2. Juni 2020 Autor: Patrick Günther (Bearbeiter)

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Condair: Gustav-Lübcke-Museum in Hamm

Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm (beide Abb. © Condair)Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm (beide Abb. © Condair) Hybrid-Luftbefeuchter "Condair DL" (Abb. © Condair)Hybrid-Luftbefeuchter "Condair DL" (Abb. © Condair) Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm hat eine Fläche von rund 4.000 m². Jährlich besuchen etwa 40.000 Gäste das Museum. Ein Höhepunkt ist die seit Dezember 2017 laufende Ausstellung „Mumien – Der Traum vom ewigen Leben“ mit mehr als 100 Objekten (Menschen und Tiere). Bei einer umfangreichen Modernisierung erhielt das Museum insgesamt elf RLT- und Klimazentralgeräte mit einer Gesamtluftleistung von 90.000 m³/h.

In Museen ist, in Abhängigkeit von der Art der Kunstwerke, ganzjährig ein eng begrenztes Raumklima mit nur geringen zeitlichen Schwankungen einzuhalten. Typische Temperaturen in Museen sind 20 °C (Heizperiode) bis 24 °C (Kühlperiode) bei relativen Raumluftfeuchten von circa 50 bis 60 % – unabhängig von den Außenluftbedingungen und der Besucherzahl. Auf diese Einflüsse und Lasten muss eine Museumsklimaanlage rasch reagieren und die geforderten Raumzustände sicherstellen. Dies erfolgt durch eine an den aktuellen Bedarf angepasste Erhöhung oder Verringerung des Zuluftvolumenstroms, eine Filterung der Außenluft und eine Konditionierung (Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten) im zentralen Klimagerät. Besonders kritisch können die Raumluftzustände im Museum in den Wintermonaten werden. Wenn die kalte und trockene Außenluft in der Klimaanlage von einer Temperatur von zum Beispiel 0 °C aufdie Zulufttemperatur von 24 °C erwärmt wird, hat diese nur noch eine relative Feuchte von etwa 12 %. Eine so trockene Luft würde zu irreparablen Schäden an den Exponaten führen und bei den Besuchern des Museums trockene Schleimhäute und Augen verursachen. Daher ist es besonders in kühlen Jahreszeiten in Museen zwingend, die trockene Außenluft in der Klimaanlage zu befeuchten.

Die Klimatisierung

Zwei Vollklimaanlagen (Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten, Wärmerückgewinnung), die auf dem Dach aufgestellt wurden, versorgen mit einer Luftleistung von je 7.500 m³/h den Bereich der Wechselausstellung und den Oberlichtsaal mit konditionierter Zuluft. Weitere neun RLT-Geräte mit Luftleistungen zwischen 800 und 22.000 m³/h befinden sich im Untergeschoss des Museums. Eine Besonderheit bei diesen RLT-Geräten ist deren lufttechnische Schaltung. Die Abluft aus allen Geräten wird in einer gemeinsamen Luftleitung gesammelt und durchströmt vor dem Ausblasen in die Fortluft den Abluftwärmeüberträger eines hocheffizienten Kreislaufverbundsystems (HKVS). Dieser Abluftwärmeübertrager ist über eine Wärmeträgerflüssigkeit mit einem Wärmeübertrager auf der Zuluftseite gekoppelt, der den gesamten Außenluftvolumenstrom im Winter vorwärmt oder im Sommer vorkühlt. Erst nach dieser zentralen Vortemperierung wird die Außenluft auf die einzelnen RLT-Geräte verteilt. Als eine weitere Effizienzmaßnahme wird auf der Abluftseite im Sommer ein System der indirekten Verdunstungskühlung betrieben. Dabei wird die Abluft annähernd auf das maximal mögliche Niveau befeuchtet (> 90 % r.F.) und kühlt dadurch um etwa 5 bis 8 K ab. Somit steht über die KVS-Wärmerückgewinnung nun ein deutlich größeres Kältepotenzial zur Kühlung der Außenluft zur Verfügung. Auch die Verdunstungskühlung wird mit Osmosewasser aus der zentralen Wasseraufbereitung versorgt.

Die Nachkonditionierung der Zuluft aus den RLT-Geräten erfolgt raumweise in wassergekühlten Deckeninduktionsgeräten. Dabei induziert die Zuluft (Außenluft, Primärluft) etwa drei bis vier Teile Raumluft (Sekundärluft), die beim Einströmen in das Gerät in einem Wasserwärmeüberträger gekühlt wird. Das für den Betrieb der Dachklimageräte und für die Induktionsgeräte benötigte Kaltwasser kommt von zwei Kältemaschinen mit einer Kälteleistung von je 105 kW. Zur Erwärmung der Museumsräume wird eine Fußbodenheizung betrieben, deren Heizwärme von einem Fernwärmeanschluss kommt.

Die Befeuchtung

Zum Einsatz kommen im Gustav-Lübcke-Museum sieben adiabatische Hybrid-Luftbefeuchter "Condair DL" mit einer Befeuchtungsleistung von insgesamt über 700 kg pro Stunde. Die Hybrid-Luftbefeuchter "Condair DL" bestehen aus einer Zerstäubereinheit mit auf einem Trägergitter einzeln justierbaren Molekular-Zerstäuberdüsen und einer nachgeschalteten patentierten Verdunstungseinheit aus Keramikplatten. Für einen hygienischen Betrieb wird Osmosewasser zusätzlich im patentierten HygienePlus-System mit Silberionen nachbehandelt. Ein Teil des aus den Zerstäuberdüsen bei Niederdruck eingesprühten Wassers verdunstet direkt im Luftstrom, der Rest trifft auf die Keramikplatten und verdunstet dort nahezu vollständig. Dank der auf die Nachverdunstereinheit abgestimmte Wassertröpfchengröße, lassen sich diese vollständig abscheiden, und somit kann die von der VDI 6022 geforderte Aerosolfreiheit der befeuchteten Luft sichergestellt werden.

Außerdem kommen zwei gasbeheizte Dampfluftbefeuchter "GS-OC" mit einer Befeuchtungsdampfleistung von insgesamt 160 kg pro Stunde (stufenlos regelbar ab 10 kg/h) zum Einsatz, die für die Aufstellung im Freien konzipiert sind. Die Dampfluftbefeuchter passen die Feuchte im Bereich der Wechselausstellung und dem Oberlichtsaal an. Der Dampf wird über das Mehrfach-Verteilsystem "OptiSorp" gleichmäßig im Klimagerät verteilt, wodurch die effektive Befeuchtungsstrecke im Gegensatz zu üblichen Dampfverteilern um etwa 70 % verkürzt werden kann. Dadurch kann im Winter trockene Außenluft von etwa 2 g/kg auf bis zu knapp 11 g/kg befeuchtet werden.

Wichtig für die Hygiene und die Betriebssicherheit der Luftbefeuchtung ist eine Vorbehandlung des Befeuchterwassers. Eine zentrale Wasseraufbereitung mit der Umkehrosmoseeinheit "Condair AT2" erzeugt für alle Luftbefeuchtungssysteme bis zu 1.000 Liter aufbereitetes Befeuchtungswasser pro Stunde.

Quelle
Condair GmbH

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Artikelnummer: cci88490

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