Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um den Gebäudetyp E, durch den schneller bezahlbarer Wohnraum entstehen soll. Doch die TGA-Repräsentanz Berlin warnt: Der Verzicht auf Gebäudetechnik gefährdet Gesundheit, Sicherheit und Bausubstanz. Sie empfiehlt stattdessen stärker auf serielle und modulare Bauweise zu setzen als auf traditionelle Bauverfahren.
Die TGA-Repräsentanz Berlin GbR und die sie tragenden Verbände haben ihre Positionen zum sogenannten Gebäudetyp E an das Bundesbau- und Bundesjustizministerium übermittelt. Darin bekräftigen sie die Notwendigkeit der Gebäudetechnik. Anlass ist die Verständigung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz und des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen auf gemeinsame Eckpunkte, um im Vertragsrecht einen Gebäudetyp E zu ermöglichen. Dieser soll dazu beitragen, dass es schneller gelingt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der Buchstabe „E“ steht dabei für „einfach“. Dr.-Ing. Manfred Stahl, Herausgeber von cci Zeitung, hat jedoch unlängst über den Gebäudetyp E geschrieben: „So geht die Gesundheit den Bach runter.“
Dazu sagt Frank Ernst, Geschäftsführer der TGA-Repräsentanz Berlin: „Die aktuelle Debatte zeigt, dass mit ,einfach‘ oft der Verzicht auf wichtige Gebäudetechnik gemeint ist.“ Das sei der falsche Ansatz. Ernst: „Technische Systeme sind auch in Gebäuden des Typs E zwingend erforderlich, um eine dauerhafte, sichere und gesunde Nutzung zu ermöglichen.“ Der Verzicht auf Technik berge erhebliche Risiken für Gesundheit und Wohlbefinden der Bewohner und könne zudem zu Schäden an der Bausubstanz führen. In ihrer Stellungnahme kommentieren die Verbände unter anderem explizit die Bedeutung von mechanischer Lüftung und Wärmerückgewinnung.
Aus Sicht der TGA-Verbände wird zudem die mit dem Gebäudetyp E angestrebte Rechtssicherheit nicht zu erreichen sein – vielmehr drohe das Gegenteil: „Die geplante Einführung unbestimmter und potenziell streitanfälliger Begriffe wie ,einfacher Standard‘, ,zeitgemäße Gebrauchstauglichkeit‘, ,Gleichwertigkeit‘ oder ,robuste und einfache Haustechnik‘ schafft neues Konfliktpotenzial zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Die Auslegung dieser Begriffe werde zwangsläufig den Gerichten überlassen bleiben und damit zu Verzögerungen, Unsicherheiten und zusätzlichen Kosten führen.
Die beteiligten Verbände betonen, dass innovative planerische Konzepte, die das Bauen tatsächlich vereinfachen und beschleunigen, im Interesse aller am Bau von Wohn- und Nichtwohngebäuden Beteiligten sind. Serielle und modulare Bauweisen eigneten sich jedoch deutlich besser als der Gebäudetyp E, um Kosten zu senken, Bauzeiten zu verkürzen und zugleich Qualität, Sicherheit und Klimaschutz zu gewährleisten. Im Vergleich zu traditionellen Bauverfahren seien dies geeignetere und zukunftsweisendere Methoden, um diese Ziele mit weniger Fachpersonal zu erreichen.
Unter „Anhänge“ steht die Stellungnahme der Verbände kostenlos zum Download zur Verfügung.
Die TGA-Repräsentanz Berlin wird getragen von:
- Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), Bonn
- Fachverband Gebäude-Klima (FGK), Ludwigsburg
- Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. (RLT-Herstellerverband), Ludwigsburg
- VDMA – Fachverband Allgemeine Lufttechnik (VDMA AL), Frankfurt am Main
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