19. Oktober 2012 Autor: Dr.-Ing. Manfred Stahl

Aus dem Inhalt

  • Die Förderbilanz der KfW-Bankengruppe im Jahr 2011
Bewertung empty starempty starempty starempty starempty star
Kommentare (0) frei für angemeldete Mitglieder

Die Förderbilanz der KfW-Bankengruppe im Jahr 2011

Seit vielen Jahren fördert die in Frankfurt ansässige KfW-Bankengruppe energiesparende Neubau- und Modernisierungsprojekte mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen in Höhe von mehreren Mrd. €. Eine Anfang September erschienene Studie zeigt, wie die KfW-Mittel im Jahr 2011 zur Einsparung von Energie und CO2 und zur Ankurbelung der Wirtschaft beigetragen haben.

Im Auftrag der KfW Bankengruppe haben das Institut für Wohnen und Umwelt (IWU), Darmstadt, und das Bremer Energieinstitut (BEI), Bremen, in der Studie „Monitoring der KfW-Programme Energieeffizient Sanieren und Energieeffizient Bauen 2011“ auf rund 130 Seiten die Wirkungen der vom Bundesbauministerium finanzierten KfW-Förderung von Energieeinsparmaßnahmen im Gebäudesektor untersucht. „Die Evaluation zeigt erneut, dass die KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren einen unverzichtbaren Beitrag zur Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung leisten. Die Energiewende wird nur gelingen, wenn in erheblichem Umfang Energie gespart wird“, so lautet das Fazit der KfW zur Studie.

Förderungen beim Neubau

2011 förderte die KfW etwa 81.000 energieeffiziente Wohnungen in 45.300 Neubauten. Das entspricht 41 % aller in Deutschland neu gebauten Wohnungen. Eine Förderung wird bewilligt, wenn ein sogenanntes KfW-Haus-Niveau 70, 55 oder 40 erreicht wird. Die jeweilige Ziffer bedeutet, dass der Primärenergiebedarf des Gebäudes maximal „100 - Ziffer“ (in %) des aktuellen Anforderungsniveaus der Energieeinsparverordnung EnEV entspricht. Ein KfW75-Haus liegt also um 25 % unter den EnEV-Anforderungen. Zur Förderung unterscheidet das KfW-Programm zwei Fälle:

  • Darlehen bis zu 50.000 € pro Wohneinheit bei 1,26 % effektivem Jahreszins.
  • Direkte Zuschüsse von 10 % beziehungsweise 5 % auf die Darlehenssumme, wenn ein KfW55- oder ein KfW40-Haus errichtet wird.

Klare Dominanz: Wärmepumpen und Lüftung

Im Jahr 2011 wurden 45.300 Neubauprojekte gefördert. Davon entsprechen 34.000 Bauten (= 75 %) dem KfW70-Standard, 8.900 (= 20 %) dem KfW55-Niveau und knapp 2.400 waren Hocheffizienzgebäude (KfW 40).
52 % der Gebäude werden mit Wärmepumpen beheizt. Davon sind 53 % Luft- und 33 % Sole- und Wasser-Wärmepumpen. An zweiter Stelle folgen Gasheizungen (24 %), dann Biomasseheizungen (12 %; davon sind 77 % Pelletheizungen) und 11 % Fernwärme (siehe Tabelle 1). In 85 % der Bauten wird eine Fußbodenheizung betrieben.
In 49 % der Neubauten arbeitet eine mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, in weiteren 9 % eine Lüftung ohne WRG.
Lediglich 8 % der Gebäude werden gekühlt. Dazu wird in fast allen Fällen das kühle Wasser aktiv in einer umschaltbaren Wärmepumpe oder passiv aus der Sole oder dem Kühlwasser der Wärmepumpe erzeugt.
Die mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der Neubauten liegen durchschnittlich um 42 % unter dem Niveau der EnEV 2009.

Tabelle 1: Die in Modernisierungsprojekten und Neubauten eingesetzten Wärmeerzeuger. Bei der Modernisierung führen Gasheizkessel deutlich vor Ölheizkesseln, Biomassekesseln und Wärmepumpen. Deutlich anders ist das Bild bei Neubauten: Hier liegen Wärmepumpen mit mehr als 50 % Anteil vorn, gefolgt von Gaskesseln, Biomassekesseln und Fernwärme. Mit einem Anteil von nur 1 % scheint die Ölheizung in Wohnneubauten bedeutungslos zu werden. BHKWs wurden in Neubauten nicht gefördert.   Tabelle 1: Die in Modernisierungsprojekten und Neubauten eingesetzten Wärmeerzeuger. Bei der Modernisierung führen Gasheizkessel deutlich vor Ölheizkesseln, Biomassekesseln und Wärmepumpen. Deutlich anders ist das Bild bei Neubauten: Hier liegen Wärmepumpen mit mehr als 50 % Anteil vorn, gefolgt von Gaskesseln, Biomassekesseln und Fernwärme. Mit einem Anteil von nur 1 % scheint die Ölheizung in Wohnneubauten bedeutungslos zu werden. BHKWs wurden in Neubauten nicht gefördert. Durch die KfW-Förderung der Neubauten wurden im Jahr 2011 292 GWh Endenergie eingespart und damit Emissionen von 38.000 t CO2 vermieden (siehe Tabelle 2). Diese Rechnung der KfW basiert auf der Annahme, dass ohne Förderung alle 45.300 Neubauten gemäß den EnEV-Vorgaben errichtet worden wären und dann einen Endenergieverbrauch von insgesamt 771 GWh gehabt hätten. Durch die bessere Gebäudeausführung und die effizientere Gebäudetechnik verringert sich der Endenergieverbrauch in diesen Wohnbauten um 38 % auf 479 GWh – und somit beträgt die Differenz 292 GWh. Die damit einhergehenden Heizkosteneinsparungen betragen 36 Mio. € pro Jahr.

Förderung von Gebäudesanierungen

12 Mio. Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1978 und damit vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. Bei mehr als 9 Mio. dieser Altbauten besteht besonders beim Wärmeschutz und bei den Heizungsanlagen noch ein erheblicher Sanierungsbedarf. Hier setzen die KfW-Programme Anreize und helfen, eine finanzielle Überforderung von sanierungswilligen Gebäudeeigentümern zu vermeiden oder zu lindern.

Bei Sanierungsprojekten unterscheidet die KfW zwei Programme: Das Gewähren eines Kredits und das Auszahlen von Zuschüssen. Die Kreditsumme beläuft sich auf maximal 75.000 €, wenn das Gebäude zu einem KfW-Haus modernisiert wird, und auf maximal 50.000 €, wenn förderfähige Einzelmaßnahmen (Wärmedämmung, neue Fenster, neue Heizungsanlage, Einbau einer Lüftungsanlage) durchgeführt werden. Der Kreditzins beträgt derzeit 1 %. Wenn das Gebäude auf ein KfW-Niveau modernisiert wird, liefert die KfW zusätzlich einen Tilgungszuschuss von 2,5 % (KfW 115) bis 12,5 % (KfW 55) des Zusagebeitrags.

Die Sanierungs-Bilanz 2011

2011 wurden mit Krediten und Zuschüssen der KfW rund 59.700 Wohngebäude mit 181.000 Wohneinheiten energetisch saniert. In 36.700 Fällen wurden Darlehen, in 23.000 Fällen Zuschüsse vergeben.

  • Von den 36.700 Darlehen entfallen 70 % auf Sanierungs-Einzelmaßnahmen (besonders Wärmedämmung, neue Fenster, neue Heizungsanlage) und 30 % auf Modernisierungen auf ein KfW-Effizienzhausniveau (KfW 115, KfW 100, KfW 85 etc.).
  • Die 23.000 Zuschüsse verteilen sich zu 90 % auf 20.500 Einzelmaßnahmen und zu 10 % auf Umrüstungen auf KfW-Häuser.

Bei den Sanierungen wurden wesentlich folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Bei 10 % der Heizungsmodernisierungen wurde ein Biomassekessel und bei 8 % eine Wärmepumpe eingesetzt. Weiterhin führend bleiben aber die Gas- und Öl-Wärmeerzeuger mit einem Anteil von mehr als 75 %. In 21 % der Gebäude wurden thermische Solaranlagen zur Warmwasserbereitung eingebaut (siehe Tabelle 1).
  • In etwa 80 % der sanierten Gebäude wurden Wärmeschutzmaßnahmen durchgeführt. Die dabei eingehaltenen Qualitätsniveaus (zum Beispiel Dämmstoffdicken) liegen deutlich über den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009).

Der gesamte Endenergieverbrauch der 2011 geförderten Sanierungsprojekte konnte von zuvor 4.289 GWh/a um 1.247 GWh/a (= 29 %) auf 3.042 GWh/a verringert werden (siehe Tabelle 2). Dies entspricht Einsparungen von 125 Mio. € Heizkosten pro Jahr und einer Minderung von 457.000 t CO2-Emissionen.

Tabelle 2: Von der KfW seit 2005 geförderte Projekte in den Bereichen „Effizient Sanieren“ und „Effizient Bauen“ und die jeweils erzielten Einsparungen an Endenergie. Im Bereich der Modernisierung ergibt sich für jede Wohneinheit eine durchschnittliche Endenergieeinsparung von etwa 8.300 kWh/a, die fast doppelt so groß ist wie die Endenergieeinsparung bei Neubauten mit 4.300 kWh/a.Tabelle 2: Von der KfW seit 2005 geförderte Projekte in den Bereichen „Effizient Sanieren“ und „Effizient Bauen“ und die jeweils erzielten Einsparungen an Endenergie. Im Bereich der Modernisierung ergibt sich für jede Wohneinheit eine durchschnittliche Endenergieeinsparung von etwa 8.300 kWh/a, die fast doppelt so groß ist wie die Endenergieeinsparung bei Neubauten mit 4.300 kWh/a.
Mit den 2011 geförderten Energiesparmaßnahmen können über deren Wirkungsdauer von 30 Jahren Heizkostenersparnisse in Höhe von insgesamt 4,2 Mrd. € erzielt werden. Die im Wohnungsbestand durchgeführten energetischen Sanierungsmaßnahmen, die fast immer in Verbindung mit generellen Modernisierungsmaßnahmen erfolgen, bewirken Heizkosteneinsparungen von über drei Viertel der Investitionskosten.

Verringerungen von CO2-Emissionen

.

2,4 Mio. t CO2 müssten die privaten Haushalte bis 2020 pro Jahr einsparen, um das Ziel der Bundesregierung, eine Treibhausgasreduzierung von 40 % bei den privaten Haushalten, zu erreichen. Durch die von der KfW geförderten energieeffizienten Neu- und Umbauten wurden 2011 mehr als 20 % dieser Anforderung erreicht. Seit 2006 konnte der Treibhausgasausstoß durch die KfW-Programme für die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes und von Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur dauerhaft um 4,2 Mio. t pro Jahr gesenkt werden. Hinzu kommen weitere 500.000 t CO2-Einsparungen durch KfW-Förderungen bei Neubauten. (Abb. KfW)

Wie errechnet sich die KfW-Effizienz von 1,69?

Aus dem Investitionsvolumen des KfW-Förderprogramms „Energieeffizient Sanieren“ von 3,85 Mrd. € fließen rund 600 Mio. € als Mehrwertsteuer direkt zurück an den Staat. Es verbleiben somit 3,25 Mrd. €, mit denen laut Studie inklusive der Vorleistungen Nettoumsätze von 5,5 Mrd. € ausgelöst wurden. Durch Division ergibt sich 5,5 Mrd. € : 3,2 Mrd. € = 1,69. Das heißt, jeder KfW Förder-Euro hat einen Waren- und Dienstleistungsumsatz von 1,69 € generiert.
Eine ähnliche Rechnung gibt es für das Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“. Hier verbleibt von der Fördersumme von 14,5 Mrd. € abzüglich der Mehrwertsteuer von 2,3 Mrd. € ein Nettobetrag von 12,2 Mrd. €. Durch diese 12,2 Mrd. € wurden Investitionen von 18,4 Mrd. € ausgelöst, was einem Verhältnis von 1,76 entspricht..

Artikelnummer: cci15744

Login

Passwort vergessen


Tel.: +49(0)721/565 14-88

Mitglied werden - Mitreden

Forum NetzwerkSpectral-Design - Fotolia.com

 

Als Mitglied von
cci Wissensportal können Sie nicht nur Fragen und Antworten einsehen, sondern auch mitmachen.
Registrieren Sie sich gleich!

Ratgeberreihe

cci Buch VDE Lüftung Klima

 

Was sagt mir die Ampel?

ampel_gruen_klein

Sie haben Zugriff auf den gesamten Inhalt des Artikels
ampel_gelb_klein

Sie haben Zugriff auf Teile des Artikels
ampel_rot_klein

Sie haben aktuell keinen Zugriff auf den Artikel

Angemeldete Benutzer sehen mehr „Grün“ als Gäste.
Und nur ein angemeldeter Benutzer kann gesperrte Artikel durch Kauf öffnen.
Mehr dazu …