von Fettablagerungen und die Verringerung von Gerüchen für die Nachbarschaft genannt. Das ist etwas anderes. Und das ist in der genannten Studie nicht untersucht worden. Das durchgehende Aerosol wird innerhalb der kurzen Kontaktzeit in der Abluftleitung tatsächlich wenig durch die UV-Strahlung verändert. Anders sieht es mit den Ablagerungen an den Wänden der Ablufthaube und der Abluftleitung aus. Die werden über lange Zeit dem UV und Ozon ausgesetzt. Und hier setzt die nachweisbare Wirkung an. Die Geruchsmoleküle sind ebenfalls empfindlich gegen Ozon und können dadurch desodoriert werden. Das ist aber nicht untersucht worden. Insofern bleiben die interessanten Wirkungen: Langfristige Verminderung der Verfettung der Abluftleitungen (wichtig für Brandschutz und hilft auch gegen unangenehme Gerüche in der Nachbarschaft) und Desodorierung der Abluft. Diese Aspekte sind nicht untersucht worden. Insofern gehen die Untersuchungen an dem Ziel der UV-Anlagen vorbei.
Richtig ist, dass die erfolgreiche Verwendung von UV-Anlagen wirksame Aerosolabscheider voraussetzt. Diese dienen zum einen der Vermeidung von UV-Austritt aus der Haube auf die Beschäftigten davor, und zum zweiten wären die UV-Lampen überfordert, wenn der Wrasen ohne eine gute Vorabscheidung hochkonzentriert und mit vielen groben Fettpartikeln in die Abluftleitungen eintreten würde.
In der Studie steht der Satz "Wenn UV-Hauben, wie behauptet wird, Fett aus dem Abluftstrom abscheiden, so geschieht dies durch die verbesserten Filter, bevor UV-Licht und Ozon auf den Luftstrom einwirken.". Aber muss das Fett denn abgeschieden werden? Es genügt zunächst, wenn die Verfettung der Abluftleitungen wirksam vermindert wird und die Abluft von unangenehmen Gerüchen befreit wird.

Dr. Peter Rietschel, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), Mannheim


15. Alles eingebildet?

Seit 15 Jahren setzen Kollegen und Industrie die Technik ein, und jetzt sollen wir uns das alles eingebildet haben. Die Wissenschaftler sollen einmal Anlagen im Gebrauch untersuchen, nicht im Versuchsaufbau.
Wir setzen seit 2004 UVC-Systeme ein, teilweise als passiver Brandschutz, und bei den Nutzern wird bei der Besichtigung der Abluftleitung nur ein weißer Belag/Asche in den Innenwandungen festgestellt, jedoch keine Fettablagerungen, die eine Reinigung der Abluftleitung zur Folge hätte. Das dieses Ergebnis von besseren Aerosolabscheider sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Bei den Anlagen sind unterschiedliche Modelle flammendurchschlagsicher verbaut, und alle Hersteller werben mit bis 96 % Abscheidegrad, aber wenn Sie die Prüfdiagramme nach VDI 2052 einsehen, ist diese Abscheidung von 96 % nur bei einer Partikelgröße über 10 nm und einer Luftgeschwindigkeit unter 1,0 m/s, somit außerhalb der normalen Nutzung. Ein Pflanzenöl, wie Raps oder Sonnenblumen, bringt Partikelgrößen von 4 bis 5 nm, und die normale Anströmgeschwindigkeit der Aerosolabscheider liegt bei 0,5 bis 0,7 m/s, da sonst ein Strömungsgeräusch auftritt und das Arbeiten unmöglich macht.
Die UVC Strahlung ist nur ein "Hinkefuß", um Ozon zu erzeugen. Auch der Einbau von Ozongeneratoren ist zielführend und reinigt die Abluftleitungsnetze. Selbst große Ketten, wie BurgerKing, McDonald oder Nordsee, vertrauen auf diese Technik und setzen auch nur normale Aerosolabscheider ein.
Wir haben bisher gute Erfahrungen mit der UVC-Technik gemacht, wenn die Einsatzbedingungen es ermöglichen, 2,7 bis 3,0 s Kontaktzeit, bei 4 m/s somit 12 m Luftleitungsführung, Aktivkohle vor dem Lüftungsgerät, um Ozon aus der Abluft zu neutralisieren und Ausblas über Dach. Wenn die Länge der Abluftleitung nicht zur Verfügung steht, wählen wir Plasmageräte. Da hier die Luftleitungsführung kürzer ist, kann die Abluftleitung verschmutzen, aber die Abluftreinigung passiert im Gerät, nicht in der Abluftleitung. Dies ermöglicht einen Ausblas auch in Bahnhofshallen oder Biergärten.     

Michael Werner Götze, Geschäftsführer, Gaplatec GmbH, Kirchheim


16. Heftigen Angriffen ausgesetzt

Die Reven GmbH diskutiert und erforscht schon lange Zeit Thema UVC- und Ozon-Küchenabluftreinigung. Für meine Meinung wurde ich persönlich sehr heftig von mehreren Herstellern aus unserer Branche kritisiert und angegriffen. Nichts desto trotz vertreten wir nach wie vor die bereits vor acht Jahren geäußerte Meinung und fühlen uns durch eine ausführliche US-Studie zu diesem Thema (siehe Kasten "US-Studie kommt zu vernichtendem Urteil" in unserer Meinung bestärkt. Im Gegenteil, wir denken, dass aktuell ein Punkt und Niveau in dieser UVC/Ozon-Thematik in der Küchenlüftungbranche erreicht ist, die mit den Gepflogenheiten eines ehrbaren Kaufmanns nichts mehr zu tun haben. Es ist schon erstaunlich, mit wie viel Annahmen, Schätzungen und nicht fundiertem Wissen in dieser Thematik argumentiert wird. Woher kommt beispielsweise die immer wieder auftauchende „2-Sekunden Regel“? Es wird proklamiert, dass zur Oxidation von Fettmolekülen eine Reaktionszeit von 2 bis 3 s nötig sei. Warum nicht 12 bis 13 s? Sollte bei der Reaktionszeit nicht eine gewisse Abhängigkeit von der vorhandenen Fett- und Ozonmenge gegeben sein? Auch wir gaben in der Vergangenheit diese Empfehlung, weil uns dieses eben so von Dritten kundgetan wurde, bis wir feststellen mussten, dass es hierzu keinerlei wissenschaftlich fundierte Ergebnisse und Erkenntnisse gibt und es sich bei der „2-Sekunden Regel“ um eine bloße Annahme handelt. Bis dato gibt es so gut wie keine seriöse Studie beispielsweise zur Reaktionszeit von Ozon mit Fetten und Ölen. Nicht einmal seriöse Fallstudien sind uns bekannt, wo mit entsprechender Partikel- und Ozonmesstechnik, mal detailliert beispielsweise die Reaktionszeiten und das Reaktionsverhalten analysiert wurde.
Das Thema ist mit solchen Diskussionen ja auch bei weitem noch nicht abgeschlossen. Wer Behauptungen, wie "Durch den Einsatz von UV-Lampen werden Schadstoffe oder Gerüche in der Luft direkt photolysiert bzw. neutralisiert." auf den Grund gehen möchte, benötigt eine sehr komplexe Messtechnik, wie beispielsweise ein Streulichtspektrometersystem, das die Partikelkonzentration und die Partikelgröße zuverlässig bestimmen kann und mit dessen Hilfe dann Rückschlüsse getroffen werden können, ob überhaupt irgendwelche Reaktionen, Neutralisationen und Ähnliches von Ozon mit Fetten und Ölen vonstatten gehen. Wenn selbiges dann auch noch sinnvoller Weise für verdampfte Fette und Öle im Abluftstrom untersucht werden soll, sind Flammenionisationsdetektoren und Gaschromatographie mit Massenspektrometrie nötig. Aber diese Messtechnik ist bei kaum einem Hersteller im Einsatz, von denen die oben aufgelisteten Aussagen stammen! Wir setzen diese Messtechnik ein, und dabei beobachten wir immer wieder eher Gegenteiliges zu den oben aufgelisteten Behauptungen und Aussagen. Auch wir in unserer „Nische der gewerblichen Küchenabluft“ sollten uns nicht zu sicher fühlen und ungeprüft, unerforscht einfach nachplappern und Behauptungen übernehmen!

Sven Rentschler, Gechäftsführer, Reven GmbH



17. Nie nur UVC/Ozon

In Großbritannien beschäftigt Purified Air sich seit fast 35 Jahren mit Lösungen für Küchenabluft. Auf der Grundlage unserer Erfahrungen und eigenen Studien unterstützen wir die Aussagen der Studie. Jedes Küchenabluftsystem hat unterschiedliche Anforderungen, je nach Luftstrom, Typ oder Kochart, Länge der Abluftleitung und die Nähe von Nachbargebäuden. Die schwierigsten zu behandelnden Komponenten sind Submikron-Partikel und Gerüche. In England hat dies zum DEFRA-Leitfaden geführt. Dieser bestimmt anhand der Art des Kochvorgangs, der Größe der Küche und der Entfernung zu Nachbargebäuden, welche Lösung zur Abluftreinigung gewählt werden muss.
Purified Air ist der Meinung, dass Küchenabluft nie nur mit UVC/Ozon 100 % zuverlässig behandelt werden kann, um Abluftleitungen und Wärmeübertrager sauber zu halten und eine Brandgefahr zu verhindern. Jede Lösung zur Reinigung von Küchenabluft beginnt bei Purified Air mit einem elektrostatischen Filter, gefolgt von einem UVC-System und Kohlefiltern. UV und Ozon haben einen Platz in der Küchenabluftbehandlung als eine Stufe der Kontrolle. Aber die Behandlung von Gerüchen und Fett ist durch UVC begrenzt. Die erforderliche Einwirkzeit muss hoch genug sein, um Wirkung zu zeigen. In einer Küche kann die Abluftgeschwindigkeit 10 m/s betragen, was nur eine begrenzte Expositions- und Kontaktzeit ermöglicht. Es ist allgemein anerkannt, dass die Verweil- oder Reaktionszeiten unzureichend sind. Ein Faktor, der oft übersehen wird, ist auch, dass die UV-Strahlung und somit die Leistung schnell abnimmt, wenn die Lampen kontaminiert werden. In der Dunstabzugshaube können die UVC-Lampen bereits an einem einzigen Tag verschmutzt werden.

Hans van der Veldt, Leiter Geschäftsentwicklung Europa, Purified Air, Almere-Stad/Niederlande


18. Studien belegen Wirksamkeit

Bäro hat eine Vielzahl von Ozonanlagen mit VUV-Amalgam-Strahlern (VUV = Vakuum-Ultraviolett) in Betrieb, die zur ausdrücklichen Zufriedenheit der Kunden arbeiten. Bedingung für einen problemlosen und sicheren Betrieb sind absolute Fachkompetenz in der sachgemäßen Auslegung der Anlagen.
Diee Wirksamkeit der Technik wurde bereits mehrfach nachgewiesen: So wurde im Zug wissenschaftlicher Arbeiten eine Anlage zur Analyse fetthaltiger Abluftströme konzipiert. Die dauerhafte Bestrahlung der Fette mit ozonfreien und ozonerzeugenden UVC/VUV-Strahlern zeigte als Ergebnis zahlreicher Messreihen, dass sich beim Einsatz ozonerzeugender VUV-Strahler rasch leichtflüchtige Zerfallsprodukte bildeten, sodass die Abluftleitungen vor Fettablagerungen geschützt wurden. Eine weitere Arbeit zeigte, dass Ozon generierende VUV-Strahler in der Lage sind, organische Moleküle in Luftströmen zu oxidieren. Eine zusätzliche Erkenntnis dieser Arbeit war, dass die Anordnung der VUV-Strahler einen Einfluss auf die Wirksamkeit hat.

Michael Schmiedel, Vertriebsleiter Clean Air Technologies, Bäro GmbH, Leichlingen

 
19. Luftwäscher ist auch eine Lösung

Wir werden UVC-Strahler immer nur zur Entkeimung von Wasser einsetzen. Alles andere ist, vor allem mit Verbindung von Ozon, ein absolutes “No go" für uns. Was Küchenabluft angeht, würden wir auf Luftwäscher setzen. Dass dieser in einer speziellen Bauform selbst mit fetthaltiger Luft kurzen Prozess machen kann, zeigen die in Betrieb befindlichen Luftwäscher bei den diversen Tierkörperbeseitigungsanlagen oder den vielen Biomüllanlagen, die ohne einen Luftwäscher jede Menge Probleme hätten, ihr Biofilter zu betreiben.

Jürgen Schmitz, L-ES Schmitz, Radolfzell


20. UVC unmittelbar hinter den Abscheidern

Tausende Anlagen, nicht nur in Deutschland, beweisen die Funktion der UVC-Technik, wenn diese unmittelbar hinter den Abscheidern platziert sind. Wie Systeme, die mit erheblicher Distanz im Abluftleitungssystem eingebaut sind, funktionieren, können wir nicht beurteilen (Thema Agglomeration).
 
Detlev Piontek, Luft+Klimakontor GmbH, Grünberg


21. Kritik an Studie sachlich nicht richtig

Die hier im cci Forum mehrfach geäußerte Kritik zu der Studie ist bei wissenschaftlicher Betrachtung nicht nachvollziehbar und sachlich auch nicht richtig. So wird unteranderem angemerkt, die Studie sei zu alt, da es mittlerweile viel modernere Systeme gibt. Die Studie wird sogar als mangelhaft beschrieben, da die Angaben zu den in der Studie eingesetzten UV- Röhren und Systeme nicht ausreichend seien.

Dabei ist jedoch anzumerken und zu beachten, dass der Ansatz der Studie ja beispielsweise nicht ein Vergleich von UV- Röhren war, oder die Suche nach Technologien die möglichst effizient möglichst hohe Ozonkonzentrationen generieren, sondern es wurde grundsätzlich beleuchtet und untersucht, wie und ob Ozon mit Ölen und Fetten reagiert und ob diese durch den Einsatz von Ozon wirklich nachhaltig reduziert werden können. Zugegeben seit 2011 gab es Fortschritte bei der Entwicklung von UV- Systemen und deren Komponenten. Jedoch ist nach wie vor das Ziel all dieser Systeme, die Bildung von Ozon. Hierfür gibt es unterschiedliche Technologien und Produkte, aber es geht grundsätzlich darum:

a) Ozon zu bilden und
b) dann zu untersuchen wie und ob dieses Ozon chemisch mit Fetten und Ölen reagiert und ob diese wirklich abgebaut werden.

Um darauf wissenschaftlich fundierte Aussagen zu erhalten, ist es nicht ausreichend, in einer Versuchsküche mit modernen und vielen Ozonröhren, nur mittels Messgeräten die erzeugte Ozonmenge zu bestimmen. Sicherlich moderne Systeme, mit technologisch hoch entwickelten Vorschaltgeräten, mit modernen UV-Röhren, die aus schmutzunempfindlichen Glasröhren aufgebaut sind, werden vermutlich mehr Ozon bilden, als die in der Studie 2011 verwendeten Systeme, aber nur dieses im Labor oder in einer wirklichen Küche zu messen, liefert keinerlei Antworten auf die oben notierte Frage b) wie und ob Ozon mit Fetten und Ölen wirklich reagiert?

Auch die immer mal wieder notierte Kritik, die Studie liefert keine Aussagen auf den Abbau von Geruch, ist sachlich schlicht falsch. Schaut man sich die Studie im Detail an, wird man feststellen, dass sowohl der Einfluss von Ozon auf luftgetragene Aerosole untersucht wurde, wie auch der Einfluss auf verdampfte, also gasförmige Fette und Öle. Das was zum Großteil zu riechen ist und das was oft zu Geruchsbelästigungen in der Abluft führt, sind Fette und Öle im Aggregatzustand gasförmig. Das was als Tröpfchen, als Aerosol in der Abluft zu finden ist, sind Fette und Öle im Aggregatzustand flüssig.

Um nun einen wissenschaftlich Nachweis zu führen, ob und in wie weit Ozon einen Einfluss auf den Abbau von Fetten und Ölen in der Abluft von gewerblichen Küchen hat, müssen sowohl die Partikel oder genauer die Aerosole und die verdampften Fette und Öle analysiert werden und exakt das tut die Studie!

Sollte beispielsweise die nachfolgende und in der Praxis oft aufzufindende Aussage

„die chemische Reaktion mit Ozon reduziert effektiv das Fett in Lüftungskanälen und oxidiert es in Wasser und trockene Mineralien“

fundiert untersucht und validiert werden, dann muss per Partikelmessung eine Reduzierung der luftgetragenen Fett und Öl – Aerosole festzustellen sein. Hierbei sei angemerkt, dass selbst die Wirksamkeit von Abgasreinigungsanlagen in der Automobilindustrie unter anderem mit Partikelzählern analysiert werden. Des weiteren kann man mit einem Streulichtspektrometersystem Veränderungen in der Partikelkonzentration wie auch bei den Partikelgrößen analysieren, die wiederum Rückschlüsse auf das Reaktionsverhalten von Ozon mit Fetten und Ölen möglich machen.

Selbiges wird in der Studie für verdampfte Fette und Öle untersucht, mit Hilfe von Gaschromatographie und Massenspektrometrie. Damit werden Rückschlüsse möglich, welchen Einfluss Ozon auf verdampfte Fette und Öle hat und somit den Geruch hat.
Die Studie zeigt hierzu unter anderem ja auch detailliert auf, mit welchen Ozonkonzentrationen und Einwirkzeiten die oben skizzierten Analysen durchgeführt werden. In verschiedenen Tabellen sind hierzu konkrete Angaben gemacht, genauso zur angewandten Messtechnik. Zugegeben, wie mehrfach in den Kommentare angemerkt, mag es aktuell modernere und technologisch ausgereiftere, als die in der Studie verwendeten Systemen, geben – dieses Kritik geht aber an der grundsätzlich zu klärenden Frage komplett vorbei:

WIE UND IN WELCHEM MAß REAGIERT OZON MIT FETTEN UND ÖLEN UND MIT WELCHER EFFIZENZ WERDEN DIESE WIRKLICH ABGEBAUT?

Zu dieser grundsätzlich Frage, gibt es in all den kritischen Kommentaren, auch nicht einen einzigen Kommentar, der auch nur ansatzweise wissenschaftlich fundiert hierzu etwas beträgt! An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Studie hier sehr viel konkreter, detaillierter und auch genauer, wie viele der hier wiedergegebenen Kommentare ist. Offensichtlich in all den kritischen Kommentaren ist, dass sich ein Großteil lediglich auf Beobachtungen, langjährigen Erfahrungen und ähnlichem beruhen und wenn denn mal etwas gemessen wurde, dann bestenfalls die Ozonkonzentrationen.

Zu wissen wie viel Ozon gebildet wurde, beantwortet die oben notierte Grundsatzfrage jedoch lange nicht, zu behaupten man habe bei tausenden Anlagen beobachtet, dass es funktioniert, ist wenig fundiert und als Aussage eher zu kritisieren, denn die Studie.

An dieser Stelle sei an ein Zitat von Lord Kelvin erinnert "To measure is to know."

Deshalb ein Apell an all die kritischen Kommentatoren: „Wenn denn so viel Erfahrungen, von so vielen Anlagen in der Praxis vorhanden sind, tragen Sie doch bitte Erhellendes für unsere gemeinsame gewerbliche Küchenlüftungsbranche bei und veröffentlichen Sie Ihre „Beobachtungen“, veröffentlichen Sie Ihre Studien, Ihre Messungen, Ihre Messtechnik, dies würde dann sicherlich zu einem Mehrwert für die Branche führen! Sachlich und wissenschaftlich kaum fundierte und validierte Kommentare, sorgen dagegen eher für Verunsicherung!

Sven Rentschler, Gechäftsführer, Reven GmbH

 

© cci Dialog GmbH
Jede Art der Vervielfältigung, Verbreitung, öffentlichen Zugänglichmachung oder Bearbeitung, auch auszugsweise, ist nur mit gesonderter Genehmigung der cci Dialog GmbH gestattet.
 
first page Seite 1 2
Artikelnummer: cci69213

Login

Passwort vergessen


Tel.: +49(0)721/565 14-88

Was sagt mir die Ampel?

ampel_gruen_klein

Sie haben Zugriff auf den gesamten Inhalt des Artikels
ampel_gelb_klein

Sie haben Zugriff auf Teile des Artikels
ampel_rot_klein

Sie haben aktuell keinen Zugriff auf den Artikel

Angemeldete Benutzer sehen mehr „Grün“ als Gäste.
Und nur ein angemeldeter Benutzer kann gesperrte Artikel durch Kauf öffnen.
Mehr dazu …

Mitglied werden - Mitreden

Forum NetzwerkSpectral-Design - Fotolia.com

 

Als Mitglied von
cci Wissensportal können Sie nicht nur Fragen und Antworten einsehen, sondern auch mitmachen.
Registrieren Sie sich gleich!

Ratgeberreihe

cci Buch VDE Lüftung Klima