Leser helfen Lesern: Rauchmelder in der Außenluft von RLT-Anlagen

(Abb. © banphote/adobe.stock.com)

In unserer heutigen Frage in der Rubrik „Leser helfen Lesern“ geht es um die Frage, ob man einen Rauchmelder uneingeschränkt in die Außenluft setzen kann, auch wenn die Außenluft feucht ist, und ob diese noch auslösen, wenn sie erst in der Zuluft nach zwei Filterstufen platziert werden.

Unser Leser Jürgen Thimm schrieb: „Der Einsatz von Rauchmeldern zur Abschaltung von RLT-Anlagen-Außenluft wirft Probleme mit der Feuchtigkeit auf. In der Zuluft hinter einer Anlage, die eine zweistufige Filterung aufweist (F7 +F9 – alte Bezeichnung, neu: ISO ePM1 und ISO ePM2,5), wird der Rauch möglicherweise ausgefiltert und der Rauchmelder detektiert eventuell nicht. Ich habe daher folgende Frage zu den Kanalrauchmeldern für die Außenluftüberwachung von RLT-Anlagen:

  1. Kann man uneingeschränkt die Rauchmelder in die Außenluft setzen, auch wenn die Außenluft feucht ist?
  2. Wenn diese Rauchmelder erst in der Zuluft nach den zwei Filterstufen gesetzt werden, lösen diese noch aus?“

Vielleicht kann einer unsere Leser diese oder eine der Fragen beantworten.

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2 Kommentare zu “Leser helfen Lesern: Rauchmelder in der Außenluft von RLT-Anlagen

  1. Hallo Herr Thimm,

    wir als Hersteller von Kanalrauchmeldern bekommen diese Fragen häufiger gestellt.
    Hierzu teilen wir gerne unsere Erfahrungen mit Ihnen 😉

    Funktionell können Kanalrauchmelder nach EN 54-27 auch direkt in der Außenluft eingesetzt werden. Da diese auch für Luftströmungen von 1-20 m/s getestet und zugelassen sind.

    Wie bereits korrekt bemerkt ist allerdings das Thema der Verschmutzung und des Kondensats verstärkt zu beachten.

    Folgende Hinweise für die Verwendung der Kanalrauchmelder:

    1.) Hohe Luftfeuchtigkeit und große Temperaturunterschiede können Kondensat im Kanalrauchmelder bilden. Diese Feuchtigkeit kann die Elektronik/Platine und auch die optische Kammer des Rauchmelders beeinflussen und eventuell einen „Falschalarm“ auslösen. Daher sollte hier im Wartungsintervall verstärkt auf Feuchtigkeitsrückstände im Kanalrauchmelder geachtet werden. Alternativ kann dieser auch nach dem Lüftungsgerät angeordnet werden. Die behandelte Luft sollte somit in einem für Technik und Mensch optimalen Bereich liegen!

    2.) Kanalrauchmelder können und werden auch nach Filtern eingesetzt. Das wird in der Praxis erfolgreich umgesetzt/ eingesetzt. Eine pauschale Aussage, mit welchen und wie vielen Filtern das möglich ist, gibt es nicht da Rauch nicht gleich Rauch ist – die Partikelgröße variiert je nach Material von ca. 0,01 –10 μm. Unseren Erfahrungen nach funktioniert die Raucherkennung auch mit F9-Filtern (ISO ePM2,5) einwandfrei.

    Noch ein kleiner Hinweis dazu:
    Wenn kein Filter vor dem Kanalrauchmelder genutzt wird, kann dieser je nach Rahmenbedingung und Qualität der Außenluft, schneller verschmutzen. Das kann zu einem erhöhten oder kürzeren Wartungsintervall führen. Hierzu gibt es aber Kanalrauchmelder, die eine Verschmutzungsüberwachung haben. Diese geben, ab einem Verschmutzungsgrad von ca. 70 %, eine Meldung (wie z.B. KRM-X). Damit kann dann der Rauchmelder des Kanalrauchmelders im nächsten Wartungsintervall vorsorglich getauscht werden, bevor ein Falschalarm erzeugt wird. Da ab einem zu großen Verschmutzungsgrad (99 %) der Kanalrauchmelder schaltet de Alarmkontakt schaltet.

    Mit freundlichem Gruß

    Planerberater
    Erik Huse

  2. Wir haben als Planer etwa ab 1978 bei Lüftungsanlagen immer auch Rauchmelder in den Ansaugkanal vor dem Zuluft-Gerät gesetzt. Wenn wir, aus Kostengründen, keinen Kanalrauchmelder genommen haben wurde eben ein Raumrauchmelder eingesetzt, da wir auch die Außenlufttemperatur gemessen haben, gab es dafür dann eine gemeinsame Inspektionstür. Bei Lüftungsanlagen für öffentliche Räume (Post, Banken, Theater, Parlamente, Schulen, Gastronomie) war das auch ein Schutz vor Attentaten oder vor „Spaßvögeln“ die soetwas machten. Die Lüftung wurde ausgeschaltet und es gab Alarm. Das hat sich bewährt. Es war immer eine Stelle ohne Einfluss von Regen und hohe relative Feuchte haben wir nicht als Störung erlebt. Rauchmelder geben auch bei Schleifstaub Alarm, oder wenn „Tester“ ihren Zigarettenrauch dahin blasen.
    Freundliche Grüße Reinhard Siegismund

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