5. Oktober 2015 Autor: Rolf Grupp

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  • Neues von Imtech
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Neues von Imtech

Jeweils montags informieren wir über die Entwicklungen bei Imtech in der letzten Woche. Aber nicht jede Imtech-Meldung in den Medien hat noch viel mit Imtech zu tun.

Die Imtech-Zentrale in Hamburg (Abb. Imtech)Die Imtech-Zentrale in Hamburg (Abb. Imtech) Verkauf

Imtech Automotive Testing Solutions (ATS), der Prüfanlagen-Geschäftsbereich von Imtech Deutschland, soll von der Weiss Umwelttechnik GmbH, Reiskirchen-Lindenstruth, übernommen werden. Der Verkauf wird voraussichtlich im November 2015 wirksam, sobald das Imtech-Regelinsolvenzverfahren eröffnet ist und die Zustimmung der Kartellbehörden vorliegt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. ATS baut und betreibt Anlagen und Prüfstandsmodule, insbesondere für die Automobil- und Zulieferindustrie. Weiss ist ein international führender Unternehmensverbund für Umweltsimulation und Klimatechnik und gehört zur Schunk Gruppe.
"Der Prüfanlagen-Bereich von Imtech ist kein Kerngeschäftsbereich des Gebäudeausrüsters. Für die laufenden Verkaufsverhandlungen über Imtech Deutschland war es inhaltlich und wirtschaftlich sinnvoll, ATS aus dem Unternehmensverbund herauszulösen", so Peter Borchardt, vorläufiger Insolvenzverwalter von Imtech Deutschland.
 

Baustellen

  • Nordrhein-Westfalen
    Imtech hinterlässt in Nordrhein-Westfalen 22 offene Großbaustellen, bei denen das Land NRW direkt oder indirekt Auftraggeber war. Das geht aus einer Antwort von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans auf eine Anfrage des Vorsitzenden des Haushaltsausschusses hervor. Durch die Insolvenz von Imtech drohe ein Gesamtschaden in hoher zweistelliger Mio. €-Höhe. Außerdem komme es durch die Imtech-Pleite zu Verzögerungen auf den Baustellen, teilweise müssen neue Firmen mit der Fertigstellung beauftragt werden. Angeblich soll Imtech sich immer wieder mit extrem günstigen Angeboten Aufträge gesichert haben, um sich anschließend über Nachträge zu finanzieren - zusätzliche Arbeiten, die Imtech später aufgrund angeblich unerwarteter Schwierigkeiten in Rechnung gestellt haben soll. Imtech bestreitet eine solche Systematik.
     
  • Köln
    Teilweise seit Monaten habe sich auf der Kölner Opern-Baustelle nichts geändert, kann man in den Medien nachlesen. Kabel laufen durch halboffene Schächte, die in brandsichere Verkleidungen gehörten. Immer wieder werden die Kabel von Rohren der Sprinkleranlage oder der Feuerwehr-Funkleitung gekreuzt. "An 800 Stellen im Haus haben wir solche Kollisionen", so ein Sprecher der Bühnen. Durch die Imtech-Insolvenz sei bei der Strominstallation und -versorgung auf der Baustelle eine unsichere Situation entstanden. Aber noch ist Imtech mit Arbeitern auf der Baustelle. Projektsteuerer Turadj Zarinfar will bis November einen neuen Zeitplan für die Baustelle vorlegen. Anschließend soll die aktuelle Kostensituation – derzeitige Schätzungen liegen bei rund 300 Mio. € – ermittelt werden, eine kompakte Phase der Mängelbeseitigung durchgeführt oder eine Rückkehr zu einem „planbarem“ Bauablauf ermöglicht werden.
    Nicht nur für die Opern-Baustelle ist die Imtech-Insolvenz problematisch. Laut Finanzminister Walter-Borjans muss Imtech am Laborgebäude der Uniklinik noch umfangreiche Mängelbeseitigungen und verschiedene kleinere Restarbeiten abzuarbeiten und ist auf fünf Baustellen der Universität, etwa die Sporthochschule, aktiv. Die Uni habe bereits Sicherheitseinbehalte vorgenommen. Dabei wird ein Teil der Vergütung durch den Auftraggeber einbehalten, um eine Sicherheit für eventuell noch auftretende Gewährleistungsansprüche zu haben. Bei den Projekten ,Grundsanierung Philosophikum‘ in der Universitätsstraße und ,Neubau Serverhalle‘ (Erweiterung für das Rechenzentrum im Weyertal) werde es laut Universität zu Bauzeitverzögerungen kommen. Daneben sind laut Uni noch die Sanierung und Aufstockung der Geowissenschaften (Zülpicher Straße), die Sanierung der Chemischen Institute in der Greinstraße und das Projekt Studierenden-Service-Center in der Universitätsstraße von der Imtech-Insolvenz betroffen. Grundsätzlich habe Imtech die Fortführung ausstehender Arbeiten zugesagt. Allerdings bleibe wie auch bei der Oper die Unsicherheit, wie es mit dem Insolvenzverfahren weitergeht.
    So herrscht auch für das Naturwissenschaftlich-Medizinische Institut (Nawi-Medi) der Spoho Ungewissheit. Kosten von 66,3 Millionen Euro sind budgetiert. In dem fünfgeschossigen Bau sollen neun Institute und ein An-Institut für Dopinganalytik einziehen. Bis Mitte 2016 will der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) das Projekt umgesetzt haben, um anschließend das Institutsgebäude 1 zu sanieren.
     
  • Uniklinikum Düsseldorf
    Im Zusammenhang mit dem Bau eines Operationszentrums am Uniklinikum Düsseldorf werden aufgrund eines Bauverzugs von über zwei Jahren bei der Fertigstellung der Brandschutzsteuerung, der Imtech angelastet wird, durch das Universiätsklinikum Erlösausfälle von 20 Mio. € geltend gemacht.
     
  • Forum Vogelsang
    Die Imtech-Insolvenz wirkt sich auch auf den Fortgang der Baumaßnahme Forum Vogelsang in Schleiden aus, konnte man diese Woche in den Medien lesen. Allerdings hat das Schleidener Trauerspiel wohl wenig mit Imtech zu tun. Aus den ursprünglich geplanten 35,1 Mio. € Baukosten für die Sanierung des historischen Gebäude werden nun vermutlich 40 Mio. €. Das „Schwarzbuch 2015“ des Steuerzahlerbunds nennt Vogelsang ein „trauriges Beispiel“ für Mischfinanzierungen und kritisiert die Entscheidungsträger. Das Vogelsang-Projekt sei ein „trauriges Beispiel“ für Probleme, die mit Mischfinanzierungen auftreten könnten. Zum einen seien Förderrichtlinien oft so eng gefasst, dass kein Spielraum bleibe, zum anderen verleiteten Vorschriften in den Richtlinien dazu, dass Projekte aufgebläht würden. Es entstünden Fehlanreize, dass Kommunen oder Kreise Geld mitnehmen und abschöpfen wollten. Bei den rechtlichen Konstrukten rund um die Fördermittelvergabe liege einiges im Argen, so der Steuerzahlerbund. In die ursprünglich kalkulierten Kosten von 35 Mio. € sei zunächst eine Baukostenreserve eingepreist worden, weshalb die Bezirksregierung Köln den Antragstellern nahegelegt hatte, den Antrag zu überarbeiten. Später seien dann die einzelnen Positionen für das Förderprojekt einfach erhöht worden. Daran werde deutlich, dass das ganze System der Fördermittelvergabe dringend auf den Prüfstand gehöre. Wenn solche Mischfinanzierungsprojekte schiefgingen, werde innerhalb des Projekts gespart. Man bekomme dann weniger für mehr Geld. Nun müsse die Vogelsang ip gGmbH bis zu 100.000 € jährlich für Zinsen und Tilgung aufbringen und dafür bei der Bildungsarbeit sparen. Vogelsang-Geschäftsführer Albert Moritz erklärte, die Mehrkosten seien aufgrund verdeckter Mängel in der historischen Bausubstanz entstanden. 2015 habe es zudem Komplikationen bei Firmen, unter anderem Insolvenzen, gegeben. Gravierend habe sich zuletzt der insolvenzbedingte Ausfall der Elektrofirma Imtech ausgewirkt. Laut Moritz sei niemals eine Einpreisung einer Baukostenreserve vorgenommen worden.
     
  • Bad Buchau
    Die Imtech-Pleite bleibt ohne weitere Folgen für den Umbau des Gesundheitszentrums Federsee. Imtech war mit den Gewerken Lüftung und Heizung beteiligt. Zwei Unternehmen aus der Region sind kurzfristig eingesprungen. Die Groß GmbH, Laichingen, ist mit den Lüftungsarbeiten betraut. Eberle und Hepp, Stafflangen, führen die Arbeiten im Heizungsbereich aus. Zunächst war die Angelegenheit zur Hängepartie geworden, da es keine offizielle Bestätigung des Insolvenzverwalters gab, dass Imtech vom Auftrag zurücktritt. Jetzt habe man den Auftrag aber formgerecht gekündigt „und der Insolvenzverwalter hat die Kündigung auch akzeptiert“, so der Geschäftsführer der Thermalbad Buchau Betriebs GmbH. Ein wirtschaftlicher Schaden habe sich daraus nicht ergeben.
     
  • Berliner Flughafen BER
    Die "Unvollendete", das ist die Sinfonie in h-Moll von Schubert. Doch man muss damit rechnen, dass auch die Baustelle Berliner Flughafen unter dieser Bezeichnung in die Annalen eingehen wird. Wegen möglicher Einsturzgefahr am Dach war letzte Woche ein Teil des Passagierterminals selbst für Bauarbeiter nicht zugänglich. Dies teilte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) allerdings erst mit, nach dem die „Bild am Sonntag“ (BamS) über die neuen Statik-Probleme berichtet hatte. Die Sperrung sei "rein vorsorglich", hieß es in einer FBB-Erklärung. Es geht um unter dem Terminaldach montierte Technikbühnen für Rauchgasventilatoren, die nach einem aktuellen Statikgutachten doppelt so schwer wie geplant sind. "In drei der insgesamt 20 Deckenfelder wurden offensichtlich vor dem alten Eröffnungstermin 2012 schwerere Rauchgasventilatoren eingebaut als in der ursprünglichen Planung angenommen", heißt es in der Erklärung der FBB. Daher sei ein „neuer Standsicherheitsnachweis“ nötig. „Die FBB wird dies nun angehen.“ Wie lange die Arbeiten dauern werden und mit welchen Kosten sie verbunden sind, wurde nicht mitgeteilt. Auch die Frage, ob die Reparatur den Eröffnungstermin gefährden könnte, blieb offen. Am Flughafen hieß es, es handele sich hier um ein kleines beherrschbares Problem. Ein weiterer Grund der Terminalsperrung waren die Vorbereitungen für den Einbau der Entrauchungsschornsteine im Terminaldach. Die Schornsteine sind erforderlich, weil die vorhandene Entrauchungsanlage in drei autonome Entlüftungen aufgeteilt wird. Ursprünglich sollte in einem Brandfall das Rauchgas durch den Keller abgeleitet werden. Nun wird die Schornstein-Variante gewählt. "Die Insolvenzanmeldung der Imtech Deutschland im August hat die Situation auf der Baustelle zusätzlich erschwert", so Flughafenchef Karsten Mühlenfeld kürzlich. Derzeit wird ein Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 angepeilt.
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