Referenz IV Produkt: Schullüftung in Halmstadt (Schweden)

Frische Luft spielt eine große Rolle für Wohlbefinden, Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie Gesundheit. Ein Projekt in Halmstad zeigt, wie und warum die Schweden dicke Luft in Klassenzimmern unbedingt vermeiden.

Geöffnete Fenster, frierende Kinder, horrende Energiekosten – Lüftung und Klima in deutschen Schulen sind durch die Corona-Pandemie in den Fokus gerückt. Ein Blick gen Norden zeigt langjährig bewährte Alternativen: Seit 30 Jahren gibt es in Schweden in nahezu allen Schulen mechanische Lüftungssysteme. Das gilt sogar für denkmalgeschützte Einrichtungen. Ein Projekt in Halmstad zeigt, wie und warum die Schweden dicke Luft in Klassenzimmern unbedingt vermeiden.

Dezentrale Lüftungsgeräte in denkmalgeschütztem Schulgebäude
Abbildung 1: In diesem denkmalgeschützten Schulgebäude wurden 50 dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung installiert. (Alle Abb. IV Produkt)

Frische Luft spielt eine große Rolle für Wohlbefinden, Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie Gesundheit. Fehlt es an ausreichend Außenluft, merken wir das recht schnell: Wir werden müde, können uns nicht mehr gut konzentrieren, manche Menschen bekommen sogar Kopfschmerzen, Atemprobleme oder geraten unter Stress. Dies gilt natürlich auch für unsere Kinder.
Die Corona-Pandemie zeigt allerdings deutlich: Um frische Luft ist es an deutschen Schulen oft schlecht bestellt. Die häufig praktizierte Fensterlüftung ist in den meisten Fällen unzureichend, da kein genügender Luftaustausch stattfindet. Zudem kommt es durch offene Fenster nicht selten zu unzumutbaren Geräuschbelästigungen, Zuglufterscheinungen und in der kalten Jahreszeit zur Energieverschwendung: In diesen Monaten heizt man buchstäblich zum Fenster raus. Viel angepriesene Luftreiniger können zwar Viren aus der Luft ausfiltern, arbeiten aber nicht mit Außenluft und sind somit nicht optimal.

In Schweden gab es bereits in den 1990er Jahren eine große Renovierungswelle mit dem Ziel, für Schüler und Lehrer ein besseres Raumklima an Schulen zu schaffen. Das Sturegymnasium in Halmstad ist ein solches Projekt. Die ersten Gebäude des Gymnasiums wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Die Schule steht somit unter Denkmalschutz, so dass Änderungen, Renovierungen oder Sanierungen stets mit Einschränkungen und behördlichen Vorgaben verbunden sind. Die Installation von Zentralgeräten war also nie eine Alternative. Trotz dieser Auflagen wird hier seit den 1980er Jahren zur Be- und Entlüftung kein Fenster mehr geöffnet. Allerdings werden die damals verbauten Lüftungsanlagen nun, rund 30 Jahre später, überarbeitet und ausgetauscht.

Kompakte Lüftungsgeräte passen in ejne Nische
Abbildung 2: Die Lüftungsgeräte sind so kompakt, dass sie im Klassenzimmer in einer Nische mit einem Platzbedarf von etwa 2 m² untergebracht werden.

Mattias Sjöberg, Eigentümer von IV Produkt, dem schwedischen Hersteller im Bereich Lüftungsgeräte, berichtet über das Projekt: „Die neue Lösung sieht vor, dass in jedem der 50 Klassenzimmer ein kleines Lüftungsgerät verbaut wird. Die Geräte mit Kanalanschlüssen auf der Oberseite passen problemlos in eine Nische von etwa 2 m². Die Zuluft wird über Kanalluftauslässe im gesamten Raum gleichmäßig verteilt. Die Abluft wird zentral oben durch ein Lüftungsgitter angesaugt. Diese Lösung sorgt dafür, dass wir einen effizienten Luftwechsel und ein gutes Raumklima erhalten. Mit 35 dB(A) ist das Gerät zudem sehr leise im Betrieb. Die Maße des Gerätes sind so angepasst, dass es problemlos durch normale Türen transportiert werden kann. Auch darauf muss beim Denkmalschutz geachtet werden.“

Das Gerät wird mit einem Grundvolumenstrom betrieben und in Abhängigkeit von der Anzahl der Personen im Klassenzimmer über einen CO2-Sensor geregelt. Wenn der CO2-Gehalt 800 ppm erreicht, steigt der Volumenstrom an, die Luftwechselrate wird erhöht. Der eingestellte maximale Volumenstrom für das Gerät beträgt pro Klassenzimmer circa 1.080 m³/h, also maximal 40 m³/h Außenluft pro Person. Der durchschnittliche Effizienzwert SFP (Specific Fan Power) über das Jahr beträgt 1,3 und der Wärmerückgewinnungsrad 83 %. Die Energiekosten für ein solches Gerät liegen bei rund 140 € im Jahr – also bei etwa 5 € pro Schüler und Jahr.

Krister Hansson, Projektleiter der Stadt Halmstad, erklärt: „Die Schüler und Lehrkräfte sind sehr zufrieden mit dieser Lüftungslösung. Sie erleben ein sehr gutes Innenraumklima. Gleichzeitig fühlen sich auch aufnahmefähiger. Die Investition in eine gute Belüftung – mit 100 % Außenluft – ist in Schulen die Voraussetzung für eine bessere Lernfähigkeit und steht darüber hinaus im Einklang mit einer nachhaltigen Entwicklung.“

Der Beitrag wurde von der IV Produkt GmbH, Handewitt, für cci Wissensportal zur Verfügung gestellt.

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