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14. Januar 2015 Autor: Herbert Haser

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Was kostet die Bustechnik?

Bringt die Bustechnik auf Raumebene wirklich so viele Vorteile, dass sie wirtschaftlich langfristig sinnvoll ist? Der Beitrag von Herbert Haser, Betic S.A., Dippach/Luxemburg, beschäftigt sich kritisch mit den Folgekosten der Bustechnik.

 

Im Rahmen eines Energie-Plus-Projekts wurde die Fragestellung „Bringt die Bustechnik auf Raumebene wirklich so viele Vorteile, dass sie wirtschaftlich langfristig sinnvoll ist?“ mit einer Lebenszyklusbetrachtung detailliert untersucht.
In einem modernen Gebäude gibt es viele Verbraucher, deren Regelung und Steuerung Strom benötigt:

  • die Jalousien
  • die Heizung mit Radiatoren, Fußbodenheizung oder Heizdecke
  • die Kühlung über Kühldecke oder Deckeninduktionsgeräte
  • die Beleuchtung mit Regelung auf konstante Beleuchtungsstärke
  • die Anwesenheitskontrolle für die Lichtsteuerung
  • die Luftqualitätssteuerung mit CO2 oder Luftqualitätsfühler

(beide Abb. Haser)(beide Abb. Haser)
Im HLK-Bereich benötigen alle Regelungen und Steuerungen Antriebe, die das Stellsignal umsetzen. Dabei benötigen preiswerte Stellantriebe in der Regel (zum Beispiel Thermikantriebe benötigen einen Dauerstrom, um eine feste Regelstellung zu halten) einen höheren Energiebedarf als höherwertige Komponenten (0-10V-Antrieb: Die Motoren bleiben in der gewünschten Stellung stehen, dadurch ergibt sich ein geringerer Stand-by-Stromverbrauch).
Dem Kunden wird erklärt, dass er, wenn er alle oben aufgeführten Installationen je Raum umsetzt, ein energetisch gutes Gebäude mit gleichzeitig hohem Zufriedenheitsgrad der Nutzer bekommt, da es bedarfsabhängig geregelt wird. Der Einsatz eines solchen aufwändigen Regel- und Steuerungskonzepts hat jedoch nur wenig mit Energieeinsparung zu tun – im Gegenteil es führt zu einem erheblichen Mehrverbrauch an Energie.

Was die Gebäudenutzer meist nicht wissen: Es gibt 21 Faktoren, die für ihre Behaglichkeit im Gebäude von Bedeutung sind:

- die intermediären Faktoren:
Tätigkeitsgrad, Kleidung, Tages- und Jahresrhythmus, Raumbesetzung, psychosoziale Faktoren

- die physikalische Faktoren:
Luftbewegung, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Temperatur der Umgebungsflächen, Luftdruck, Luftzusammensetzung (Geruch, Staub, Sauerstoffgehalt, Schadstoffe), elektromagnetische Strahlung, Optik (Licht und Farbgestaltung), Akustik

- die physiologischen Faktoren:
Nahrungsaufnahme, ethnische Einflüsse, Alter, Geschlecht, Körperliche Verfassung, Konstitution

Von diesen 21 Faktoren können nur sechs regelungstechnisch beeinflusst werden. Zwei Faktoren darf der Gebäudenutzer selbst bestimmen (Temperatur und Licht). Der dritte Faktor, die Luftzusammensetzung, wird dem Nutzer vorgegeben: Die Mengenanpassung der Zuluft erfolgt optimal über Präsenz- oder Luftqualitätsfühler. Das ist in Deutschland immer noch recht selten, sollte jedoch die Zukunft sein. Je nach Lage der Zuluftöffnung im Raum, Luftführung, Heiz- und Kühlkonzept, Sonneneinstrahlung und Schadstoffanfall schwankt die Luftbewegung und Luftqualität an der Nase des Nutzers jedoch enorm bei gleicher Zuluftqualität.
Was tut man, wenn mehrere Personen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Bekleidungen und der Bekleidung entsprechenden Temperaturwünschen in einem Raum sind? Da hilft die beste Regelung nichts – Bürowechsel zu einem Gleichgesinnten ist hier die Lösung – nur wie soll das in einem Großraumbüro funktionieren? Der Faktor Elektromagnetische Strahlung wird durch die Bustechnik mit den zugehörigen Aggregaten ebenfalls nicht verbessert.

Also wofür betreiben wir dann den Aufwand? Zur Energieeinsparung? Sehen wir uns die einzelnen Gruppen unter diesem Aspekt genauer an.

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Artikelnummer: cci34053
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Kommentare (1):

Bewertung: 3 Sterne

5 Sterne für Teil 1:
Lockere und sinnvolle Bewertung von komplexen Einzelraum-Regelungen (nicht des Bussystems) in Gebäuden.
1 Stern für Teil 2:
Und zwar für den Marketingversuch, mit dem Präludium von Teil 1 die gute alte Quelllüftung als Novität und wirtschaftliches Nonplusultra anzupreisen.
Als Nur-Luft-System hat auch die Quelllüftung energetisch keine Chance gegenüber der Klimaanlage mit Kühldecke.
Auch die Kühldecke, die die gesamte Heiz- und Kühllast des Gebäudes übernimmt, hat durch ihre milden Temperaturen einen sehr großen Selbstregeleffekt, im Kühl- und im Heizbetrieb. Das erleichtert die Raumtemperaturregelung sehr und aus Funktionsgründen wird kein Anschluss an ein Bussystem oder weitere Sensoren für die Raumregelung gebraucht.
Für die Wärmeverteilung braucht die Kühldecke (Pumpe) weniger als ein Fünftel des Stromverbrauchs einer Lüftung (Ventilatoren).
Und die von der Kühldecke um die Kühlleistung befreite Lüftung muss nur noch "lüften". Sie braucht dafür wegen der geringen Luftmengen und dem großzügigen Raumangebot für die Ventilatoren kaum mehr elektrische Energie als die Kühldecke für die Pumpen.

Heizen kann die Quelllüftung auch nicht und muss daher mit einer statischen Heizung kombiniert werden.

(5+1)/2 = 3 Sterne.

Donald Herbst
Herbst Technik GmbH
Donald Herbst 18.01.2015

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