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31. Januar 2020 Autor: BWP/ Editiert von Sabine Andresen

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Statistik BWP: Wärmepumpenabsatz 2019

Der Bundesverband Wärmepumpe veröffentlicht immer zum Jahresbeginn seine Statistik zum Wärmepumpen-Absatz des vorherigen Jahres. 2019 gab es ein leichtes Wachstum bei "schwungvollem Start und zunehmender Zurückhaltung".
Außerdem beschreibt der Verband Branchentrends und seine Aktivitäten im Fachkräfte- und Azubibereich.

Mit einem Absatz von insgesamt 86.300 Heizungswärmepumpen und einem Wachstum von 2 % gegenüber dem Vorjahr zeigt sich der Wärmepumpenmarkt solide, so der BWP. Der Verband fragt, ob dies die Ruhe vor dem Sturm sei.

Es sind nach wie vor die Luftwärmepumpen, die die Tendenz des Markts bestimmen: 2019 wurden in diesem Segment insgesamt 66.000 Geräte verkauft. Das entspricht einer Steigerung von 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Splitgeräte konnten hierbei mit einem Plus von 11 % (31.000 verkaufte Geräte) besonders zulegen. Bei den Monoblockgeräten fiel das Wachstum mit 6 % genauso aus wie im Vorjahr.
Erdgekoppelte Systeme (inklusive Grundwasserwärmepumpen) mussten 2019 Einbußen hinnehmen: Mit 20.000 Geräten sank der Absatz gegenüber dem Vorjahr um rund 15 %.

Luftwärmepumpen machten somit 77 % des Gesamtabsatzes aus (im Vorjahr waren es 72 %). Erdwärmepumpen und "Sonstige" liegen bei 23 % (gegenüber 28 % im Jahr 2018).

Insgesamt sind in Deutschland nun rund 966.000 Heizungswärmepumpen installiert. “Der Markt wächst langsam aber stetig und die Branche zeigt sich zuversichtlich. Wir gehen davon aus, dass die Wachstumskurve mit Beginn der neuen Zwanzigerjahre aufgrund der attraktiven Förderbedingungen steiler ausfallen wird“, prognostiziert Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Wärmepumpe. Das Jahr habe recht gut gestartet. Im letzten Quartal 2019 sei der Absatz insgesamt stärker zurückgegangen, als im Vorjahreszeitraum, was unter Umständen an der unklaren Lage hinsichtlich der staatlichen Förderung gelegen habe. „Einige unserer Mitglieder haben im letzten Quartal 2019 eine deutliche Zurückhaltung bei ihren Kunden und Partnern verzeichnen müssen“, berichtet Waning.

Die seit Januar 2020 geltende Anteilsförderung für das Heizen mit regenerativen Energien aus dem Marktanreizprogramm der Bundesregierung könnte ein Impulsgeber für den Einbau umweltschonender Heizungssysteme werden – insbesondere in der Modernisierung. „Zumindest der Informationsbedarf bei Hausbesitzern und Bauherren, Handwerkern und Planern ist, gemessen an den eingehenden Anfragen in unserer Berliner Geschäftsstelle, schon im ersten Monat des neuen Jahrzehnts spürbar gestiegen“, berichtet Waning. Die Bundesregierung unterstützt den Einbau klimafreundlicher Heizungen wie Wärmepumpen seit diesem Jahr mit einem Investitionszuschuss bis 35 % im Neubau und in der Modernisierung. Wird eine Ölheizung ersetzt, werden Wärmepumpen sogar mit bis zu 45 % Erstattung der Investitionskosten gefördert. „Wir begrüßen diese Maßnahme und hoffen auf eine spürbare Lenkungswirkung für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Unsere Branche ist jedenfalls für eine steigende Nachfrage gerüstet“, erklärt Waning.

Laut BWP sind Fachhandwerker und Planer die "Helden" der Energie- und Wärmewende. „Die sorgfältige Planung und fachgerechte Installation ist Voraussetzung für den erfolgreichen Umstieg auf ein klimaschonendes Wärmepumpensystem“, ergänzt der BWP-Vorstand. „Der Fachkräftemangel im SHK- und Brunnenbausektor darf nicht zur Bremse für die Wärmewende werden“, mahnt Waning. Laut der Prognos-Studie „Fachkräftebedarf für die Energiewende in Gebäuden“ (2017) vergrößert sich die SHK-Fachhandwerkerlücke aufgrund des gesteigerten Sanierungsbedarfs durch die Energiewende insgesamt um mindestens 50 %. 40.000 SHK-Fachkräfte würden nach der Prognose bereits im Jahre 2025 fehlen. Der BWP unterstützt die Branche mit Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Gemeinsam mit dem VDI läuft seit 2018 das Schulungsprogramm nach der Richtlinie VDI 4645 zum „Sachkundigen für Wärmepumpensysteme“, um SHK-Fachbetrieben, Planern und Beratern die Möglichkeit zu geben, sich in Richtung regenerativer Heizsysteme weiterzubilden.

Darüber hinaus geht in diesem Jahr das Wärmepumpe-E-Learning-Programm für SHK-Auszubildende online, das Berufsschulen und SHK-Ausbildungszentren als Ergänzung zum Bestandsmaterial kostenfrei zur Verfügung gestellt werden soll.

„2020 wird das Jahr der Millionsten Heizungswärmepumpe in Deutschland und es könnte, wenn die Politik den Weg zur Erreichung der Klimaziele noch konsequenter beschreitet, auch ein Jahr des Umbruchs im Gebäudesektor werden“, hofft Waning. Denn bislang passiere im Bestand in Sachen Heizungstausch immer noch viel zu wenig. „Teurer Strom und billige fossile Brennstoffe sind nach wie vor das größte Hindernis für den Erfolg der Wärmewende. Wissenschaft, Kohlekommission und Industrieverbände verweisen eindringlich auf die hohen Stromkosten für private Haushalte. "In keinem anderen Land der EU kostet Strom so viel wie in Deutschland. Die geplante Senkung der EEG-Umlage im Zuge des nationalen Brennstoffemissionshandels ist ein wichtiger Impuls – der Preisunterschied zwischen fossilen Energieträgern und regenerativem Strom ist aber nach wie vor zu hoch“, so Paul Waning.

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Artikelnummer: cci84383

Kommentare (2):

Super Artikel. Jetzt werden die Reklamationen weiter steigen.
Olaf Mayer (SV)
Olaf Mayer 02.02.2020
Reklamationen ... basieren wenn, dann auf fehlerhafter Planung und Ausführung der Anlagen und mangelnder Kommunikation zwischen Hersteller, Planer, Installateur und Auftraggeber.
Vorab sollte genau abgegrenzt werden, was gewünscht wird und was machbar ist. Nachträgliche Änderungen bringen, genau wie bei Lüftungsanlagen oder tradierten Heizungssystemen immer Chaos und Probleme in das Bauprojekt.

Ich für meine Person beantworte einem Kunden lieber 30 Fragen und evtl. auch 3mal und nehme mir dafür die Zeit um wirklich auch die letzten offenen Punkte zu klären. Und setze mich gerne mit allen Beteiligten an einen Tisch für bstimmungen.

Die Technologie ist seit über 30 Jahren am Markt, tausendfach bewährt und ausgereift.
Fehler basieren hier oftmals auf auf menschlicher Tätigkeit und der Meinung "man bekommt das schon hin".

Grüße aus dem Vorarlberg & Frankfurt a.M.


Ralph Langholz
Vertriebsleiter Deutschland
drexel und weiss
03.02.2020

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