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29. März 2012 Autor: Sabine Andresen
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O-Töne zu "Eine Sphinx namens Gebäudeautomation" (cci Zeitung 04/2012)

Kein Teilbereich der LüKK (sofern man hier überhaupt korrekterweise von einem Teilbereich sprechen kann) ist komplexer, schwerer in einfachen Worten zu beschreiben, genauer zu definieren als die Gebäudeautomation. Anlässlich der Fachmesse Light + Building in Frankfurt (15. bis 20. April) hat die Redaktion von cci Zeitung GA-Marktteilnehmern die wichtigsten Fragen zum GA-Markt gestellt. In cci Zeitung (Erscheinungstag: 30. März) wurden die Antworten aus Platzgründen in gekürzter Form abgedruckt. Hier stellen wir die O-Töne ungekürzt dar. Mitglieder von cci Wissensportal können sie uneingeschränkt lesen, für Gäste sind die Antworten von Werner Ottilinger (Sauter) frei zugänglich.

Werner Ottilinger, Sprecher der Geschäftsführung, Sauter Deutschland/Sauter-Cumulus GmbH, Freiburg

Wie hat sich der Markt der Gebäudeautomation in den vergangenen zwanzig Jahren entwickelt und wie wird er in der nahen Zukunft (zehn Jahre) aussehen?

Vor 20 Jahren dominierten proprietäre Systeme und Stand-Alone-Regler die Gebäudeautomationslandschaft. Viele Gewerke wurden entweder gar nicht oder nur mit einzelnen Datenpunkten und großem Aufwand auf die Managementebene der Gebäudeautomation aufgeschaltet. Heute werden die verschiedensten Systeme in einem Gebäude nicht mehr nur aufgeschaltet, sondern funktional integriert. Standardisierte Bussysteme, allen voran BACnet/IP haben Einzug gehalten und dominieren die Kommunikation in der Gebäudeautomation. Die Gebäudeautomation bedient sich hierbei zunehmens der in der IT-Technik auch bereits etablierten Netzwerkinfrastrukturen. Durchgängige Systeme von der Raumautomation über die zentrale Aufbereitung für Wärme-, Kälte- und Klimatechnik ermöglichen eine effiziente Bereitstellung, Verteilung und Nutzung der Energiequellen zum Vorteil derer, die die Gebäude nutzen. Zukünftig werden die Anforderungen der Gebäudeautomation, zum Beispiel in Bürogebäuden, noch mehr von den Aufgaben der Raumautomation dominiert werden. Nur durch ideale Vernetzung von Temperierung, Belüftung, Lichtlenkung, Beschattung und Beleuchtung sowie einer idealen Mensch-Maschine-Kommunikation in Form von innovativen und intuitiven Raumbediengeräten, die dem Nutzer dienen und auch von ihm verstanden und beherrscht werden, werden wir in der Lage sein, den erforderlichen Beitrag zu den Energieeffizienzzielen zu leisten. Die Intelligenz in der Gebäudeautomation wird immer mehr von der Managementebene in die Automationsebene verlagert werden. Gebäude werden über prädiktive Regelstrategien anhand von Vorhersagedaten zu Wetter und Nutzerverhalten optimal vorkonfektioniert. Diese hochkomplexen Vorgänge werden mittels Web-Visualisierung allen Anwendern, Betreiber und Nutzern zur Verfügung gestellt in einer leicht verständlichen Weise, eben "smart".
Das Energiemanagement ist ein Bereich, der zusätzlich zur bisherigen Managementebene, hinzukommt und bereits in verschiedenen Gebäudezertifizierungssystemen verankert ist. Hierüber werden die verschiedenen Energieströme in den Gebäuden nach verschiedenen Kriterien visualisiert und mittels Kennzahlen zu Vergleichsgebäuden in Relation gesetzt. Basierend auf solchen Energievisualisierungen können Facility Manager und Energieberater den Energieverbrauch bewerten und geeignete Maßnahmen planen, einleiten und umsetzen. Zukünftig können solche Energiemanagementsysteme durch Gebäudesimulationen zusätzlich unterstützt werden.
 

Welche Systeme und Produkte waren und sind besonders umsatzstark?

• BACnet Automationsstationen
• Managementebene
• Energieeffizienzdienstleistungen


Welche Systeme und Produkte / Produktarten teilen sich derzeit den Markt (Marktanteile)?

Im Bereich der Automationsstationen sind es ganz klar Systeme mit neutralen Schnittstellen (BACnet 60 % / LON 5 %/ KNX(EIB) 5 %, der Rest - 30 % - ist proprietär).
 

Welche Systeme und Produkte werden künftig Marktanteile verlieren?

• proprietäre Systeme
• veraltete Bussysteme wie Profibus
• LON
• KNX

 

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Artikelnummer: cci12556

Kommentare (2):

Liebe CCI, wie kommt Ihr nur darauf, die GA als Sphinx zu bezeichnen?
Die Sphinx (griechisch ????? „Würgerin“) oder Phix (griechisch ???) der griechischen Mythologie war die Tochter des Ungeheuers Typhon und Echidna und somit Schwester von Hydra, Chimäre, Kerberos und Orthos. Sie galt als Dämon der Zerstörung und des Unheils.
Der heutige Name basiert auf der Legende der griechischen Sphinx, die vorbeikommende Reisende stets erwürgte, wenn diese das von ihr gestellte Rätsel nicht lösen konnten.
---- ich fürchte, da habt Ihr ausnahmsweise daneben gegriffen - oder?
Aber wir können das Rätsel gemeinsam lösen, wenn Ihr zusammen mit der Branche noch mehr (positiv) darüber berichtet ;-)
Als erstes möchte ich allen "Reisenden" das cci-Dialog-Buch von Jörg Balow empfehlen - und dann das BACnet-Buch.
---
Schön bei der Umfrage war zu sehen, wie die unterschiedlichen Antworter den GA-Markt mit ihrer Brille und mit Scheuklappen betrachten. Wirklich korrekt und "gut" waren nur die Antworten von Sergio Bellano und von Werner Ottilinger. Es passt eben nicht, den Markt der Assistenzsysteme für Häuslesbauer und die busgestützte Raumautomation vom Elektrogrosshandel mit dem grossen Anlagenbau für (Nutz-)Gebäude zu vergleichen. Lustig wird es dann immer, wenn Home-Automation mit den (genormten) Begriffen der Gebäudeautomation erklärt wird.
Dennoch: viel Spass und Erfolg mit dieser faszinierenden "Sphinx-Technik"!
Hans Kranz 31.03.2012
Hallo Herr Kranz, Sie haben Recht - und auch wieder nicht. Ich hatte meine ähnlichen Bedenken Frau Andresen gegenüber geäußert, aber sie verweist zurecht darauf, dass die Sphinx seit dem 18. Jahrhundert in Europa als Symbol der Ewigkeit, Unsterblichkeit und des Rätselhaften gilt.
Rolf Grupp 02.04.2012

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