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11. Dezember 2018 Autor: Prof. Rüdiger Külpmann, Uwe Manzke
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Raumluftqualität: Luftionengehalt - eine Behaglichkeitskenngröße?

Im Oktober 2018 stellte die Gesundheitstechnische Gesellschaft (GG), Berlin, aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zur Raumluftkonditionierung durch Luftionisation zur Diskussion. Prof. Rüdiger Külpmann zeigte, wie verschiedene Luftionisationssysteme funktionieren und wies auf wesentliche Prüfkriterien und Entwicklungen der letzten Jahre hin. Beispiele wie das Luzerner Kantonsspital, Anwendungen im OP-Saal und die Umnutzung eines Büros zum Lehrbetrieb verdeutlichten, dass die Raumluftqualität durch gezielte Luftionisation bedeutend verbessert und Schadstoffbelastungen gesenkt werden können. Der Beitrag fasst den Vortrag von Prof. Külpmann zusammen.

Überblick

Energetische Optimierungen von Gebäuden führen in der Regel zur Minimierung der Außenluftmenge. Für die Raumluftqualität entstehen dadurch Nachteile. Die Folge: Steigende Feinstaub- beziehungsweise Schadstoffbelastungen und das Einatmen von Staub am Arbeitsplatz sind immer noch eine der Hauptursachen für berufsbedingte Atemwegserkrankungen. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) plädiert daher für eine Grundlagenstudie zu Allergien in Deutschland. Ebenso beschreibt der Bericht des Arbeitsmedizinischen Kolloquiums 2018 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine Zunahme. Demnach sind 357 allergische Atemwegserkrankungen aus dem Jahr 2016 als anerkannte Berufskrankheit (BK) aufgenommen worden. Die Ergebnisse einer Untersuchung (Autoren: Dr. Jan Eckert, Sibylla Amstutz, Prof. Peter Schwehr; Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP)) durch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene aus dem Jahr 2014 warnte ebenfalls vor einer Zunahme von Infektionen durch mangelhafte Hygieneprozesse in Kliniken. Demnach sei von jährlich 900.000 Infektionen bundesweit und 30.000 bis 40.000 Todesfällen auszugehen. Am häufigsten seien bei den Betroffenen Atemwegs- und Harnwegsinfekte, aber auch Wundinfektionen oder Sepsis aufgetreten. Auslöser könnten ebenso eingebrachte Keime von Patienten oder Besuchern sein.
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Artikelnummer: cci74658

Kommentare (2):

Danke, sehr interessanter Artikel.

1. Die positive Wirkung ionisierter Zuluft auf die Anzahl der Keime in einer Gärkammer einer Großbäckerei wurde von einem meiner Kunden schon vor vielen Jahren labortechnisch nachgewiesen.

2. Der Effekt "frischerer Luft" konnte ich vor Jahren auch schon in einer großen Arztpraxis feststellen. Hier sollten in bestehenden Räumen eine Zuluft- und Abluftanlage nachgerüstet werden. Aufgrund der beengten räumlichen Gegebenheiten, besonders der fehlenden Höhe in den Zwischendecken, ließen sich nur ca. 20 m³/h Außenluft pro Person einbringen. Durch den Einbau von Ionisationmodulen wurde die Luftqualität trotzdem als angenehm empfunden.

3. Essens- und Küchengerüche, die auf Grund von Raumströmungen aus Großküchen oder Speiseausgaben mit Front Cooking in andere Räume gelangen, lassen sich durch ionisierte Zuluft effektiv beseitigen. Selbstverständlich ersetzen solche Anlagen aber nicht die in den Regelwerken (VDI 2052-1 und DIN EN 16282-1, Berufsgenossenschaft u.a.) geforderten Lüftungsanlagen für Großküchen und Speiseausgaben. Auch dies wird von manchen Herstellern immer wieder propagiert und versucht, ist aber zum Scheitern verurteilt.
Georg Tale-Yazdi 12.12.2018
Die positive Wirkung der Ionisierungsgeräte auf die Raumluftqualität ist schon seit Jahrzehnten bekannt und wird bisher verbindlich nur in der Militärtechnik angewendet - in die Normung für die Lüftung hingegen hat es bisher keine Berücksichtigung gefunden - eigentlich könnte man sagen - es ist "Stand der Technik" - will man es außerhalb der Küchen- Technik einsetzen, kommt vom Auftraggeber die Frage - wo steht es geschrieben !

Dr.-Ing. G. Bredenbeck
19.12.2018

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