22. November 2019 Autor: Bundesvereinigung Bauwirtschaft/Bearbeitet von Sabine Andresen

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  • Studie zur Bauwirtschaft 2019
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Studie zur Bauwirtschaft 2019

Die Bauwirtschaft blickt zuversichtlich auf 2020: Das ist das Ergebnis einer Pressekonferenz der Bundesvereinigung Bauwirtschaft.

Hinweis: Ein PDF mit Grafiken zur Studie steht unter "Anhänge" zur Verfügung.

„Wir blicken auf ein gutes Baujahr 2019 und erwarten ein Umsatzwachstum von 5 %; das entspricht einem Umsatz von 354 Mrd. €, den unsere 370.000 Mitgliedsbetriebe erwirtschaftet haben. In 2020 wird der Branchenumsatz auf fast 370 Mrd. € steigen, was einem Plus von 4,2 % entspricht.“ Dieses erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, am 12. November 2019 anlässlich der Jahrespressekonferenz seines Verbands. Seit 2015 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Branche um 4,5 % erhöht. Sie liegt nun bei 3,3 Mio. Personen.

Die Entwicklung im Einzelnen:

1. Bauhauptgewerbe
Wachstumstreiber in der Bauwirtschaft bleibt vorerst noch die Neubautätigkeit. In dieser Sparte wird mit 845.000 Beschäftigten ein Umsatz von 125 Mrd. € erwirtschaftet, was einem Plus von 6,2 % entspricht. „Für 2020 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg um 4,8 % auf knapp 131 Mrd. €", so Nachbauer. Hier wirkt sich die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten weiter positiv aus. „Daher rechnen wir mit der Fertigstellung von etwa 300.000 bis 310.000 neuen Wohnungen im Jahr 2019 beziehungsweise 2020, nach
287.000 im Jahr 2018. Allerdings fehlen weiterhin Sozialwohnungen. Obwohl in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 81.100 Wohneinheiten pro Jahr aus der Sozialbindung gefallen sind, erreicht das Fertigstellungsniveau nur gut ein Drittel des Bedarfes. Nachdem der Bund den sozialen Wohnungsbau im kommenden Jahr mit 1 Mrd. € fördert, sind nun Länder und Kommunen in der Pflicht, entsprechende Wohnungsbauprojekte auf den Markt zu bringen.

2. Ausbau
Während das Neubaugeschäft boomt, fällt die Umsatzentwicklung in der Sparte Ausbau mit Plus 3,8 % auf 93,5 Mrd. € im Jahr 2019 etwas schwächer aus. „Für 2020 gehen wir von einem Wachstum von 3,6 % auf ca. 96,8 Mrd. € aus. Die Unternehmen im Bereich Ausbau werden 2020 rund 867.000 Personen beschäftigen,“ so Nachbauer.

3. Gebäudetechnik
Die Sparte Gebäudetechnik in der Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist mit 1,6 Mio. Beschäftigten und über 136 Mrd. € Umsatz im Jahr 2019 (+4,8 %) die beschäftigungs- und umsatzstärkste Sparte. Im Jahr 2020 wird der Umsatz um knapp 4 % auf ca. 141 Mrd. € zulegen. In den Sparten Gebäudetechnik und Ausbau werden sich die im Klimaschutzpaket der Bundesregierung enthaltenen Maßnahmen langfristig positiv auswirken, allen voran die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Nachbauer warnte in diesem Zusammenhang vor einer erneuten Hängepartie im Bundesrat: „Die beiden gescheiterten Anläufe für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung haben zu einer gewissen abwartenden Haltung der Eigenheimbesitzer geführt. Daher muss der jetzige Vorschlag dazu möglichst zügig umgesetzt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wie auch die Verabschiedung im Bundesrat darf nicht lange dauern.“
Nachbauer ging in seinem Statement auch auf die Forderung nach einer Ausweitung der Kapazitäten ein und erklärte: „Dazu ist es aber notwendig, dass langfristig Planungssicherheit besteht.“ Nachbauer erwartet von dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz keine Entlastung. „Denn dieses Gesetz bietet Arbeitskräften aus der Baubranche mit berufspraktischen Erfahrungen keine Möglichkeiten, einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu erhalten.“
Derzeit können Arbeitnehmer zwar noch über die sogenannte Westbalkan-Regelung in deutschen Baubetrieben arbeiten. Diese Regelung läuft jedoch Ende 2020 aus. Gerade einfache, von heimischen Arbeitnehmern nicht mehr ausgeübte Tätigkeiten (Stichwort: Eisenbiegen), werden von angelernten, aber sehr erfahrenen Arbeitnehmern aus den Westbalkan-Staaten ausgeführt. Nachbauer forderte daher, die Westbalkan-Regelung über das Jahresende hinaus zu verlängern.

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